FILM

Homage an MA2412

Wer kennt sie nicht? Breitfuß, Weber, Knackal und den Weihnachtsmann. Sie waren – nein, sie sind Kult und diesem möchte ich nun huldigen.

MA2412

Die erste Folge (1998 herausgekommen) habe ich recht früh in meiner Kindheit gesehen. Verstanden habe ich wenig, doch nach und nach hat sich auch dies geändert. Das tief wienerische, die Beamtenmentalität und dann die Erkenntnis, dass die Figuren aus dem Leben gegriffen sind, gibt der Serie einen gewissen Kultstatus. 

Doch worum geht's, für all jene, die nichts mit der Serie anfangen können. Sie spielt auf einem Amt, der Magistratsabteilung 2412. Dort können Bewilligungen für das Aufhängen von Weihnachtsdekoration geholt werden – wenn man sie bekommt. Dazu muss man an den zwei Wiener Beamten Ingenieur Engelbert Breitfuß (Roland Düringer) und Michael „Mike“ Weber (Alfred Dorfer) vorbei. Unterschiedlich wie Tag und Nacht bestreiten sie den, sagen wir mal gemütlichen, Alltag im Amt.

Ing. Breitfuß (auf den Titel ist er sehr stolz) ist die Strebsau der beiden. Er hat die HTL abgeschlossen, ist verheiratet, weiß alles besser und seine großen zwei Lieben sind Dickmanns und Modelbauautos. Außerdem trägt er, auch wenn er es nicht wahrhaben will, ein Toupet. Darauf macht ihn sein Kollege, Mike Weber, oft genug aufmerksam. Er ist der klassische Weiberheld. Doch mehr als Machosprüche und die Vorliebe für "Nackate" auf Motorrädern, ist nichts in seinem Hirn zu finden. „Schön“ und Dumm könnte man meinen. Anbraten, wie er es so schön nennt, tut er am liebsten die Frau mit der hohen Stimme, Sylvia Knackal (Monica Weinzettl). Sie besetzt das Sekretariat der MA2412. Blonde Haare, großer Busen und kurze Röcke zeichnet die Figur aus. Dass sie dazu sehr dumm ist, muss ich nicht dazusagen. Mit ihren weiblichen Reizen fängt sie zuerst mit dem Senats- und dann mit dem Obersenatsrat ein Panscherl an.

Der vierte im Bunde ist der Weihnachtsmann. Er arbeitet ja nur am 24.12., das restliche Jahr ist er in der MA2412 und darf mitarbeiten. Er bringt durch seine Zauberkraft oft Turbulenzen in die Geschichten, doch hilft damit auch gerne.

„Amtshaus Hinterhofstraße MA 2412 Dekorationsreferat Knackal, Grüß Gott!
Ahahaha, nein der Herr Löwi ist noch nicht im Amt!
Ja der kommt später, genau. Wann später? Ah jo ganz später.
Bitte? Obs eine Vertretung gibt? Das weiß ich nicht, ich arbeit ja nur da, haha!
Also höchstens den Herrn Weber, jo gut ich verbind Sie, ja?
Ah blöd is nur, dass der Herr Weber auch nicht da is.
Na ich könnt nur schaun, ob da…“
Frau Knackal aus MA2412

MA2412-1

Die gesamte Serie besteht aus 34 Folgen in 4 Staffeln. Regie hat Harald Sicheritz geführt, doch die Idee kam aus der damaligen Kabarettgruppe Schlabarett. Aus einer Improvisation ist ein Stück entstanden und aus dem Stück die Serie. Die Kenner wissen auch, dass es einen Film gibt, aber den lassen wir außer Acht – er war eine große Enttäuschung.

Das Potpourri aus dem Wiener Schmäh, dem Wiedererkennungswert für alljene, die zu dieser Zeit auf ein Amt mussten und die Themen die herangenommen wurden, machen diese Serie zu etwas besonderem. Ich würde mich jetzt sogar so weit aus dem Fenster lehnen und meinen, dass sie die Wiener Kultur abbildet und sogar beeinflusst hat. MA2412 schlägt in die Kerbe Sozialporno. Ein Phänomen, dass man bei Situationen, die doch zum Schämen sind, einfach nicht wegschauen kann – man amüsiert sich stattdessen.

Die Serie ist landesbekannt, noch heute wird sie ab und zu im ORF gespielt. Die Folgen sind kurzweilig und zum bingewatchen perfekt. In den 20-25 Minuten kommt es zu einem Gagfeuerwerk, dass einem bei jedem erneuten schauen etwas Neues auffällt.

Viele bekannte Schauspieler und Kabarettisten aus Österreich hatten in der Serie eine kleine bis große Gastrolle. Diese reichen von Michael Niavarani, Andreas Vitasek, Ottfried Fischer oder Karl Markovics. Diese runden die Geschichten hervorragend ab und geben der Serie einen gewissen Glanz.

Ich muss wirklich sagen, dass jede Folge sehenswert ist. Alleine um sein Wienerisch aufzubessern oder sich einfach von seichtem Humor, der allerdings wirklich gut ist, berieseln zu lassen.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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