MUSIK

A textual analysis of the troubled mind

farce001„Wenn ich Interviews mit Künstler*innen lese, dann will ich wissen, wie sie arbeiten und was sie inspiriert.“

Farce ist Veronika König ist Farce. Ihre Musik bezeichnet sie als Fake Lofi Fuzz Pop oder manchmal auch als Pop Noise und Post-Punk. Sie will die Freiräume in Genredefinitionen und Macharten von Musik produktiv machen, irgendwo zwischen Lärm und Bubblegum-Harmonien. Anfang 2017 erschien ihr Album "Ich sehe im vorbeifahrenden Auto den Unfall mitvorbeifahren in Zeitlupe und rückwärts" bei Meta Matter Records. Die 20-jährige Ostelsheimer Wahlwienerin sagt "ur", denn sie ist – off und on the record – gut im Assimilieren. Ein Gespräch voller Ironie, Humor, Cloud Rap, Songarbeit und künstlerischer Intention.

Wie kam es zu deiner ersten Platte? Wie hast du die Songs ausgewählt, von denen du dachtest, ok, der ist gut? Hast du sie einfach an Plattenstudios geschickt?

farce02FARCE: Es war so, dass Meta Matter Records, die Plattenfirma bei der ich bin, das ist ein kleines Indie Label von zwei Personen aus Süddeutschland unweit davon, wo ich früher gewohnt habe, und die machen eigentlich hauptsächlich Hardcore, Metal und Noise -- und Farce! Die haben schon von meiner letzten Band – Boden – die Platte herausgebracht, da haben wir so Blackmetal, Shoegaze, Postrock – wie zum Beispiel Deafheaven – gemacht. Das heißt, wir kannten uns daher, dann bin ich nach Wien gezogen, und hab begonnen Lieder mit "Farce" online zu stellen und wir hatten einander privat noch auf Facebook. Irgendwann haben sie mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine Platte damit zu machen. Und dann sind die aber auch so, dass sie mir vollkommene Kontrolle über Alles geben und deshalb hat das auch so gut funktioniert. Es ist ein bedroom project und so etwas in andere Hände zu geben, ist schwer, aber die waren so hey, wir machen das nach deinen Vorstellungen. Die sind die Besten. Ich lieb' die über alles. Anfang Februar bin ich auch nach Hause geflogen, weil ich in Esslingen bei Stuttgart eine Show gespielt mit Nadja. Das hat eigentlich musikalisch auch gar so nicht gut gepasst, aber es hat als Programm insgesamt Sinn ergeben. Und dann sind die von der Plattenfirma auch extra hergefahren und haben halt da die Platten verkauft und am Ende - meine Eltern wohnen halt richtig am Dorf - waren die so: komm, wir fahren dich heim. Ich hab auch komplette Freiheit über das Design, die Vinyl-Farbe und die Songauswahl bekommen, sie meinten auch nicht, du musst jetzt touren, nur weil du eine Platte rausgebracht hast.

Wie hast du damit angefangen?

Der Moment, wenn ich zum ersten Mal jemand anderem einen Song zeige, ist der schlimmste. Zuerst hab ich die Musik engen Freund*innen gezeigt; Personen, die mich mit der Musik, die ich davor gemacht habe schon kannten. Aber das war immer in einem Band-Kontext. Von deren Meinung hab ich viel gehalten, aber ich wusste auch, dass wir einen Konsens haben und ähnliche Geschmäcker. Das heißt, es war irgendwo eine safe zone - aber doch ein Hinausgehen. Aber bevor ich irgendetwas online gestellt habe, hab ich das ca. 50 Leuten geschickt und hab gefragt was sie denken und ob ich das veröffentlichen sollte. Da war ich sehr unsicher, inzwischen ist das nicht mehr so. I dont run it by anyone now (lacht). Die einzige Qualitätskontrolle ist jetzt eigentlich [meine beste Freundin und Mitbewohnerin] Diana. Wenn Diana es krass findet, ist es gut. Wenn sie nur dasitzt und so ist: „Ja ist ganz cool“, dann ist es nicht bereit.

