FILM

Memento Mori

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Gehört hatte ich bereits unzählige Male von diesem Film: "Memento". Angeblich mittlerweile ein Filmklassiker und man müsse ihn unbedingt gesehen haben. Da führe kein Weg daran vorbei. Es gehe um Leben und Tod, oder so ähnlich. Um die Leute vom Gegenteil zu überzeugen, beschloss ich ihn also im Sommer anzusehen. Und muss den anderen leider Recht geben.

Eine nicht zu viel verratende Inhaltsangabe

Wenn ich eine Inhaltsangabe über "Memento" schreiben müsste, die nichts verrät, dann würde ich sagen: Es ist ein Film über einen Mann, der die Wahrheit herausfinden will, jedoch ist die Frage: Was ist überhaupt die Wahrheit? Als Zuseher/Zuseherin bist du natürlich gewillt, dem Erzähler Leonard Shelby Glauben zu schenken. Das, was er spricht, sieht oder auch tut, muss wohl der Wahrheit entsprechen, oder? Damit sich alle ein bisschen besser auskennen, sei etwas mehr verraten: Der Erzähler hat durch einen Schlag auf dem Kopf sein Kurzgedächtnis verloren und kann sich an nichts mehr erinnern, das nach dieser Verletzung passiert ist. Darum tätöwiert er seinen gesamten Körper mit Daten/Namen/Adressen usw., um die wirklich wichtigen Dinge nicht zu vergessen, oder macht Fotos von Personen oder auch Gegenständen, und notiert sich einige Stichwörter auf den Polaroids. Da er eine persönliche Aufgabe hat.

Eine sinnschaffende Erklärung der Chronologie und der Erzählperspektive

Im Film wird die Geschichte von hinten nach vorne erzählt. Das klingt konfus, ist aber im Endeffekt so, als ob ich jemanden von meinem Tag erzählen würde, jedoch am Abend anfangen würde und nicht in der Früh. Das heißt chronologisch sind die Zuseherinnen generell bereits verwirrt, weil du klarerweise manche Zusammenhänge noch gar nicht verstehen kannst. Wer ist die Frau, mit der Leonard in diesem Lokal sitzt und ihm Informationen über irgendeine andere Person zuschanzt? Die Wahrnehmung des Erzählers ist das Ausschlaggebende an "Memento". Er weiß nicht, wer diese Frau ist, er kann es ja gar nicht wissen, deswegen weißt du es auch nicht. Leonard weiß nicht, wie er in diese Bar gelangt ist, deshalb hast du auch keine Ahnung darüber. Die Erzählperspektive gibt uns sozusagen unser Wissen in "Memento" vor. Das Glück des Publikums ist nun, dass es eben von hinten nach vorne gezeigt wird. Weil wir nur so erfahren können, um was es eigentlich geht. Der Erzähler ist gar nicht im Stande, am Ende des Tages darüber zu berichten. Leonard weiß es doch selbst nicht mehr.

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Eine verwirrende Conclusio

Eines bist du auf jeden Fall am Ende: verwirrt. Du weißt nicht mehr, wer gut ist, wer böse ist, ob diese Konzepte überhaupt so einfach voneinander zu trennen sind. Was ist denn nun die "Wahrheit"? Muss ich wirklich wissen, was die endgültige Wahrheit ist? Nachdem wir alle am Ende des Films wieder klar denken konnten und den Inhalt bereits etwas besser verdaut hatten, fingen alle fleißig an zu diskutieren. Diese Diskussionen haben jedoch mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantwortet haben. Manchmal habe ich richtig gespürt, wie Knoten in meinem Hirn entstanden sind. Im Bett am Abend liegend, habe ich dann das große, weite Internet nach anderen Theorien zu "Memento" durchforstet. Dort findet man einige interessante Ideen, die weiter zum Nachdenken anregen und teilweise auch noch mehr verwirren. Überhaupt Erklärungen über die Chronologie besitzen diesen Effekt. Diese würde ich also nicht empfehlen.

Weitere Vermutungen zum Ende des Films oder generell zum Film könnt ihr mir gerne auf meine E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken. Ich freue mich!

Wien. Mehr Kultur.
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