FILM

Sean Connery's Weirdest

zardozOktober ist normalerweise eher die Zeit der Horrorfilme und weniger der Sciencefiction-Filme mit philosophischen Unterton. "Zardoz" gehört nicht zur ersten Kategorie, aber dafür umso mehr zur zweiten. Aber ich habe mir gedacht ich mache einmal eine Ausnahme was das Genre der Filme angeht, welche ich reviewen will, da im Moment ohnehin genug Horrorfilmreviews und -marathons zu sehen sind (von mir wird es im übrigen dieses Monat wieder vermehrt Einträge der Reihe "Inside Midnight Movie" geben, wo ICH Filmen das Fürchten lehre und nicht umgekehrt).

"Zardoz" ist ein komplizierter Film, wobei er nicht schwer zu verstehen ist, sondern schwer zu beschreiben wie ich finde. Während die meisten ihn als Totalausfall bei Regisseur John Boorman (bekannt für "Point Blank" [1967] und "Deliverance" [1972]) betrachten, sehen andere darin wahlweise ein Juwel des Untergrunds oder einen Vertreter des "So bad it's good"-Films. Meine persönliche Meinung liegt hier in der Mitte. Der Film hat zwar seine Momente, zum Beispiel wird der Fliegende Schädel und Zeds (Sean Connery) roter Lendenschurz mit gleichfarbigen Patronengurten auf ewig ein ikonisches Stück Filmgeschichte bleiben, aber manche Szenen scheinen dann doch etwas gar bizarr und bringen den Film ein wenig aus dem Takt. Mir bleibt vor allem die Einstellung im Gedächtnis, als jemand seine Hand auf Zeds Schulter legt und der nach einigen Sekunden der Betrachtung beschließt diese abzulecken. Es ist zwar klar, dass damit seine animalische Natur hervorgekehrt werden soll, aber dennoch wirkt die Handlung etwas deplatziert.

Die Handlung des Films beginnt mit dem rituellen Anrufen des Gottes Zardoz, ein fliegender Steinkopf, der seine wenigen auserwählten Krieger in einer Steinzeitähnlichen Zukunft mit Waffen versorgt, auf dass diese in seinem Namen die anderen Menschen unterdrücken und dominieren. Doch als sich Zed, einer der sogennanten Exterminatoren, in das innere des Kopfes einschmuggelt, erkennt er, dass Zardoz kein Gott ist, sondern ein Mensch wie er, der im Inneren des Kopfes zu leben scheint, und erschießt ihn scheinbar aus reinem Reflex heraus. Der Kopf fliegt weiter und steuert im Autopiloten-Modus eine hochentwickelte Siedlung an. Während er von den telepathisch veranlagten, unsterblichen Menschen vorerst zu Studienzwecken am Leben gelassen wird, erfährt Zed, dass er und seine Mitmenschen Teil eines Experiments eines gelangweilten Unsterblichen waren. Entgegen aller Erwartungen, passt sich Zed jedoch nicht der hochmodernen Gesellschaft an, sondern diese droht durch das energetische Potenzial seiner rohen und urgewaltigen Natur zu zerbrechen. Viele der gelangweilten Unsterblichen sehnen sich nach dem Tod und Zed scheint für sie eine Inkarnation dessen zu sein.

Im "Endgame" des Films finden sich einige Twists, das Spiel "Wer manipuliert den Manipulator?" wird groß und breit aufgeführt.

Für einen Film aus dem Jahre 1974 sehen einige der Effekte nicht schlecht aus und die eher psychedelische Natur der Darstellung von Sciencefiction-Elementen ist sehr gelungen.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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