Ich hab auch in Chören gesungen, aber ich hab dann immer begonnen, absichtlich die Tenorstimme zu singen – ich bin halt ein Alt, bin aber immer in den Tenor reingerutscht, weil ich fand, dass die Harmonien da viel interessanter sind als bei der Altstimme. Altstimmen ergeben nur so alle 10-12 Takte Sinn, dazwischen springen sie seltsam herum. Und außerdem hab ich dann irgendwann angefangen zu rauchen und dann war klar – the dream is over – ich werde keine klassische Sängerin (lacht).

Ich hab neulich eine Künstlerin gehört, die benutzt auch viel Auto Tune und rappt auch und ihre Stimme war so unglaublich "nicht-menschlich". Und ich find das manchmal eh gut und ich mag das auch als Stilmittel, aber das war zu viel. Ich hab gerne viel Verzerrung auf der Stimme und ich mag es auch gerne, die meine Stimme runterzupitchen – manchmal in der Harmonie, manchmal 12 Töne tiefer, dass es einfach eine Oktave tiefer ist. Ich mag's, meine Stimme zu verfremden, aber ich hab dabei nicht das Gefühl, dass es meine Stimme entfremdet, sondern einfach, dass das die passende Stimme ist. Ich kann mich schlecht anfreunden mit so überproduzierten ganz cleanen Stimmen, das fühlt sich sehr kalt an. Die Roboterstimme ist wärmer, weil wir es gewohnt sind, das immer so getan wird, als wären diese cleanen Stimmen sehr natürliche und nahe Stimmen. Und auch, dass die Stimme immer so im Vordergrund ist, dass das oberste Layer die Stimme ist, funktioniert klangästhetisch für mich in den seltensten Fällen wirklich gut. Ich versteh das, wenn es sowas ist wie ein Bossa Nova Album von João Gilberto – dann verstehe ich das. Wenn die Atmosphäre gerade passt, und die Stimme vorne und ganz nah am Ohr sein muss, dann verstehe ich das, aber es hat für mich bei meinen Songs keinen künstlerischen Mehrwert, die Stimme nach vorn zu bringen und so plakativ zu machen.

Bei mir ist es halt auch wie es kommt. Tatsächlich tu ich mir mit der Stimme eh immer am schwersten, mit dem Gesang. Weil mich viel an Metrik oder auch an Harmoniearbeit schnell langweilt, da merk ich oft wie ich einfach versuch' den einfacheren Weg zu gehen, aber es dem Instrumentalen gar nicht guttut. Dann lösch ich's tausendmal und mach's tausendmal neu und irgendwann lasse ich es mal einen Monat einfach nur instrumental liegen und beschäftige mich dann mit irgendwas Anderem - voll oft mit Rap.

Kannst du gut rappen?

FARCE: (lacht) Ich hab letztens, zugegebenermaßen sehr bekifft, ein Cloud Rap Projekt angefangen, das heißt Minicar Bellucci. Das ist das Synonym, das ich für alles benutzte, das ich zum Spaß oder eigentlich nur als Witz mache, also DJ-en und Cloud Rap. Princess Nokia und Nelly Furtado – dazwischen gibt’s nichts – außer Justin Timberlake! Als ich aufgelegt hab, war der erste Track des Sets "My Love" – und es war glorious (lacht)! Das ist nicht als Witz gemeint. Ich meine ja grundsätzlich eh alles ernst. Ich mein ja auch den Cloud Rap ein bisschen ernst. Ich find es scheiße, wenn man nicht dazu steht. Ich steh schon dazu, das gehört schon dazu. Ich setz' mich ja auch hin und bau den Beat und nehm das auf, da geht meine tatsächliche Zeit rein. Daher kann ich nicht sagen, ja ist eh nur ein Witz. Aber es ist mit Humor. Ich bau den Beat meistens nüchtern, das ist schon ein bisschen Arbeit, und dann setz ich mich hin und singe oder rappe bekifft drüber, ist ein guter Zeitvertreib. Ich glaub' auch, dass alle, die Cloud Rap machen, das genau so machen. In dem Song, den ich jetzt gemacht habe, gehts um Sprachnachrichten auf Whatsapp und der Text ist so: "Baby schick mir einfach eine Voici, ich hör sie in der U-Bahn". Im Hintergrund kommt: "U1, U2, U3, U4, U6". Ur guter Anschlusspunkt zum Thema assimilieren, die letzte Line ist: Ich hör' sie in der U-Bahn, oder Bim, oder im 13A von Johann-Strauß-Gasse bis Mariahilferstrasse oder Stiftgasse bis Kirchengasse oder manchmal auch nur Haus des Meeres. Voll Wienbezogen. Wien represented (lacht). I wish I could do gangster rap, aber dazu fehlt mir die streetcred. Yung Hurn aber, hate him. Es sehen jetzt auch alle so aus wie er. Bei aller Liebe, ich hab' damit das Problem, ich seh' was die machen, und ich verstehs eh. Ich find's aber nicht revolutionär und denk mir, ja, eh. Und es gibt halt Leute, die diese Ästhetik fahren, aber irgendwie ehrlicher - wie zB. Princess Nokia. Die zieht sich ja auch an wie - ihr persönlicher Kleidungsstil und ihre Ästhetik haben ur viel mit diesem Cloud Rap Zeug zu tun, aber sie ist halt cool, und es ist halt gut gemacht. Ich mein', die Sachen von Yung Hurn sind eh auch alle gut gemacht und gut produziert, das ist nicht die Frage.

