BILDENDE KÜNSTE

Bildzeugen der Beatniks

1924 in der Schweiz geboren, machte Frank eine Fotografieausbildung. Das Rupterinum in Salzburg zeigt gerade seine Arbeiten in Büchern und Filmen seit 1947 in beeindruckender Masse. 1947, weil Frank in dem Jahr Genf und Zürich zu klein geworden sind. Stattdessen reiste er sechs Jahre für Magazine durch die Welt und fotografierte. Zurück in New York konnte er gleich für das Museum of Modern Art zu arbeiten und bekam wenig später ein Guggenheim-Stipendium für seine Arbeit. Genau dieses Stipendium legte die Basis für seine Karriere.

Robert Frank Funeral St. Helena South Carolina Americans 1959THE AMERICANS
Frank reiste von dem Geld zwei Jahre durch die USA und machte 28.000 Fotos, aus denen später der Bildband "The Americans" entstand. Jack Kerouac lief ihm über den Weg, während er die Fotos für das Buch aussortierte, und schrieb ihm bereitwillig das Vorwort für das Buch. Damit war Frank offiziell auch ein Teil der Beat-Generation. Genau das Prinzip den Moment einzufangen prägen auch Franks Fotos. Schnell von der Seite, manchmal leicht verschwommen und immer nah am Leben. Frank wurde später vor allem für seine Fotobücher bekannt, viele Fotos hat er in Notizbücher eingeklebt aufgehoben.

Das Rupertinum nimmt die Aufmachung als eigenes Leitmotiv. Die einzelnen Bilder sind großflächig nebeneinander auf karierten Papier und erschlagen einen förmlich. Jedes Bild hat viel Aussagekraft und springt den Zuseher förmlich an. Die Fotos aus "The Americans" bekommen natürlich die meiste Fläche. Trotzdem gibt es eine Vielfalt an Motiven, an Lebensumständen und Serien, die zu sehen sind. "The Americans", der Vergleich zwischen Londoner Finanzwelt und walisischen Arbeitern. Filmausschnitte, die einen mit ihrer Direktheit überfordern.

Robert Frank Welsh Miners 1953 Kanada 2009 Household Inventory Record 2013Die Räume im Rupertinum sind nicht allzu groß, aber Franks Bilder konfrontieren einen und reißen den Betrachter mit in ihre eigene Welt. Die Notizen, die teilweise aus seinen Tagebüchern dazu genommen wurden, verstärken den Effekt und geben Franks manische Seite wieder. Die Bilder sehen nämlich nicht nur so aus, offensichtlich sind viele von ihnen auch wirklich aus der Angst entstanden, jeden Moment dokumentieren zu müssen.

So gesehen ist die Ausstellung über sein Lebenswerk gelungen. Alles ist da, alles ist echt, alles wirkt auf einen ein. Aber man sollte sich darauf vorbereiten. Sonst ist Franks Masse an Realität schnell zu viel.

Robert Frank: Books and Films ist noch bis 26.3. im Rupertinum in Salzburg zu sehen.

 

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