NOCH MEHR KULTUR

Holodrio - André Heller lässt grüßen

holodrioDer Vorhang öffnet sich mit einem schwungvollen Rauschen und die gespannten Augen starren auf einen spärlich bekleideten Mann in Lederhose. Huch, dieser kam unverhofft. Der Performer heißt Christoph Krutzler und er wird umrahmt, in dem er in jeder Hand eine Wunderkerze hält. Auf dem Lederriemen seiner Hose prangt mit roter Schrift eingenäht "Holodrio" - damit jeder gleich weiß was Sache ist.

So nimmt das Stück direkt von Beginn an Fahrt auf. Es folgen bunte Lichter, Farbenpracht und ein sich kunstvoll einbettendes Bühnenbild. Dieses besteht zu großen Teilen aus den Buchstaben des Stücks. Mal werden diese stimmungsvoll zur Musik beleuchtet, ein anderes Mal glimmen nur die "O's" mit ihren vielen befestigten Lichtern auf. Ein Schlagabtausch an Wiener Dialektfreude folgt dem nächsten. Die Songtexte sind poppig und eingängig und gepaart mit dem Keyboard im Hintergrund eine Hörfreude. Das agierende Quartett besteht aus drei Akteuren und dem Keyboarder. Jeder gibt auf seine Art 100% und es wird vom Mikro, zur Gitarre, zur Ukulele, hin zur Mundharmonika gewechselt. Nebenbei wirft sich ein jeder nochmal in neues Gewand und hopp, schon ist die Dynamik auf der Bühne wieder eine andere.

Man stellt ohne große Verwunderung fest: Oliver Weiter, Lucy McEvil, Alf Peherstorfer und Christoph Krutzler agieren in einem warmherzigen Spiel miteinander.

Wer einmal "Austropop" auf abwechslungsreiche Weise erleben möchte - nebenbei auch noch ein André Heller Fan ist und sich gerne zum Mitsummen verleiten lässt, der wird viel Freude an einem der Aufführungsabende im Rabenhoftheater haben.

Mitunter entglitt mir persönlich der Faden und man fand sich in einem Gewusel aus Gesprächsfetzen und Fragezeichen im Kopf wieder. Doch die beleuchten Buchstaben von "Holodrio" leiten einen stets zuverlässig wieder in den sicheren Hafen des Spektakels. Wer sich insgeheim auf Voyeurismus und Sexappeal gefreut hat, wird mitunter ein wenig enttäuscht sein, denn der Untertitel "Lass mich dein Drecksstück sein", sowie anderen Ausrufe verhallen recht schnell in der Gesamtdarbietung. 

Wer auf einen kurzweiligen Abend mit allerlei Ausschweifungen und musikalischen Raffinessen Lust hat, wird mit dieser Vorstellung seine Freude haben. Am Ende geht der ein oder andere vielleicht ebenfalls mit dem Ohrwurm von "Die wahren Abenteuer sind im Kopf" hinaus und eines sei gewiss: Man hat ein Lächeln dabei auf den Lippen.

Zu sehen gibt es das Stück noch an folgenden Tagen: 17. und 18. Februar sowie 1., 2., 9. und 14 März und Tickets kosten 26€.

 

Wien. Mehr Kultur.
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