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Eternauta

eternauta03Héctor Germán Oesterheld wurde 1919 in Argentinien geboren. Seine Geschichte "Eternauta", die von Francisco Solano López illustriert wurde, ist wohl das einzige Werk, das im deutschsprachigen Raum bekannt ist. Eigentlich begann Oesterheld als Journalist zu arbeiten, 1957 gründete er einen eigenen Verlag. Von all seinen Werken ist "Eternauta" aber wohl das bekannteste – schließlich ist es ausgesprochen eindrucksvoll.

Oesterhelds Eternaut ist ein Zeitreisender, der seine Familie sucht. Verloren in der Zeit, nachdem seine Heimat Buenos Aires von Außerirdischen heimgesucht wurde. Die Invasion begann mit tödlichem Schneefall, unter der Bevölkerung bildet sich nach dem ersten Schock rasch Widerstand.

Oesterheld hat diesen Widerstand 1958 erstaunlich detailliert geschildert. Besonders, weil seine Geschichte 1976 tatsächlich so stattfand. In Argentinien bildete sich eine Militärdiktatur, Unterdrückung, Verleumdung und ein grausames Regime prägten den Alltag. Oesterheld ging daraufhin mit seinen vier Töchtern selbst in den Untergrund, um Widerstand zu leisten. Es kam, wie es kommen musste: schon bald verschwanden er und seine Töchter. Nach wie vor, wird davon ausgegangen, dass er 1978 in ein Internierungslager gesteckt, gefoltert und getötet wurde. Gewissheit gibt es keine, allerdings geht es unzähligen argentinischen Familien nach wie vor so.

eternauta02Das Literaturhaus Salzburg stellt in der Ausstelung "Der Mythos Eternauta" Parallelen zwischen dem Comic und der späteren Realität her. Oesterhelds Geschichte greift detailliert vor. Die erste Überraschung, die Bildung des Widerstands, Repression durch das Regime, Folter und verschwundene Menschen. Die Ausstellung verbindet Ausschnitte des Comics mit einer historischen Aufarbeitung der tatsächlichen Ereignisse. Literatur wird dabei in einen Kontext gesetzt. Tatsächlich gibt es unzählige Artikel zu diesem Thema. Das Ausmaß der Illustrationen und geschichtlichen Aufarbeitung gibt der Ausstellung im Vergleich dazu aber eindeutig einen Mehrwert. Denn schon alleine, wie Comicausschnitte großflächig in Szene gesetzt werden, macht die Geschichte automatisch lebendig.

Die Ausstellung "Der Mythos Eternauta" ist noch bis 6. April im Literaturhaus Salzburg zu sehen.

 

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