FILM

Weihnachtsfilme, die keine sind

Die-Hard-Christmas-Now-I-Have-a-Machine-Gun-Ho-Ho-Ho

Es gibt eine Vielzahl an Filme, deren Handlung zwar zur Weihnachtszeit stattfindet, aber sonst, abgesehen von einem Weihnachtsbaum hier und einem Mistelzweig da, nicht wirklich etwas mit der Thematik zu tun haben. Hier fällt mir spontan "The Neighbour" (Marcus Dunstan, 2016) ein, eines der letzten "Midnight Movies", das ich gesehen habe.

Manche Filme, oder besser gesagt "Filmreihen", werden auch nur mit Weihnachten in Verbindung gebracht, weil sie über einen langen Zeitraum hinweg zu dieser Zeit in die Kinos kamen. Hier fallen einem natürlich sofort die "Harry Potter" und "Herr der Ringe" Filme ein, in denen zwar recht viel Schnee vorkommt, aber sonst nicht wirklich viel Bezug zur Adventszeit besteht. (Natürlich wird in ein paar Teilen der "Potter"-Serie Weihnachten gefeiert, aber auch nur aufgrund der Tatsache, dass eben ein ganzes Semester auf der Zauberschule in den meisten Filmen als Handlungszeitraum dient.)

Und dann wäre noch ein Film, der für mich ganz persönlich ein Weihnachtsfilm geworden ist, obwohl er rein gar nichts damit zu tun hat. Es könnte daran liegen, dass wir ihn uns damals in der Schule vor Weihnachten angesehen haben, in einer dieser netten Freistunden, in denen die Lehrer selber keine Lust mehr hatten etwas zu tun und uns stattdessen einen Film sehen ließen. "Der Herr Karl" war einer dieser Filme. Helmut Qualtingers schmerzlich realistisches Porträt eines Gelegenheits-Österreichers in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert steckt voller Zynismus und "Herrn Karl" "moralisch flexibel" zu nennen wäre das Understatement des Jahres. Aber dennoch muss ich bei diesem Film unweigerlich an den Winter, das Jahresende und Weihnachten denken. Es liegt wahrscheinlich an der Assoziation von Winter und der Machtergreifung der Nazis, oder weitaus früher schon, der Ausschaltung der Demokratie durch Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß im Jahre 1933. Es ist eine Ein-Mann-Show wie sie nur Österreich hervorbringen kann, der Dialog nur Illusion, ein Schelm wer dabei Böses denkt (?). Woran es auch liegen mag, für ich ist er einer der Film, der in die Reihe "Weihnachtsfilme, die keine sind" garantiert hineinpasst.

Und zu guter Letzt wollte ich noch passend zu meinem Bericht zur Comic-Con zwei Weihnachts-Comic-Meisterwerke empfehlen, die auch eine sehr spezielle Art haben mit den Feiertagen umzugehen. Zum einen wäre hier Lee Bermejos "Batman: Noel", eine moderne Adaption von Charles Dickens "A Christmas Carol", in der sich der dunkle Ritter in der Rolle des Ebenezer Scrouge wiederfindet. Nicht nur eine tolle Neuinterpretation des Weihnachtsklassikers sondern auch eine tolle Aufarbeitung von Batmans Geschichte. Der zweite Comic, den ich persönlich jedes Jahr aufs neue gerne lese ist „Lobos Paramilitärische Weihnachten“ von Keith Giffen, Simona Bisely un Alan Grant. In dem der Osterhase dem schlimmsten Kopfgeldjäger des DC Universums den Auftrag erteilt, den Weihnachtsmann um die Ecke zu bringen. Hier bleibt kein Auge trocken und keiner verschont, denn ja, die Story ist exakt so gestört wie die Prämisse es verspricht.

Freut euch auf nächstes Mal, wenn wieder die schrecklichsten aller Weihnachtsfilme rezensiert werden, denn meine Liste der Horror-Weihnachtsfilme feiert dieses Jahr mit frischen Einträgen ein grandioses Comeback!

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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