Was ist dann das Auschlaggebende?

FARCE: Mir geht’s um - ich glaub' - wir haben "Elle" gesehen, den Film. Das ging's dann darum - was ist die Message - und man kriegt das im TFM-Studium ganz gut anerzogen, dass man aufhören soll, Sachen hermeneutisch zu lesen. Und ich versuch' das auch wirklich, und ich finde das auch sinnvoll. Was man aber doch immer irgendwo spürt, find' ich, ist was es für eine Intention, für ein Gefühl oder eine Idee gab, als das jeweilige Produkt produziert wurde und wenn ich das nicht greifen kann, dann find ich's scheiße. Wenn ich nicht greifen kann, warum da jemand etwas macht, oder was für ein Gefühl, was für eine Intention jemand da reinsteckt, dann kann das Produkt noch so ironisch, referentiell, campy oder kitschig oder trashy sein. Ich mag's, wenn die Intention irgendwo da ist, und irgendwo eine – ich will nicht sagen Ernsthaftigkeit, weil ich nicht will, dass Ernsthaftigkeit positiv besetzt wird – die Intention ist ja auch, was man reininterpretiert am Ende.

Wie arbeitest du?

FARCE: Bei mir ist es ganz unterschiedlich, wann ich mich überhaupt hinsetze und was mache. Es kann auch sein, dass irgendwie einen Monat lang nichts passiert – na gut ein Monat ist vielleicht die längste Zeit, die ich nichts gemacht habe – aber meistens setze ich mich hin, auf einen Sessel, am Schreibtisch oder im Bett, am Kaffeetisch – keine Ahnung – und dann mach ich das auch oft aus Langweile (lacht). Dann hör ich mir einfach die Synthesizer-Bibliothek durch und schau', welcher Klang mir gut gefällt und dann wird daraus entweder ein Klang, oder eine Harmoniefolge. Das ist so ein ganz kleines Akai Midi Keyboard, das ich eigentlich eh nur als Controller für Garage Band verwenden kann, das macht an sich kein Geräusch. Manchmal fang' ich auch mit einem Beat an. Wenn ich weiß, was ich für einen Beat haben will, dann spiel' ich den ein und dann beginnt ein sehr anstrengender und langwieriger Prozess, bis ich zu dem Klang komme, der mir gefällt. Manchmal gibt’s auch ein Wortspiel oder einen Gedanken, der mir gefällt, und dann irgendwie eine Idee, oder ein Thema, und dann setz' ich mich hin und schreib dazu, und setze am Ende den Text darauf, oder auch anders rum: Im Sommer hab ich zum Beispiel in der Arbeit einfach Texte geschrieben und hab dann gesagt: "Ok, dazu schreib ich jetzt nen Song". Ist auch passiert, aber es war nicht so produktiv. Es ist meistes besser, wenn ich mit einer Textur oder auch manchmal nur mit einer Tonart, die mir gefällt, anfange. Gis-Moll zum Beispiel. Ich mach' das manchmal sogar auch so, dass ich eine Melodie oder ein Arrangement in C-Dur einspiele und es dann wild durchtransponiere. Wenn ich nichts gemacht hab' den ganzen Tag, aber einen Song fertigbekommen hab, bin ich trotzdem zufrieden. Das ist dann eine produktive Leistung an diesem Tag, mit der ich mich zufriedengeben kann und über die ich mich auch freu'. Oder wenn ich ein Tour-Plakat designed habe oder mit meinem Booking-Menschen gesprochen hab' und wir 100 Sachen besprochen haben, dann ist das gut.

