FILM

B-Movies: Die zweite Reihe des Films

B-Movies, die talentierten, aber leider auch großteils ignorierten und verkannten Cousins der Blockbuster und A-Liga fristen oftmals ein undankbares Erinnerungsdasein im kollektiv-kulturellen Gedächtnis als Trash oder Mangelware, sind jedoch weit mehr als nur die "matschigen Birnen", die "Melonen mit dem Depscher" der Traumfabriken.

Wer meine Artikel aufmerksam verfolgt, weiß, dass ich eine Schwäche für verrückte Wissenschaftler, Monster, Serienmörder oder auch aberwitzige Detektive habe und Filme, die diesen als Zuflucht dienen, sehr schätze. All diese Charaktere sind heutzutage ein fixer Bestandteil der Filmlandschaft und Produktionen aller Preisklassen, darunter selbstverständlich auch Großproduktionen a la "Halloween" (2018).

donovansbrain

ANFÄNGE IM UNTERGRUND
Doch dies war nicht immer so, denn einst waren diese Charaktere und die dazugehörigen Thematiken verbannt dazu, mit dem Terminus "B-Movie" gebrandmarkt zu werden. Produktionen mit diesen Themen jenseits der Schatten der großen Hits waren schlicht undenkbar, ja, es war geradezu geplant, dass diese Filme als Gegensatz zu diesen produziert wurden, als Anheizer in Double-Features, die Lust für "the real thing" machen sollten. Doch im Endeffekt entstand dabei weitaus mehr als ein Abklatsch des Mainstreams, der wollte, aber nicht konnte. Es entstand eine eigene Kunstform, die es zwar budgetär nicht mit Millionenfilmen samt Starbesetzung aufnehmen konnten, aber künstlerisch diese hie und da sogar überflügelten und selbst als großteils amerikanisches Phänomen bis heute Filmschaffende auf der ganzen Welt inspirieren.

IST DER RUF ERST RUINIERT…
Und dies ist kein Wunder, denn Innovation und Experimentierfreudigkeit bei Genres und Handlungen waren hier an der Tagesordnung. Da bei Misserfolgen keine gar großen Summen in Gefahr waren, verlustig zu gehen, hatten die Studios weit weniger Skrupel, auch riskanteren Ideen ein grünes Licht zu geben. Ohne diesen Umstand wären Filmgattungen wie der im wahrsten Sinne verträumte "Film Noir" gar nicht denkbar gewesen, Frankenstein und Dracula hätten sich nie auf der Leinwand wiedergefunden und somit auch die bereits erwähnten Monster-, Horror- und Science-Fiction-Filme keine feste Institution werden können, wie sie es mittlerweile sind.

GEHT INS KINO!
Doch besser, als es je schriftlich übermittelt werden könnte, ist es, sich die Filme selbst anzusehen, und am besten geht das derzeit im österreichische Filmmuseum, das bis 5. Dezember, zusammen mit der Viennale 2018, das Programm " THE B-FILM. HOLLYWOODS LOW-BUDGET-KINO 1935–1959" der Blütezeit dieser Filmgattung widmet. Klassiker wie der unvergessliche "Plan 9 from Outer Space" (1959) und "Donovan's Brain" (1953) werden hier wieder auf der großen Leinwand gezeigt, wo sie ihre ganze Wirkungskraft entfalten können. Viel zu selten gibt es diese Gelegenheit, also lasst sie euch nicht entgehen! 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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