Vor uns das Meer

1966 umsegelte Francis Chichester alleine mit einem einzigen Stopp die Welt, kurz darauf erzählt er bei einer Segelmesse von seinem Abenteuer und verkündet das "Golden Globe Race", dessen Gewinner für ein stattliches Preisgeld beweisen soll, dass die Umsegelung auch ohne Stopp möglich ist. In der Menschenmenge der Zuhörer*innen steht Donald Crowhurst und genau an diesem Punkt fängt die Geschichte über eine Verkettung von unglücklichen Umständen, ein Kampf um Ehre und Ruhm sowie ein menschliches Drama an.

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Crowhurst ist dreifacher Vater, glücklich verheiratet wohnt er in einem kleinen Städtchen in England und verkauft Seglern Gerätschaften, die ihre Reisen angenehmer beziehungsweise sicherer machen sollen. Man könnte sagen, dieser Mann hat alles, was man sich wünschen könnte und doch entflammt Chichesters Rede seine Abenteuerlust. Begeistert beginnt er einen Trimaran zu entwerfen, den er mit allen Sicherheitsinstrumenten ausstatten will, die seine Firma anbietet.

Zwar hat er einen großen Traum und die Motivation ihn zu verwirklichen, doch da eine Expedition diesen Ausmaßes einiges an Geld erfordert, wird Crowhurst gezwungen, Investoren aufzutreiben. Dies bringt wiederrum Verpflichtungen mit sich, wie ein genaues Tagebuch zu führen, Audio und Videoaufnahmen für die BBC zu machen und Ähnliches. Langsam wird sichtbar, wie viele Verpflichtungen hinter einem Abenteuer stecken können. Obwohl seine Frau ihn zu beschwichtigen versucht, lässt Donald einmal in seinem Leben nicht mit sich reden. Er hat einen Traum, er will dass sein Name Berühmtheit erlangt, seine Kinder stolz auf ihn sein können und eigentlich erahnt man als Zuseher*in sehr schnell, dass dieser Traum ein Egotrip à la Ikarus ist, der droht gewaltig schiefzugehen. Nicht einmal die Bedenken darüber, dass er noch nie fernab von England gesegelt ist, geschweige denn ein Meer überquert hat, lässt er an sich heran.

"NUR ZU TUN, WAS BEREITS ANDERE GETAN HABEN, BEDEUTET IM SCHATTEN ZU LEBEN"
Die Vorbereitungen schreiten voran, doch immer wieder kommt es zu Komplikationen, die unter anderem dazu führen, dass Crowhurst sein Haus verpfänden muss. Es gibt nun kein Zurück mehr, sollte er das Rennen nicht zu Ende segeln, würde er nicht nur seine Firma, sondern seine Familie auch ihr Zuhause verlieren. Der normalerweise sicherheitsfanatische Donald, sieht sich in einer Situation gefangen, aus der er nicht mehr entkommt. Mit massiven Unvollständigkeiten an seinem Segelboot, bricht er am ersten Oktober auf und begibt sich ins Ungewisse. Viel zu bald stellen sich die ersten Probleme ein und lassen Donald einsehen, dass es keine gute Idee war, für ein Abenteuer alles aufzugeben. Mit dem hohen Einsatz, den er geleistet hat, gibt es jedoch kein Zurück und der Weg nach vorne würde seinen sicheren Tod bedeuten. In dieser Zwickmühle gefangen, sieht er keinen anderen Ausweg, als zu betrügen.

"Vor uns das Meer" ist ein abenteuergeladener Film, mit wunderschönen, gewaltigen Naturaufnahmen, der jedoch nichts für schwache Nerven ist. Auf dramatische Art zeigt sich, was aus dem Leben eines durchschnittlichen Menschen werden kann, der alles für einen Traum riskiert.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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