Weihnachts-horror. Süßer die Klingen nie klingen

weihnachtshorror01"Alle Jahre wieder" oder so, so wollte ich den diesjährigen Artikel meiner alljährlichen Weihnachtshorrorliste beginnen, habe mich aber dann dabei aber ertappt, nicht mehr genau zu wissen, ob ich diesen "Opener" nicht schon einmal benutzt habe. Ein Zeichen, dass alle guten Dinge wirklich drei sind und dieses Jahr das letzte Mal sein soll? Nein! Grade weil ich bereits aufpassen muss, mich hier nicht zu wiederholen, überkommt mich ein wohliges Gefühl der Vertrautheit mit dem Thema. Fast so, als ob wir hier einen völlig neuen Weihnachtstrend oder sogar eine neue Weihnachtstradition geschaffen haben (und das ausgerechnet auf Basis von Horrorfilmen, einem nicht unbedingt weihnachtlichen Thema. Happy postmodern Holidays?). Wie dem auch sei, hier ist, bereits zum dritten Mal, meine Weihnachtshorrorliste des Jahres. Es gibt neuere Filme, aber auch Retro-Einträge von Filmen, die bisher hier keinen Platz gefunden haben. Viel Spaß beim Schauen von den Filmen meiner Liste:

"MOTHER KRAMPUS" AKA "12 DEATHS OF CHRISTMAS" (JAMES KLASS, 2017)
Zur dritten Weihnacht nach "Krampus" wird uns selbstverständlich wieder ein "Krampus-"Film geschenkt. Genauso wie bei Frankenstein, haben wir es hier auch mal mit der Mrs. zu tun - boy oh boy, we are in for a ride… Perfekt zusammenfassen lässt sich der Film mit einem Zitat aus dem selbigen: "I think, I'm gonna throw up", sagt die Mutter, als sie ihren Exmann mit dessen neuer Freundin sieht. Generell scheinen die Szenen im Film, in denen sich Leute streiten, die einzig authentischen zu sein. Kein Wunder, dass sich bei solch einem Drehbuch Frustration breitmacht. Allerdings sind immerhin einige der Horroreffekte ganz kreativ mit Weihnachten in Verbindung gebracht.

"LADY KRAMPUS" (EDDIE LENGYEL, 2016)
Gleich und gleich gesellt sich gern, und so kommen die weiblichen Krampusse auch gleich im Doppelpack. "Lady Krampus" besticht dadurch, dass über den ganzen Film verteilt feine Anspielungen auf die großen Schocker gemacht werden. So ist die Maske von Frau Krampus zum Beispiel ebenfalls eine William Shatner-Maske, wie beim Klassiker "Halloween", nur mit einer anderen Perücke und etwas mehr Dreck, sogar noch mehr Dreck als in Rob Zombies Remake desselbigen. Der gelungene Comedic-Relief…ok, ich kann das nicht mehr, der peinliche Comedic-Relief des Films ist ein Transvestit, dessen Einsatz eher beleidigend als inklusiv wirkt und wohl eine Art cleverer "Red-Herring" bezüglich der Identität des Killers sein sollte. Auch wenn er am Ende den Tag rettet, ist der Charakter mit negativen Klischees behangen. Die "Krampus-Regel" (kein Krampus-Film, der einen Zusatztitel oder eine Variation des Wortes "Krampus" beinhaltet, ist gut!) gilt also weiterhin als ungebrochen.

"THE ELF" (JUSTIN PRIVE, 2017)
Oh, Uncork’d Entertainment, was habt ihr uns nur da beschert? Viele Regeln werden am Anfang erklärt: Zauber, Siegel, böse Puppen, "Unartig-Listen" und das führt uns zu… im Endeffekt nicht Vielem. Ich bin normalerweise der letzte der charakterfokussierte Filme wegen zu wenig Handlung kritisiert. Aber hier passiert, abgesehen von ein paar ganz nett stilisierten Rückblenden, für mehr als eine halbe Stunde gar nichts und auch das manchmal etwas gelangweilt wirkende Schauspiel der beiden Hauptdarsteller wertet den Film nicht gerade auf. Nach insgesamt 37 Minuten ausgestandener Spannung haben wir endlich die ersten Morde, die wir in Form eines wackelnden Autos sehen... Der Preis für den schlechtesten Kunstschnee und den peinlichste CGI-Elf ist dem Film sicher.

"BETTER WATCH OUT" (CHRIS PECKOVER, 2017)
Großartige Kinderschauspieler, die wirklich schwer zu finden sind, eine wirklich gutaussehende Produktion und eine erfrischend neuartige Story mit mehr Twists als ich zählen konnte, machen den Film zu einem Highlight unter den neueren Weihnachtshorrorfilmen. Ich hatte lange nicht mehr solchen Spaß auf eine "so-good-it‘s-good"-Art im Berreich des Horrorgenres. Der pechschwarze Humor in den dutzenden Referenzen zu "Kevin allein Zuhause" macht den Film auch noch Trinkspiel-tauglich. Auf jeden Fall ein nihilistischer Weihnachtsspaß für…naja, nicht die ganze Familie (Horrorfilmfans und Shyamalan-immer-noch-die-Treue-Halter werden Hauptdarstellerin Olivia DeJonge aus "The Visit" wiederkennen).

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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