FILM

Fist of the North Star

animeAlles begann mit einer Mangaserie, die in den Achtzigerjahren von 1983 bis 1988 wöchentlich herausgebracht wurde und bis heute zu den bestverkauften Serien aller Zeiten zählt. Bis heute gibt es nicht nur eine Anime-Adapation mit 157 Episoden, welche (aufgeteilt in zwei Staffeln) bereits in den achtziger Jahren umgesetzt wurde, sondern zusätzlich zwei Animefilme, einen Live-Action Film (Verfilmung mit echten Schauspielern), eine neue Serie, die in Japan von 2003 bis 2004 veröffentlicht wurde, und eine ganze Reihe an Videospieladaptionen.

Jetzt könnte man natürlich einwerfen, dass viele Mangas eine ähnliche Bandbreite an Adaptionen aufweisen könnten. Was Hokuto No Ken allerdings von beinahe allen anderen unterscheidet ist sein Alter und damit der Einfluss, den die Serie auf andere bis heute hat. Um die Faszination der treuen Fanbase zu verstehen, muss man allerdings tiefer in die Materie eintauchen und die Ästhetik der Animes der Achtzigerjahre, welche alle noch komplett von Hand gezeichnet wurden, zu schätzen wissen.

Einer der Zentralen Punkte der Erzählung der Serie ist der Kampfstil Hokuto Shinken, was in etwa mit „Göttliche Faust des großen Wagens“ übersetzt werden kann, und in seiner jahrtausendealten Tradition immer nur einen Nachfolger in jeder Generation ausbildet, der alle Geheimnisse des Kampfstils erlernen darf. Ist dieser aus den Anwärtern erst einmal erwählt, so müssen die anderen schwören den Kampfstil aufzugeben oder werden getötet – eine sehr martialische Kampfkunst wird hier dargestellt. Das Versprechen des Erbens der Kampfkunst auf Einsamkeit ist besonders beim Protagonisten der Serie, Kenshiro, welcher der 64. Erbe der Kampfkunst ist, deutlich. Seine Brust weist Narben auf, welche ebenfalls die Sternenkonstellation des großen Wagen widergeben (welcher in der japanischen Mythologie einen hohen Stellenwert besitzt) und ihn zusätzlich zu seiner Position als Erben der Kampfkunst weiter mit ihr verbinden. Sein Aussehen wurde an niemand geringeren angelehnt, als an Bruce Lee persönlich, was dem Charakter noch zusätzlich grimmiger erscheinen lässt.

Das Allgemeine Setting der Serie ist allerdings auch kein fröhliches, denn nach dem Ausbruch des Atomkriegs im Jahre 199X ist die Erde beinahe unbewohnbar, Großstädte sind bloße Ansammlungen von versandeten Ruinen und die Gesellschaft befindet sich wieder im Mittelalter – mit größenwahnsinnigen Warlords, gewalttätigen Plünderern und einfachen Menschen die täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Mad Max Setting total, inklusive der zusammengeflickten Biker/Punk Optik der Bösen, als auch des Hauptcharakters – wieder eine Erinnerung daran, das die Serie ihren Beginn in den Achtzigerjahren hatte.

Was die Serie aber ausmacht ist nicht die brutale Handlung, die gnadenlosen Martial-Arts Kämpfe und die leicht errungenen Siege des oft übermächtigen Protagonisten, der lange Zeit in der Serie keinen echten Gegner findet, sondern die Entwicklung der Charaktere um ihn herum. Kenshiro ist von Anfang an Meister der Kampfkunst und hat  wenig Charakterentwicklung, erst in den späten Folgen lernt auch er mehr über seine Vergangenheit und über seine mögliche Zukunft. Die anderen Charaktere der Serie jedoch entwickeln sich von der ersten Folge an und wachsen, inspiriert von Kenshiro, ständig über sich hinaus.

An dieser Stelle gäbe es noch so viele Dinge über die Serie zu sagen, aber kein Artikel kann wirklich wiedergeben, was Bilder und Ton hier darstellen, weshalb ich bei Interesse jedem nur empfehlen kann, sich die Serie selbst anzusehen.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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