Ich liebe es auch, wenn ich nur minimale Richtlinien habe, an denen ich mich kreativ orientieren muss. Deswegen liebe ich es auch, mit Leuten zu kollaborieren. Ein Projekt hab mit einem Kumpel aus Göttingen gemacht, der Noise macht - also wirklich Noise, wirklich nur Geräusche. Der nimmt dann einen Zug auf, haut das durch hundert Pedale und schickt mir ein 500mb großes Ding, das eigentlich nur eine Textur ist, eine WAV-Datei, die so eine halbe Stunde geht. Und ich denk mir - geil! (lacht) Dann such' ich mir vier Minuten raus, bau da irgendwas rein, und das ist auch viel leichter, als einfach so irgendwas zu schreiben. Ich glaub, dass ich das in Zukunft jetzt auch mehr probieren will, aber dazu muss ich mir ein neues Board kaufen. Dass ich den Schreibprozess so anlege, dass ich selber eine Dreiviertelstunde irgendwelche Geräusche aufnehme und daraus ein Album baue.

Ich hab einen Song, der eh auch auf die Platte gekommen ist, mit einer magnetischen Aufnahme von Merkur angefangen. Weil der sehr schön klang. Ich hab mir angehört: "9 hours of mercury", voll gut (lacht). Das Magnetfeld bzw. die Schwingung wird aufgenommen und mit einem Magnetwandler in einen Ton verwandelt. Oder so (lacht). Sehr textuell. Ur schlimm, sowas mit TFM-Personen zu besprechen! Diskurs! (lacht) Ich hab letztens so ein schlimmes Interview gelesen, jede Frage war ein Zitat von einer "wichtigen Person" und Stefan Sagmeister musste dann zu jedem Zitat Stellung beziehen, und so war einfach das ganze Interview. Ich muss diese ganzen Interviews immer lesen, wenn ich bei der Arbeit zum Rauchen rausgehe. Wenn ich Interviews mit Künstler*innen lese, dann will ich wissen, wie sie arbeiten und was sie inspiriert, nicht ob sie intelligente Dinge und Stellungnahmen zu Theoriezitaten von sich geben können.

Hast du einen Lieblingssong?

FARCE: Lieblingssong. Ich hab heute einen Song hochgeladen, der heißt: "How It Feels To Be Run Over". Das ist eine Referenz an den Stummfilm: "How It Feels To Be Run Over", der als Film-Experiment gemacht wurde. Da fährt ein Wagen über eine Kamera, um zu suggerieren, wie es sich anfühlt, überfahren zu werden.

Der Song ist sehr neu und nach einem sehr langen und anstrengenden Prozess endlich das geworden, was ich wollte und ich mag ihn sehr gerne. Er basiert hauptsächlich auf einer Orgel. Ich liebe Orgeln. Als Instrument, weil sie großartig klingen. Auch in Kirchen. Weil das ein architektonischer Raum ist, der zu großen Teilen auch um das Musikinstrument gebaut wird. Wenn du im Stephansdom sitzt und jemand Orgel übt oder spielt, dann spürst du jeden Ton in den Gemäuern, im Boden, auf dem du stehst, und in der Bank, auf der du sitzt. Das ist soundmäßig ein Erlebnis, das ich mir manchmal einfach gerne antue. Es ist wirklich so, ich kann gar nicht darüber reden, was es genau ist. Die Orgel ist einfach mein Lieblingsinstrument. An Orgeln kann ich mich nie satthören und es gibt so viele verschiedene Konfigurationen. Mein Vater ist Klarinettist und meine Mama ist Geigerin. Daher hat auch sakrale Musik immer sehr viel für mich getan. Ich bin ein großer Fan von Mendelssohn. Er ist oft sehr unerwartet emotional und dann sehr schön - und doch, Bach schon auch. Zu einem großen Anteil (lacht). Und tatsächlich gibt es einen Choral von Friedrich Nietzsche, der sehr gut ist: "Miserere". Der ist sehr schön, denn der hat so gregorianisch angehauchte Versätze oder Überhänge, die sich ewig ziehen, und da bricht mein Herz jedes Mal. Deswegen mag ich auch irischen Volksgesang, weil sich die Stimmen da so reiben und ziehen. Die Motive aus mittelalterlicher Musik sind auch toll. Tatsächlich ist sowas wie Bach auch sehr entspannend, weil man nicht so viel Aktualitätsbelastung dabei hat. Du musst es — außer historisch kontextuell — nicht inhaltlich einordnen, wie wenn Beyoncé jetzt einen Song macht, da ist viel mehr mit aktueller Bedeutung behaftet. Ich liebe auch Mahler. So traurig, so gut. Aber ich hasse natürlich Wagner (lacht). Ich kann mir Wagner nicht antun. Ich hasse alles an ihm. Ich hasse Opern. Ich hasse die Oper als Medium.

