NOCH MEHR KULTUR

Neuja(hr) und Nein – Ein neues Jahr und der alte Scheiss

neujahrchris01Ach ja, Januar, der Monat der Vorsätze und des Verwerfens dieser, der überfüllten Fitnessstudios und Diätpläne, des Geldsparens und der Hochkonjunktur der Yogaklassen und Buddhismus-Kurse. Here we go, 2019 kann kommen. Aber immerhin, der erste Artikel im Jahr, und ich erfülle schon recht gut die wienerische Raunz- und Grantelquote, ist ja auch schon etwas. Ein Hoch auf die Neujahrs-Vorsatzkultur!

DAS LEIDEN DER GERÄTE
Nicht nur, dass die Fitnesscenter ausgefüllt sind mit schwitzenden, leidenden NeujahrsvorsätzlerInnen, dazu kommt noch, dass diese oftmals, aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Umgang mit den vorhandenen Geräten, zur Gefahr für Leib und Leben, Mensch und Maschine werden. Wobei das natürlich nicht heißen soll, dass Leute, die sich verändern wollen, nicht in die Tempel der körperlichen Ertüchtigung gehen sollen. Nein, es soll bloß der Tipp sein, dass Anfang Januar nicht der beste Zeitpunkt ist, damit anzufangen, da die oben genannten Umstände nicht gerade motivationsförderlich sind, wenn es darum geht, den eigenen Schweinehund nachhaltig zu bekämpfen.

ES SIND DIESE BEST-OF-LISTEN
Natürlich haben wir sie auch noch im Januar in unseren Ohren, die Hundertschaften an mehr oder weniger sinnvollen Best-of-Listen des vergangenen Jahres. Nebst den typischen Paraden von "Bücher des Jahres" und "Filme des Jahres", oder "Alben des Jahres" und so weiter, fragt man sich nur, wann es soweit ist, dass wir endlich die "Zehn besten Top-Zehn-Listen des Jahres“, oder "Die zehn sinnvollsten Facebook-Diskussionen des Jahres“, oder "Die zehn saubersten U-Bahn-Klos des Jahres“ bekommen. Zeit wäre es eigentlich. Und warum eigentlich nur 10? Die Hitparadensendungen machen es ja vor, dass Leute auch tatsächlich für eine mehrere Stunden dauernde Top 100 bei einer einzigen Sendung bleiben, also steht einer Liste wie etwa "Die tausend besten Stuhlgänge 2018" nichts im Wege!

DER GANZE FEUERWERKSMÜLL
Ein Problem, dass uns ebenfalls jedes Jahr bis mindestens Anfang Februar verfolgt, ist jenes des Raketenmülls in/auf Wiesen, Feldern, Parks, Gehwegen, Hausdächern und ähnlichen Freiflächen, die jährlich mit Abfällen der olfaktorisch sowie auditiv belästigenden, rituellen Geldverbrennung zugebombt werden. Nicht nur, dass direkt zu Silvester die örtliche Tierwelt verstört wird und die Feuerwehr akute Beschäftigungstherapie verschrieben bekommt, sondern werden Hinterlassenschaften dieser Feierlichkeit auch zum unfreiwilligen Landschaftsschmuck, an dem man sich für mehrere Wochen erfreuen kann. Holzstecken, verbrannter Karton und Plastikstöpsel sind die inoffiziellen Neujahrsdekorationen, die meiner Meinung nach unverdient, im Allgemeinen nur sehr stiefmütterliche Beachtung finden.

Übrigens, das Beitragsbild ist das Plakat des Neujahrs-Slashers "New Year's Evil", in dem ein Mörder in mehreren Zeitzonen, jeweils zu Silvester, seine Opfer aufsucht. Kein Feiertag ohne korrespondierenden Horrorfilm - in diesem Sinne: Happy New Year!

 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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