FILM

Untote im Höhenrausch

lederhosenzombiesUnter der Regie von Dominik Hartl („Beautiful Girl“) entstand ein recht interessantes Gore- und Cringe-Spektakel inmitten der schönen Alpen (gedreht wurde allerdings in Südtirol), wie es eigentlich nur in Österreich passieren kann.

Die zwei Profi-Snowboardfahrer Steve (Laurie Calvert) und Dan (Oscar Dyekjær Giese) verlieren durch eine wenig intelligente Aktion Steves ihr Sponsoring und stecken dann auch noch mit ihrer Managerin Branka (Gabriela Marcinková) auf dem Berg fest, da der Skilift außerhalb der Saison den Betrieb bereits sehr früh einstellt. Zu allem Übel ist auch noch das Hotel geschlossen und ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Nacht in Ritas Skihütte zu verbringen, wo eine open-end Après-Ski-Party im Gange ist (erwähnenswert ist hier, dass Rita von Margarete Tiesel gespielt wird, bekannt aus Ulrich Siedls „Paradies: Liebe“. Sie bringt auch diesmal eine gehörige Portion Unwohlsein ins Spiel ein, wenn auch anderer Natur als bei Seidls Film).

Um der mehr als bescheidenen Situation dann noch die Krone aufzusetzen, kommt es zum Ausbruch einer Zombie-Epidemie. Das Ganze wird ausgelöst, als der Skipistenbetreiber Franz (Karl Fischer, bekannt aus „In 3 Tagen bist du tot“, ebenfalls ein Highlight im Film) eine ungetestete Chemikalie benutzen will, um mehr Schnee für seine Piste zu erzeugen und den russischen Investor Chekov (Kari Rakkola) von seiner tourismusfördernden Erfindung zu überzeugen. Der Investor bekommt natürlich prompt eine Ladung des neongrün leuchtenden Mittels ins Gesicht und wird der erste Zombie des Films, den Rest kann sich jeder selbst denken, der schon einmal einen Zombiefilm gesehen hat. Wobei die Szenen, in denen Snowboarding mit dem Niedermetzeln von Zombies kombiniert werden, es durchaus verstehen ein wenig frischen Wind in das Genre zu bringen.

Wirklich seltsam und ein großer Kritikpunkt in filmtechnischer Hinsicht, ist die Synchronisation des Films. Diese scheint den ganzen Film über etwas asynchron und auch deutschsprachige Schauspieler hören sich seltsam an, der österreichische Akzent wirkt oft gestelzt und forciert, als müsste man das Publikum andauernd dran erinnern, wo der Film spielt. Allerdings hat dieses Detail auch den Effekt, dass der Trashfaktor um einiges steigt, was ganz gut ins Gesamtkonzept des Films passt. Mein Fazit: Eigenwillig, hat aber durchaus seine Momente.

 

 

Ein Winter-Horrorfilm ohne Weihnachtsthema war für mich wahrlich einmal eine Abwechslung. Da davon doch einige existieren, könnte es dazu kommen, dass in Zukunft eine entsprechende Liste für Genrefans (oder auch einfach nur Interessierte) auf unserer Seite auftauchen könnte.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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