Farce sieht zu ihrem Handy und ist plötzlich begeistert.

FARCE: APESFRAMED Ist das Projekt einer Freundin von einer Freundin von mir, und sie haben jetzt zum Weltfrauentag – unter dem Motto Frauentag 365, jeder Tag ist Weltfrauentag – 3-4 Clips geplant. Und sie haben mich gerade gefragt, ob sie meine Musik dafür nehmen dürfen! Und jetzt haben sie einen Song genommen, zu dem ich eh letzten Winter ein Video machen wollte. Das hatte ich dann aber wieder verworfen, weil die Freundin, die tanzen sollte, sich verletzt hat. Wir werden jetzt dieses Jahr mit ihr für einen anderen Song ein Video machen. Aber wie die das gefilmt haben, und wie die Körper aussehen in dem Video und wie es geschnitten ist, das ist genau so, wie ich mir das damals für den Song vorgestellt hab. SVA heißt der Song. Dann war‘s aber so, dass ich ihn irgendwann nicht mehr hören konnte, denn jeder Song hat irgendwo eine Halbwertszeit, wenn du ihn halt von Anfang bis Ende – meine Stimme kann ich inzwischen überraschend gut hören, aber den Song als fertigen Song dann nicht mehr – so oft hörst beim Produzieren. 50mal am Tag und immer die gleiche Stelle und dann passt der Beat irgendwo nicht!

Wie geht’s für dich weiter?

FARCE: Ich werde touren, ich hab' bis jetzt 4 oder 5 Shows gespielt und dieses Jahr werde ich 2x touren. Einmal im Juni rund um Deutschland: München, Leipzig, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Heidelberg, einmal rundherum. Das ist alles schon gebucht. Das ging bis jetzt hauptsächlich über Kontakte aus meiner Hardcore-Vergangenheit, aber auch, weil sich die Punk-Szene in Deutschland langsam für andere Musik öffnet. Da gibt's viele so neue Projekte von ehemaligen Hardcore-"Größen", die halt jetzt auch eher was anderes machen, auch viel zugänglichere Musik. Und deshalb läuft es darüber recht gut, weil da jetzt auch viel an alternativem Pop passiert.

farce03Und dann im Herbst toure ich länger, zwei Wochen. Im Juni sinds 10 Tage, im Herbst zwei Wochen. Dann werd ich über Österreich, die Schweiz, nach Deutschland und Frankreich, mich grenzlandmäßig ein bisschen aufmachen. Frankreich ist konzerttechnisch eher schwierig. Wien ist gefühlt auch sehr empfänglich. Wenn du Wien und Berlin vergleichst - in Berlin hätte ich nicht die Aufmerksamkeit, die ich hier genieße, weil es dort viel zu viele Leute gibt, die ähnliche Sachen machen. In Wien ist das nicht so. Hier gibt es gefühlt so 50-100 Leute, die was machen und die kennen sich halt alle gegenseitig. Wahrscheinlich sind‘s ein bisschen mehr, aber die kennen sich alle, weil sie immer an denselben Orten sind (lacht). Wenn du eine Person kennst, kennst du alle, und dann kommt‘s drauf an, wie wohlgesonnen sie dir sind und wie gut du bist.

Willst du noch etwas zum Abschluss sagen?

Die Band Munchausen by Proxy sollte als mein größter Einfluss genannt werden. Im Film Der Ja-Sager hat Zooey Deschanel eine Band und die sind mein größtes Vorbild. Das ist die beste Band der Welt. Sie basiert auf einem Klischee, eine Art Art-Rock Band, und die haben einen Song: "Uh-Huh". Das ist das beste Lied der Welt. Great, profound art. I love it (lacht). Mein erster und einziger Einfluss.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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