NOCH MEHR KULTUR

Das Excitement rund um die Maker-Bewegung

Was "Maker" sind, ist eigentlich schwer zu definieren, da so viele unterschiedliche Sparten dieser Bewegung existierenwie "Maker" selbst. Jedoch gibt es einen Aspekt, der sie alle verbindet: "Geht nicht – gibt's (fast) nicht." Was ich nicht kann, lerne ich, was nicht geht, wird zum Funktionieren gebracht. Der Gedanke des gemeinsamen Lernens (vor allem durch Fehler), Verbesserns und des Teilens von Wissen, ohne finanzielle Grenzen, ist das, was "Maker" antreibt.

Als ich das erste Mal von der "Maker"-Bewegung erfuhr, wirkte sie auf mich wie eine Bobo-/Techgeek-Bewegung mit elitären Anwandlungen. Ich lag jedoch unendlich weit daneben, denn als ich immer weiter in die Welt des 3D-Drucks eintauchte, offenbarte sich mir eine kreative, humorvolle und herzliche Community, die etwas verändern möchte und das auch schon, in gewisser Weise, geschafft hat.

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Wie erwähnt habe ich mich bis jetzt vor allem mit 3D-Druck beschäftigt, worüber ich also am meisten berichten kann. Es wäre den anderen Interessenssparten aber nicht fair gegenüber, sie deshalb auszulassen. So gibt es zum Beispiel eine rege Programmier- und Computerbau-Community oder auch "Maker", die sich über erneuerbare Energien Gedanken machen und oft auf verblüffende Ideen kommen, oder zumindest, ganz à la Edison, auf 100 Arten stoßen, wie etwas nicht funktioniert. Aber auch Upcycling, also das Aufwerten wiederverwertbarer Materialien, ist hier ein wichtiges Thema. Entgegen der Wegwerfgesellschaft, gegen grenzenlosen, zerstörerischen Konsum und für das kreative, nachhaltige und gezielte Selbstproduzieren von Gegenständen nach Bedarf und nach Maß.

Unter den 3D-Drucker-Enthusiasten gibt es das Ritual, dass man zumindest einen eigenen "Maker-Coin" selbst entwerfen sollte, denn es ist nicht nur eine gute Fingerübung in Sachen Design, sondern auch eine Art Talisman, den man tauschen, vergleichen und eben auch verbessern kann. Je mehr ich drüber nachdenke, so hat das Ganze etwas den Charakter von Dagobert Ducks berühmten ersten Glückskreuzer. Dass auch hier ein Lernprozess vonstatten geht, wollte ich den Leser*innen nicht vorenthalten und so habe ich, im Bild oben zu sehen, meinen ersten Versuch fotografiert. Trail and Error at its best.

Wem übrigens ein 3D-Drucker zu teuer ist, der kann in vielen "open labs" (z.B. Maker Austria oder Happylab) gegen relativ geringe Mitgliedsbeiträge verschiedenste Geräte kennenlernen, benutzen und auch Kurse zu Anwendungsmöglichkeiten besuchen.

Als ich letzten Monat auf der Maker Fair war und all diese begeisterten Menschen gesehen habe, konnte ich mich nicht erwehren und wurde förmlich angesteckt vom Erfindergeist. Denn diese Schnittstelle aus Kunst, Technik und Innovation reißt jeden mit. Selbst Technophobiker kommen hier ganz auf ihre Kosten, denn nicht nur digitale Erfindungen wurden hier vorgestellt, sondern auch analoge Tüfteleien wie das tolle Stadterkundungsspiel von City Games Vienna, bei dem man ganz altmodisch zu Fuß durch die Stadt flaniert und Monster jagt.

Staunt, tüftelt, baut und werkelt. Werdet Maker! Man liest sich nach der Sommerpause wieder, wenn der brütend heiße August mich vielleicht zu einer neuen Filmthemenliste inspiriert.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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