FILM

Batman V Superman – Quo vadis DC?

batmanvssupermanZu aller erst möchte ich feststellen, dass ich nicht der Meinung bin, dass „Batman V Superman“ die Katastrophe ist, die andere in dem Film sehen. Hat der Film Probleme? Ja, eindeutig. Hätte man einige Dinge anders oder besser darstellen können? Ja. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Film es verdient hat mit „Daredevil“ verglichen zu werden, wie es im Moment passiert.

Es gibt eindeutig Probleme, die vom Zack Snyders Regiestuhl ausgehen, aber der Film beinhaltet dennoch ein paar sehr gute Performances, die deshalb nicht übersehen werden sollten.

Das wäre zum einen Ben Afflecks Batman, der durchaus überzeugend wirkt, wenn auch leicht missverstanden werden kann. Denn während Superman erst seit relativer kurzer Zeit als Solcher agiert, bekämpft Batman bereits seit 20 Jahren in der geplagten Stadt Gotham. Eine lange Zeit, die ihre Spuren in Form von Verlusten und auch einer gewissen Desillusionierung hinterlässt. Dieser Umstand kann jedoch leicht übersehen werden, denn es wird ihm nur eine einzige Dialogzeile im Film gewidmet, was wieder einer chaotischen Regieführung zuzuschreiben ist. Die Regel „Batman doesn't kill“ wird hier allerdings nicht wie in Nolans „Batman Beginns“ geschickt umgangen, sondern eher völlig ignoriert.

Sehr zu loben ist Jesse Eisenbergs Interpretation von Filmbösewicht Lex Luthor, wenn auch hier zu kritisieren ist, dass seine Rolle sehr an Heath Ledgers Ausführung des Jokers in „The Dark Knight“ erinnert, wobei dies für Lex Luthor eher out-of-character ist. Dennoch ist sie spannend zu beobachten und bringt ein wenig Auflockerung in die eher düstere Grundstimmung des Films. Leider sind durch schwer nachvollziehbare Entscheidungen, welche beim Schnitt in der Postproduktion gefallen sind, wichtige Details über seine Beweggründe verloren gegangen, sodass diese ein wenig unerklärt wirken.

Henry Cavill bleibt als Superman jedoch weiterhin relativ konturlos, glatt und manchmal unsympathisch. Manche Dialoge mit ihm schlagen einfach zu schnell in einen Ton um, die ihn arrogant und distanziert wirken lassen, was Superman wirklich nicht sein sollte. Seine Performance wird von jeder im Film mitwirkenden Person an die Wand gespielt, obwohl er der Hauptcharakter ist, da einfach keine Chemie zwischen ihm und anderen Charakteren entstehen will.

Der Film leidet vor allem darunter, oft ein chaotisches Mischmasch aus Origin-Stories und Konsolidierungsphasen anderer Charaktere (Batmans Geschichte wird knapp im Vorspann erzählt). Fans der Comicserien werden hier und da einige Hinweise auf die Zukunft des DC-Filmuniversums erhaschen können. Er kommt einem so vor, als ob DC-Comics mit dem Film zeigen möchte, das sie mit nur zwei Filmen schaffen können, wozu Marvel knapp ein Dutzend brauchte. Dass so ein Unterfangen von Erfolg gekrönt wird, ist von vornherein unwahrscheinlich und wurde hier auch wenig überraschend nicht erreicht.

Die ewig aufs Neue diskutierte Frage, wer über wieviel Macht verfügen sollte und wer wiederum die Mächtigen kontrollieren soll, also in einem Satz: „Who watches the Watchmen?“, wurde hier weitaus weniger gelungen diskutiert als in vorangegangenen Filmen wie zum Beispiel eben „Watchmen“ selbst.

Alles in Allem ist zu sagen, das der Film nicht nur unter dem Druck der hohen Erwartungen scheiterte, sondern auch an der eigenen Orientierungslosigkeit. Wohin die Reise dieses Universums geht, muss noch abgewartet werden.

Nächstes Monat wird Marvels „The First Avenger: Civil War“ genauer unter die Lupe genommen und es wird sich zeigen, ob dort ein besseres Endprodukt hervorgebracht wurde.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

Back to Top