FILM

Dia de los Muertos – Das Farbenfeuerwerk in Bild und Ton

Halloween und Allerheiligen sind vorbei, die Lichter in den Kürbissen erloschen und es stellt sich Katerstimmung ein, wie nach dem Erwachen aus einem wunderschönen Traum. Doch nach Halloween ist nicht nur vor Halloween, sondern auch der "Dia de los Muertos", der am letzten Freitag stattfand!

totentag

Jedes Jahr am 2. November werden die Friedhöfe Mexikos am "Tag der Toten" ("Allerseelen") zu Treffpunkten von Verstorbenen und Lebenden, ein Schauplatz lebendiger Festlichkeit. Die einzigartige Kunstfertigkeit Mexikos entfaltet sich hier in all ihrer Pracht. Es ist also kein Wunder, dass diese Verschmelzung von Gedenken an die Verstorbenen und ausgelassener Freude mit ihrem mystischen Kunststil und unverwechselbarer Ikonographie unzählige Filmschaffende beeinflusst und inspiriert hat. Die Bilder des "Dia de los Muertos“ sind einfach magisch und ganz klar wie gemacht für das visuelle Medium des Films. Hier möchte ich einige von ihnen Vorstellen, unabhängig von ihrem Zielpublikum oder Genre.

THE BOOK OF LIFE (2014)
 EIN GELUNGENER ANIMATIONSFILM, der ausnahmsweise nicht aus dem Hause Disney/Pixar stammt. Er überzeugt sowohl durch seine Bildästhetik als auch durch seine originelle Story, die wunderbar die Verschmelzung von christlichen Bräuchen mit den Überresten der mixtekischen Kultur und Religion. Die Unterwelt der Azteken, "Xibalba" (gesprochen vom genialen Ron Perlman), findet in der Geschichte ebenso Platz wie die in Mexiko allgegenwärtige Figur der "Santa Muerte", welche eines es der besten Beispiele für diese religiöse Union darstellt.

COCO (2017)
Diesmal wirklich von Disney/Pixar, ist dieser Film wohl  DIE KRÖNUNG DER "DIA DE LOS MUERTOS"-FILME. Kaum ein anderer Film fängt so umfangreich die essentziellen Elemente des Feiertags und seiner Bräuche ein wie "Coco". Familiäre Bindungen, die eigene Identitätsfindung und eine packende Coming-of-Age-Story lassen hier einfach niemanden kalt. Noch dazu hat der Film eine geniale und unerwartete Wendung, die ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten möchte.

ALL SOULS DAY: DIA DE LOS MUERTOS (2005)
Ein Brauch, der richtig gute Filme hervorbringt, bringt zwangsläufig auch richtig schlechte Machtwerke hervor. "All Souls Day: Dia de los Muertos" ist hierbei das beste Beispiel für dieses Phänomen bei Filmen über den Tag der tanzenden Knochen. Seine Wertung von 3,8 auf Imdb ist spätestens  NACH DEM KONSUM DES TRAILERS verständlich, was nicht heißt, dass der Schlockbeladene Karren komplett in den kinematographischen Dreck gefahren ist. Der Film taugt sicherlich für ein ironisches so-bad-it's-good-Screening an einem lauen Sommersonntag im Mai. Warum Mai? Weil es dann wahrscheinlich schon keinen Schnee mehr gibt und wenn man den Film dann hochkant beim Fenster hinausbefördert, kein armer und ahnungsloser Passant auf der DVD, die bei Schneelage ja verdreckt wäre, ausrutscht.

Wer sich vom letzte Eintrag bereits an meine alljährlichen Weihnachtshorrorlisten erinnert fühlt, dem sei gesagt: Weihnachtshorror 2018 kommt bestimmt, schon sehr bald sogar! Ich weiß ja nicht, was ihr so macht, aber ich persönlich trage meine Halloweenhemden noch bis Mitte November, bis sie durch kratzigen Weihnachtspullis ausgetauscht werden.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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