LITERATUR

Literatur als Witzvorlage

litcart02Bücher neigen dazu, zwischen den Buchdeckeln aus einer Ansammlung von Wörtern zu bestehen. Also zumindest bis auf Bildbände. Der Holzbaum-Verlag hat sich offenbar gedacht, dass das doch ein bisschen langweilig ist und beschlossen mit dem Buch "Literarische Cartoons" eine Mischung aus beidem herauszugeben.

"Literarische Cartoons" sind als Begriff schwierig zu definieren, wohl weil es auch ein bisschen eine Worterfindung ist. Tatsächlich sind es einfach Cartoons mit Literaturbezug - wobei Cartoons teilweise vorgegriffen ist. Es ist eine Sammlung an Zeichnungen, die je nach dem mehr oder weniger mit Literatur zu tun haben. Die Zeichner sind ohne Frage talentiert, viele von ihnen auch bekannt und werden regelmäßig in der Galerie der Komischen Künste ausgestellt. Allerdings handelt es sich eben um einseitige Witze.

Einerseits kommen dabei klassische Literaturanspielungen vor: Goethe, das ewig langegezogene Ende von Moby Dick oder Kafkas Vaterkomplex. Andererseits gibt es - leider wieder mehr oder weniger - witzige Zeichnungen zur Nutzung von Büchern, der Bedrohung durch das E-Book oder Klischees über Bibliothekare.

litcart04Die Idee war eindeutig einen Versuch wert, der Nutzen eines solchen Buches hält sich dafür eher in Grenzen. Einmal durchblättern, einmal die Bilder anschauen, die Texte lesen, leicht schmunzeln und das war es. Fast schon schade. Dafür bemerkt man zumindest einen Unterschied zwischen den Zeichnern und deren Humor. Bei den meisten Zeichnern überwiegt der Wortwitz (etwa bei Bernd Ertl, Andreas Verstappen oder Matrattel), Elisabeth Semrad oder Hannes Richert bemühen sich eher um Klischees über Bücherliebhaber. Einige der Zeichnungen wirken daher vom Witz dahinter abgedroschen und leben nur von der neuen Darstellungsform als Cartoon, dafür funktionieren die Witze dahinter wenigstens fast immer.

Fazit: "Literarische Cartoons" ist ein Buch, nicht zum Lesen, sondern zum Anschauen und Schmunzeln. Mehrwert hat es wahrscheinlich aber nur als Geschenk für Buchliebhaber, die man mit der kurzen Lesezeit ärgern möchte.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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