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Deutsch ist eine Arschlochsprache

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Je mehr ich über die deutsche Sprache lerne, umso mehr zweifle ich daran, dass jemand diese je beherrschen wird, der sie nicht mit der Muttermilch aufgesaugt hat. Da verändern sich ständig Verben, Adjektive und Substantive. Warum versuche ich überhaupt diese Sprache zu lernen?, fragen sich so manche.

Offensichtliches & Altbekanntes

Zunächst einmal das Problem mit den Artikeln. Es gibt im Singular insgesamt drei davon. Wirkliche feste Regeln gibt es für sie nicht. Ich weiß nicht, warum es "die Tür" und "das Bett" heißt und nicht umgekehrt. Eine Tür ist nicht weiblicher als das Bett, beides sind Gegenstände, aber sie haben eben unterschiedliche Artikel. Es gibt schlussendlich nur einen Weg um aus dieser Misere herauszukommen: alle auswendig zu lernen. Ok, dann hätten wir einmal die bestimmten Artikel, aber wenn es ein unbestimmter Artikel ist, dann ist es anders. Was? Warum? Keine Ahnung, und wenn ein Possessivpronomen (mein, dein, sein,...) oder kein Artikel davorsteht, dann muss man es so machen. Und wenn sich der Fall ändert, dann ändert sich auch manchmal das Substantiv, aber nicht immer. Das kommt wiederum auf die Deklination an.

Let's go deeper

So weit, so gut. Jetzt hätten wir einmal das Thema der Substantive angesprochen. Verben muss man im Gegensatz dazu konjugieren. Cool, macht man generell in mehreren Sprachen so (Spanisch, Französisch, Italienisch,...), nur existieren im Deutschen etwas mehr Ausnahmen und hier gilt wieder die altbewerte Regel: auswendig lernen! Aber das ist alles noch im Rahmen, würde ich mich jetzt aus dem Fenster lehnend behaupten, wo es so richtig abgeht, ist eines: Deklination der Adjektive. Da bekomme sogar ich Kopfweh, wenn ich zu lange darüber nachdenke. Das ändert sich nicht nur mit dem Nomen, nein, nein, in welchem Fall steht denn das liebe Wort? Nominativ, Dativ oder Akkusativ? (Problematisch kommt hier hinzu, dass viele Sprachen diese Bezeichnungen der Fälle nicht verwenden und/oder haben. Deswegen wissen viele einmal nicht wovon man zunächst spricht.) Und steht das Nomen im Singular oder Plural? Wie geht der Plural von diesem Wort? Nein, warte, was ist der Artikel? Der, die, das? Unbestimmte Artikel gibt es im Plural nicht. Das Wort hat nie einen Artikel, da braucht man die Nulldeklination. Ich mache keinen Spaß. Auf Deutsch dürfen keine Witze gemacht werden.

 

"Die deutsche Sprache hört sich so an, als ob sie sehr am Gaumen kratzen würde."

Außenstehender, nicht des Deutschen mächtig

 

Automatismus

Als Muttersprachler macht man viele Dinge automatisch, die einem sonst nicht auffallen. Nein? Doch. Eines der schwierigsten Wörter, die unsere Sprache zu bieten hat und dessen Erklärung zu hitzigen Gesprächen zwischen allen anwesenden führt, ist das hier: doch. Warst du noch nicht einkaufen? Doch. Ich geh doch nicht einkaufen. Mach doch bitte deine Aufgaben. In allen drei Beispielen bedeutet "doch" etwas anderes. Noch dazu gibt es "doch" weder im Spanischen noch im Englischen, um ehrlich zu sein weiß ich von keiner Sprache, die "doch" auch im Wörterbuch stehen hat. Das macht das Erklären extrem schwierig. Manchmal ertappe ich mich selbst, wie ich in einer anderen Sprache mit "doch" antworten will, es aber nicht kann, weil es das Wort nicht gibt, und ich Zähne knirschend "ja" oder "nein" sagen muss.

Bestimmt gibt es noch mehr Tücken der deutschen Sprache, die das Lernen schwieriger oder auch leichter machen. Jede Erfahrung ist anders. Niemals aufgeben.

Dieser Artikel stellt weder Ansprüche auf Vollständigkeit noch auf unbedingte Wahrheit.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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