NOCH MEHR KULTUR

Die Rückkehr der Brettspiele.

brettspieleNachdem ich erst vor relativ kurzer Zeit meine Begeisterung für das digitale Medium des Videospiels zum Besten gegeben habe, möchte ich auch dessen "Vorgänger" mit einem Artikel unseren LeserInnen näherbringen. Da sich zudem analoge Spiele nicht nur ungebrochener Beliebtheit erfreuen, sondern direkt eine Renaissance erleben, scheint es sinnvoll, auch auf diesen Aspekt von moderner Kultur einzugehen.

Brettspiele? So mit Würfel und Pappdeckel?

Ja, doch sind die Mechaniken und Spieleelemente moderner Vertreter des Genres damit bei weitem nicht ausgeschöpft. Verschiedenste Spielemarker, Karten, Uhren, manchmal auch elektronische Bestandteile und vieles mehr machen moderne Spiele, wie die etwa in den letzten Jahren gefeierten Spiele "Scythe" oder "Descend 2.0" zu hochgradig komplizierten und kompetitiven Spielen mit Suchtfaktor und hohem Wiederspielwert.

Brettspiele sind doch veraltet, warum sollte ich sie spielen, wenn es ohnehin schon so viele Computerspiele gibt, die von diesen beeinflusst wurden und damit quasi verbesserte Versionen dieser Spiele darstellen?

Gerade hier gibt es wohl die meisten "Aha-Effekte", denn tatsächlich sind viele der modernen Brettspielegiganten von Videospielen beeinflusst und nicht wie angenommen, umgekehrt. So sind in vielen Spielen mittlerweile analoge Formen von A.I. (künstlicher Intelligenz) zu finden und somit auch Einzelspieler-Partien möglich. Ich spreche hier allerdings aus Erfahrung, wenn ich sage, dass es ein etwas seltsames Gefühl ist, ein Brettspiel alleine zu spielen.

Ok, du hast mich überzeugt und ich brenne jetzt darauf, mich wieder an Brettspiele zu wagen. Aber ich kenne niemanden der mit mir spielen will?

Hier ist leicht Abhilfe geschaffen, denn gerade Wien ist eine Stadt voller Spieleclubs, die sich immer über neue Mitglieder freuen. Im Internet gibt es unzählige Foren und anderweitige Informationen um nicht nur ein Spiel, sondern auch eine Spielegruppe zu finden, die zu einem passt. Hier sind zum Beispiel die Seiten Boardgamegeek.com und die "Vienna Boardgamers"-Sektion von Meetup.com sehr zu empfehlen, wobei hier auch englischsprachige Spielegruppen angeboten werden, wenn ihr euch mit Deutsch ein wenig schwer tut. Auch kann ich das Spielegeschäft Siren Games nur als äußerst besuchenswert empfehlen, da man dort nicht nur eine ganze Reihe an Spielen ausprobieren, sondern auch eigene mitnehmen kann. Der Brettspieleabend ist jeweils am Mittwoch von 19 bis 23 Uhr und der Eintritt ist mit exakt einem Euro auch durchaus erschwinglich.

Abseits all dieser Argumente ist letztendlich das gemütliche Beisammensein im Privaten oder in öffentlichen Lokalen das eigentliche Ziel der Spielerunde und die angestaubte Vorstellung, dass Brettspielabende ausschließlich von Leuten jenseits der Midlifecrisis abgehalten werden, kann nun auch endgültig über Bord geworfen werden. Lasst weiterhin die Würfel fallen, deckt Karten auf, zieht mit euren Spielsteinen in Richtung gemeinsamen Sieg oder vernichtet eure Freunde in epischen Duellen und rettet auf jeden Fall das Universum. And last, but not least: have fun!

 

 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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