FILM

Das Fazit zum Erbe eines amerikanischen Problems

cageSeine Origin-Story ist typisch für Comichelden aus den 70er Jahren, eine fehlgeschlagene, experimentelle Medizintechnik, die seine tödliche Wunden lediglich heilen lassen sollte, macht ihn zum beinahe unverwundbaren Superhelden. Sein Bürgerlicher Name „Georg Lucas“ stirbt mit seinem alten Leben, der Held „Luce Cage“ wird geboren. Anfangs noch mit Reminiszenzen an die originalen Comics, legt er sehr bald den eine eine Tiara erinnernden Kopfschmuck und das gelbe, zerrissene Hemd ab und kleidet sich unauffällig und dennoch ist auch sein bewusst „normal“ gehaltenes Gewand nicht zufällig gewählt, doch später mehr dazu.

Auf der Flucht vor dem Gesetz verschlägt es Luke Cage in den Stadtteil Harlem in New York, wo er auf Freunde und auch Feinde trifft, wobei viele ihre wahres Gesicht nicht gleich zu Anfangs zeigen und der Schein nur allzu oft trügt.

Auch Harlem ist nicht zufällig der zentrale Schauplatz der Serie, denn abseits von Klischees zeigt sich hier wohl am deutlichsten die Problematik die zwischen der schwarzen Bevölkerung, Armut und Bandenkriminalität besteht. Auch die aufgeladene Geschichte zwischen Minderheiten und der Polizei wird hier gekonnt beleuchtet. Vor allem die schwierige(n) Position(en), die Angehörige von Minderheiten, welche gleichzeitig im Dienst der Polizei stehen, inne haben, werden bedacht und diskutiert. Korrupte Politiker auf allen Seiten des Spektrums werden ebenso gezeigt, wie Menschen die täglich um ihrer Überleben kämpfen müssen mal aus Umständen, die selbstverschuldet sind, mal auf Grund von Ereignissen, die niemand kontrollieren kann. In diesem rein fiktivem Szenario wird eine von Einschusslöchern zerfetzter Hoodie zum Erinnerungssymbol für den allzu echten Fall Zimmerman/Martin, in dessen Folge junge Schwarze generell als Kriminelle gebrandmarkt wurden. Die Serie bietet hierbei zwar keine Lösungsvorschläge an, zeigt aber gekonnt auf, wie kompliziert der Sachverhalt hier ist. Zu kompliziert jedenfalls um mit dem Finger auf einen schuldigen zu zeigen oder ganze Gruppen von Menschen von vornherein in einen Topf zu werfen.

„Luce Cage“ fügt sich, hervorstechend mit einem Genialen Soundtrack aus Rap, Soul, Jazz und Funk, sehr gut in die Reihe der preisgekrönten Serien des M.C.U. (Marvel Cinematic Universe) ein und bringt die Handlung wieder einen schritt näher zur 2017 anlaufenden Serie „The Defenders“, die eine Teamup von Daredevil, Jessica Jones, Luce Cage und den ebenfalls 2017 mit eigener Serie ausgestatteten Helden Iron fist, darstellt. Ich bin für meinen Teil bereits auf Iron fists Seriendebüt nächstes Jahr gespannt und will an dieser Stelle das Marvel Jahr damit schließen, indem ich „Dr. Strange“ ebenfalls meinen geschätzten Lesern ans Herz lege.

Nach einem Ausflug in etablierte Actions-Gefilde in meinem nächsten Artikel naht auch schon wieder die Weihnachtszeit und meine thematisch dazu passenden Beiträge. „Alle Jahre wieder“ wird hier großgeschrieben, man kann sich also auf eine Wiedersehen mit einem Format von letztem Jahr freuen!

 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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