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Schatzkammer des Wissens

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Im Jahre 1368 wurde das Evangeliar des Johannes von Troppau fertiggestellt - ein reichlich verziertes und in Goldlettern geschriebenes Werk, das heute als Gründungskodex gilt und somit den Beginn der Österreichischen Nationalbibliothek markiert. Mit dieser Handschrift beginnt auch die noch das ganze Jahr währende Ausstellung "Schatzkammer des Wissens" im Prunksaal.

Allein der Prunksaal ist schon einen Besuch wert: Betritt man die Räumlichkeiten, schwebt einem der Duft von altem Papier in die Nase und man taucht ein in eine Welt, nicht nur von Büchern, sondern auch der Architektur und der Malerei. Das 1730 von Hofmaler Daniel Gran fertiggestellte Deckenfresko ist ebenso sehenswert wie die Marmorstatuen. Am meisten aber faszinieren die 200.000 Bücher, die im Zeitraum von 1505 bis 1850 entstanden und im Prunksaal gesammelt zu sehen sind.

Die Ausstellung selbst fasst die 650 Jahre andauernde Kultur- und Bibliotheksgeschichte der Nationalbibliothek gut zusammen. Gezeigt werden die Ursprünge der kaiserlichen Sammlung und der Hofbibliothek, was wer in die Sammlung brachte, und auch wie Kataloge angeordnet wurden. Beispielhaft sind hierfür Handschriften ausgestellt, die einerseits eine Seite eines Kataloges und andererseits auch die gesammelten Werke zeigen. Das Schöne an diesen Exemplaren ist die Handschrift, und man wundert sich wie so genau und gerade geschrieben wurde und mit wie viel Detailtreue die Zeichnung nicht nur der Buchstaben, aber auch der Bilder, hergestellt wurde.

Gezeigt werden des Weiteren unterschiedliche Medien, die Wissen speichern, angefangen bei über 3.000 Jahre alten Papyrus über Pergament bis hin zur digitalen Moderne. Es wird erklärt, wie die Bibliothek selbst versucht, ihre Sammlung zu digitalisieren und wie dies dazu beitragen soll, Wissen für kommende Generationen zu bewahren. Weitere Bestandteile der "Schatzkammer des Wissens" sind alte Musiknoten, gezeichnete alte Landkarten und Globen, Briefe und Manuskripte von wichtigen österreichischen Autoren und Autorinnen, wie z.B. Peter Handke oder Ingeborg Bachmann sowie Fotos und Grafiken. Die Bandbreite an gezeigten Materialien ist also weit gefächert und gibt einen guten Eindruck von der riesigen Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek.

Ein besonderes Stück der Ausstellung ist das "Objekt des Monats". Jeden Monat des Jahres wird ein anderer, besonderer Schatz ausgestellt, wie zum Beispiel die Gutenberg-Bibel oder Mozarts "Requiem". Diese Objekte sind aus konservatorischen Gründen nur kurzzeitig ausgestellt, man kann sich aber online darüber informieren, was wann gezeigt wird.

Im Sinne des Jubiläums finden auch noch einige andere Veranstaltungen statt. So wird im Literaturmuseum wird eine Ausstellung zu den "Zentralfiguren der Wiener Moderne" mit Filmen gezeigt, die mit der Thematik Bibliothek oder Buch zu tun haben. Zudem werden Führungen, u.a. auch für Kinder angeboten und Expertenvorträge zu verschiedensten Themen, aber auch in Bezug auf das Objekt des Monats gehalten.

Alles in allem bietet die Nationalbibliothek zu ihrem "Geburtstag" ein buntes Programm, bei dem für jeden was dabei ist, der an den Feierlichkeiten teilhaben möchte.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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