BILDENDE KÜNSTE

Die Kunstschätze einer Milliardenerbin

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Mit dem Tod ihres Ehemannes Helmut Horten, dem "Kaufhaus-König", erbte Heidi Horten eine Milliarde US-Dollar. Beraten von ihrer Freundin Agnes Husslein, der ehemaligen Chefin von Sotheby's Österreich, erweiterte Horten die Kunstsammlung ihres Ehemannes und machte sie zu einer der imposantesten Privatsammlungen Europas. Horten lebt zurückgezogen in einer Schlossvilla am Wörthersee und meidet die mediale Öffentlichkeit, aber ihre Kunstwerke macht sie nun erstmals in der Schau "WOW! The Heidi Horten Collection" im Leopold Museum zugänglich. Jeden Donnerstag von 18 bis 21 Uhr ist der Eintritt frei. Hier sind unsere persönlichen fünf Highlights der Ausstellung:


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KEES VAN DONGEN: "COMEDIA (MONTPARNASSE BLUES)", 1925

"Malerei ist die schönste Lüge."
Kees van Dongen (1877-1968), französische Maler niederländischer Herkunft, ist einer der bedeutendsten Vertreter des Fauvismus, einem Malereistil verbunden mit der französischen Avantgarde. Van Dongen wurde auch "der Maler der Bordelle" genannt, weil er in seinem unverkennbar bildhaften Stil mit leuchtenden Farben die Tänzerinnen, Sängerinnen und Prostituierten des Pariser Rotlichtviertels darstellte. Später malte er auch Damen der höheren Gesellschaft, die seine charakteristischen "gestreckten Körperformen" schätzten.

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RENÉ MAGRITTE: "L’APPEL DES CIMES", 1943

"Alles was wir sehen, versteckt etwas anderes, wir wollen stets sehen, was hinter dem,
was wir sehen, versteckt ist."

Das Ziel des belgischen Surrealisten René Magritte (1898-1967), bekannt für sein Werk ("Ceci n’est pas une pipe"), war es, die herkömmlichen Sinnes- und Wahrnehmungsgewohnheiten des Publikums aufzurütteln. Er abstrahierte seine eigentlich naturalistischen Abbildungen von alltäglichen Objekten durch traumhafte Elemente oder ungewöhnliche Kontexte.

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ANDY WARHOL & JEAN-MICHEL BASQUIAT: "COLLABORATION (PARAMOUNT)", 1984/85

"Glaub es oder nicht, ich kann wirklich zeichnen." (Basquiat)
Durch ihren gemeinsamen Galeristen angeregt schufen Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat dieses Werk, gekennzeichnet durch Warhols direkten, unaufgeregten Pop-Art-Stil und Basquiats intensive und ausdrucksstarke Kombination aus Piktogrammen und Symbolen. Basquiat (1960-1988), US-amerikanischer Graffitikünstler, Maler und Zeichner, war mit seiner Mixtur an Materialien und Techniken ein ausschlaggebender Vertreter des Neoexpressionismus. Der überraschende Tod Warhols (1928-1987), des Pioniers der amerikanischen Pop-Art-Szene, stürzte Basquiat in eine tiefe Krise.

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YVES KLEIN: "R-1 (PORTRAIT-RELIEF D’ARMAN)", 1962-1965

"Die Welt ist blau."
Der französische Maler, Bildhauer und Performancekünstler Yves Klein (1928-1962) etablierte die Monochromien – einfärbige Bilder, stets in dem bald als sein Markenzeichen bekannten Ultramarienblau. (Den Farbton ließ er sich schlussendlich auch unter dem Namen "International Klein Blue (I.K.B)" patentieren.) Tragischerweise starb der Mitbegründer des Nouveau Réalisme mit nur 34 Jahren an einem Herzinfarkt.

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ROY LICHTENSTEIN: "REVERIE" (FROM THE PORTFOLIO 'ELEVEN POP ARTISTS, VOL. II'), 1965

"Ich tue gerne so, als hätte meine Kunst nichts mit mir zu tun."
Der industrielle, von Comics inspirierte Stil, geprägt durch dicke, schwarze Linien und punktierte Flächen, wurde zum Erkennungsmerkmal des US-amerikanischen Pop-Art Künstlers Roy Lichtenstein (1923-1997). In Hortens Besitz befindet sich eine Skizze seines weltbekannten Werks "Reverie".

 

"WOW! The Heidi Horten Collection", Leopold Museum.
Bis 29. Juli 2018. Gratiseintritt am Donnerstag 18-21h.  

 

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