Mord auf X-JAM

Ein Filmteam rund um den Regisseur Dominik Hartl fand sich im Sommer 2017 in Kroatien zu einer der größten Maturanten-Feiern ein, um dort zwischen den Feiernden einen Horrorfilm zu drehen. Eine Herausforderung die sonst kaum jemand wagt, denn auf X-JAM, inmitten von tausenden Maturanten und Maturantinnen, einen Film zu schaffen, bringt ganz eigene Hürden mit sich. So mussten die Dreharbeiten des Öfteren unterbrochen werden, da SchauspielerInnen von den Feiernden - die nicht erkannten, das hier gedreht wird - angesprochen wurden oder Leute mit so schrägen Kostümen durchs Bild liefen, dass das Filmteam davon abgelenkt wurde. Trotz alldem ist ein Film herausgekommen, der vor allem eines ist: authentisch.

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Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Maturaklasse feiert ihren Abschluss auf X-JAM, bis plötzlich immer mehr Kollegen und Kolleginnen verschwinden oder tot aufgefunden werden. Die Klasse versucht herauszufinden, was passiert ist, wer dafür verantwortlich ist und inwiefern die Vorfälle mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt. Klingt vielleicht wie jeder andere Horrorfilm, ist aber durch die besondere Machart des Filmes spannend zu verfolgen. Was jedoch ziemlich bald auffällt, ist, dass der Film sich an ein jüngeres Publikum wendet. Snapchat nimmt eine wichtige Rolle ein, und auch mit den typischen Teenager-Streiterein kann man als erwachsener Mensch nicht mehr wirklich etwas anfangen. Die SchauspielerInnen sind auch - bis auf Michael Ostrowski und Edita Malovčić - alle JungschauspielerInnen und passen altersgemäß ungefähr zu ihren Rollen.

Die schauspielerische Leistung ist beachtlich, alle fügen sich gut in die Rollen ein und es wirkt weder aufgesetzt noch zu sehr gewollt. So kommt der Film sehr natürlich daher und das trägt viel dazu bei, dass Gefühle hervorgerufen werden und man sich des Öfteren erschreckt oder tatsächlich Angst bekommt, wie es bei einen Horrorfilm sein soll.

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"Die letzte Party deines Lebens" ist international gesehen nichts Neues, wenn man sich die österreichische Filmlandschaft ansieht, jedoch schon. Denn österreichische Filme kann man, wenn man will, grob in zwei Gruppen einteilen: Lustiges und/oder Makaberes. Oft sind sie beides. Aber reine Unterhaltungsfilme, wie man sie z.B. aus Hollywood kennt, gibt es bei uns kaum. Das will "Die letzte Party deines Lebens" ändern und die heimische Filmlandschaft mit ihrem Beitrag in diese Richtung erweitern.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es ein sehr stimmiger und gut gelungener Film geworden ist. Er wird zwar niemandes Leben verändern und regt auch nicht allzu sehr zum Nachdenken an, doch das will der Film auch nicht. Was er will, ist für gute Unterhaltung zu sorgen, und das schafft er auf jeden Fall.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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