FILM

La La Land suchen wir doch alle ein bisschen

lalaland001Der Film mit Emma Stone und Ryan Gosling sorgte vorab ja bereits für allerhand Aufregung und wohl auch die beeindruckende Anzahl von 14 Oscar-Nominierungen lockte wohl den ein oder anderen ansonsten eher Kinomüden vor die Leinwand. Zudem kommt dem Streifen zu Gute, dass er einmal wieder frischen Wind in die Säle bringt und die an Action-Streifen gewöhnten und müden Augen mit einem Fest an Entschleunigung und auch Farbfiltern erfreut, welche Instagram selbst nicht schöner hervorzaubern könnte.

Die Geschichte hinter dem Film ist flott erzählt: Wir werden in die Leben von Mia und Sebastian geworfen. Beide sind das, was man umgangssprachlich als "Träumer" bezeichnet. Zarte Seelen mit allerlei Wünschen im Geist und Hoffnung in der Brust. Mia wohnt in einer trällernden Mädels-WG und möchte einmal eine bekannte Schauspielerin sein, welche den Kaffee für umsonst angeboten bekommt. Iin dem Coffeeshop, in dem sie arbeitet. Dieser befindet sich praktischerweise direkt auf dem Gelände der Filmschmiede und so kann Mia sich tagtäglich in ihre Traumwelt flüchten und zumindest schon einmal die Luft schnuppern. Nebenbei rennt sie erschöpft von einem Casting- und Vorstellungstermin zum nächsten und wird doch immer abgelehnt.

Sebastian plagen ganz andere Sorgen. Er ist Jazzpianist mit Leidenschaft und sein Wunsch besteht darin, eine Bar wieder zu seinem Eigen zu machen, bei welcher er, durch schief gelaufenen Geschäfte, kein Anteilseigner mehr ist.

lalaland002Das Kennenlernen gestaltet sich etwas struppig bei den beiden, doch sind gerade die ersten Szenen mit diesem Bezug die Einprägsamsten. Streckenweise vergisst man komplett, dass der Film ein Musicaldrama ist und wird überrascht, dass plötzlich ein munteres Lied angestimmt wird. Herrlich auch die Einstellungen zum Klavierspiel von Martin (Ryan Gosling), welcher extra für den Film das Spielen in viermonatiger Arbeit erlernte.

Die Schauspieler agieren auf kokett-süße Art miteinander, wodurch der Film eine sehr liebevolle Note bekommt. Doch auch in La La Land lauern natürlich Wolken am Himmel. Es wäre kein Musicaldrama, wenn die Wünsche der beiden, welche sie anfangs zusammenbrachten, sie nicht auch im Verlauf der Jahreszeiten auf gewisse Art entzweien würden. Martin schließt sich einer erfolgreichen Band an und tourt umher, Mia fühlt sich alleine gelassen und nach einem herben Misserfolg möchte sie einen Schlussstrich ziehen. Doch wie es Hollywood so möchte bekommt jeder der beiden eine weitere Chance und jeder nutzt sie auf seine Weise.

Wahre Liebe hin oder her, erst Jahre später begegnen sich beide schicksalhaft wieder und ab diesem Moment wird man zum ersten Mal vom Film wirklich überrascht. Ein Ende, welches auch unseren Nachhauseweg beeinflusst, denn viele Wege führen uns ans Ziel.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Film mit seiner zarten Melancholie, seinem tollen Soundtrack und der Farbintensität definitiv aus der Masse sticht. Ob man diesen Film suchtet oder ihn sich nur ein zweites Mal ansieht, um darin noch nach etwas Bestimmten zu suchen, soll jede/r für sich entscheiden. Ein Kinobesuch lohnt sich aber allemal.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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