FILM

Do's und Don'ts beim Midnight Movie

dosdontsWer an einem Freitag einmal Lust hat, spät Abends ins Kino zu gehen, den die Blockbuster allerdings anöden, was 2016 leider allzu oft der Fall war, der sollte sich einmal eine Vorstellung der Reihe „Midnight Movies“ ansehen. Freunde des Trash Horrors, und solche die es werden können, kommen hier ganz auf ihre Kosten!

Für den Preis von 6 Euro, für den man allerdings auch einen gleichwertigen Essensgutschein für die Kinobuffets bekommt, betritt man eine völlig neue Welt, in deren sehr familiäres Umfeld sich allzu oft auch nicht Initiierte verirren, die durchaus von den Bräuchen einer solchen Vorstellung verwirrt werden könnten. Und damit gleich zum ersten Punkt:

In „Midnight Movies“ wird laut geredet, denn der Plot der meisten Filme ist zum Einen sowieso so flach, dass jeder mitkommen sollte und zum Anderen sind entweder geistreiche oder auch einfach nur kritische Kommentare eine überaus willkommene Addition zu so manchem an sich faden Filmerlebnis. Der Höhepunkt dieser Praxis wurde erreicht, als in einer Vorstellung der Ton fast zur Gänze ausfiel und die Zuschauer die Synchronisation der einzelnen Charaktere im Film übernahmen. Ein komödiantisches Meisterwerk, das in seiner Natur an die Bud Spencer (R.I.P.) und Terrence Hill Filme erinnert, da auch hier die Originalstory komplett im Wirrwarr der Neuvertonung komplett verschwunden ist und dies nicht unbedingt zum Schaden des Publikums oder Films.

Es kann allerdings auch in seltenen Fällen zu einer stillschweigenden Übereinkunft des Publikums kommen, dass ein Film keiner Kommentare bedarf, dies ist allerdings nur höchst selten der Fall. Hier gilt, wenn man sich nicht sicher ist, am besten die Lage zu sondieren: Reden andere laut, ist im Film durch Störgeräusche zu hören, wenn die Synchronisation einsetzt oder sieht er aus wie im Garten der Nachbarn gedreht? Auf jeden Fall sollte man sich genau überlegen, ob man jemanden „Schhhhh'ten“ sollte, denn allzu oft können die Kommentatoren dann auch hierzu gewiefte Seitenhiebe verteilen.

Ein weiterer Punkt: Es ist egal, welcher Film gezeigt wird, es ist ein „Midnight Movie“, und das ist schon alles was man wissen muss. Denn das wahre Erlebnis, weshalb viele Besucher zu Stammgästen der Veranstaltung in Brigittenau wurden, ist das Flair, das Publikum, der Trash- und der Mitmach-Faktor bei den Vorstellungen. Ich kann nur jedem herzlich empfehlen diese komplett andere Welt des Kinos einmal aufzusuchen und auch die familiäre Atmosphäre der „Midnight Movies“ zu genießen.

Und so kommen wir zur einzigen wirklichen Regel der „Midnight Movies“: „Du sollst Spaß haben“, denn nichts ist wichtiger als den Abend zu genießen und vor allem die Nachbesprechungen mit anderen Kinobesuchern sind immer genial. Egal wie schlecht der Film auch sein möge, eine „Midngiht Movie“-Session ist nie langweilig!

 

Wien. Mehr Kultur.
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