AUF REISEN

Post aus: Barcelona

IMG 4718Es war mein erstes Mal in Barcelona. Ich muss gestehen, ich bin mit hoher Erwartung diese Reise angetreten. Immerhin musste diese zu erkundende Stadt mit Lissabon mithalten – meiner letzten Reise, von der ich mit Herzchen in den Augen und als eingefleischter Portugal- und Sardinenfan zurückkam. Ich verrate vorab: Barcelona kann mithalten. Am Schönsten war die Einsicht über die Vielseitigkeit der Hauptstadt Kataloniens. Man hat hier praktisch alles, was man braucht. Wenn man es ruhig und gelassen angehen möchte, aber auch, wenn man totally adventurous die Sau raus lassen möchte. Es ist so, als ob Barcelona wie das Leben selbst wäre: Es ist das, was du draus machst.

IMG 4468Traditionell erkunden ich und meine (übrigens großartige) Reisebegleitung die Stadtteile der uns zu Füßen liegenden Metropole. In Barcelona haben es uns dabei vor allem – sowie auch in sämtlichen Reiseführern gepriesenen – das Barri Gòtic (Gotisches Viertel), El Raval und El Born angetan. Gut, in vielen Abschnitten davon ist man erst einmal von den Touristenmassen geflasht, doch hat man diese erst mal ausgeblendet, ist alles wieder gut. Wenn man sucht, dann findet man auch jene Plätzchen, die noch nicht mit Menschen mit saublödem Sonnenhut und der sexy Kombination von Socken und Sandalen befüllt sind. Ein Mix aus kleinen, engen Gässchen und breiten Boulevards versüßen den Tag, dazu grüßt eine wohltuende Reizüberflutung von kleinen DIY- und Vintage-Läden, Boutiquen, Restaurants und Cafés sowie Sehenswürdigkeiten an jeder Ecke.

Top ist auf jeden Fall das wunderschöne und durchdacht angelegte Picasso-Museum, in dem man Stunden verbringen kann, ohne aus dem Staunen zu kommen. Und natürlich Sämtliches, was mit dem Katalanischen Modernismus zusammenhängt, wie etwa Antoni Gaudí (1852 – 1926), dessen Bauten man in Barcelona einfach nicht entkommen kann: Casa Milà, Casa Batlló, Palau Güell oder La Sagrada Familia. Für viele BesucherInnen dieser Stadt tatsächlich gewöhnungsbedürftig und für manch eine/n sogar „unästhetisch“, ging’s bei mir als Fan der Baukunst um 1900 natürlich ab – ein Architekturorgasmus folgte dem nächsten, quasi. Ein schöner Tagesausflug ist übrigens ein langer, ausgedehnter Spaziergang durch den von Gaudí gestalteten Park Güell, der einen irgendwie in eine ganz andere, friedliche, stille, faszinierende Welt - fernab vom Großstadtfeeling - entführt.

IMG 4544Auch gut: VAMOS A LA PLAYA. Direkt beim Stadtteil La Barceloneta liegt der Strand. Und das Meer! Der Strand war sauber, es gab viel Platz und das Wasser war brunzwarm (wie man so schön sagt). Wenn sich Stadt- und Strandurlaub gut kombinieren lassen, dann wirklich in Barcelona. Noch dazu bietet die Strandgegend eine schicke und recht lange Promenade: Untertags lässt sich hier gut Fahrrad fahren (man kann die Fahrradverleih-Läden in der Stadt nicht übersehen), am Abend sollte man sich mal einen kitschigen Spaziergang entlang der Promenade gönnen – versprochen, tut gut!

Was ebenso nicht zu verschmähen ist, ist freilich die Kulinarik. Man kann sich in Barcelona permanent auf einen Food-Trip begeben: sei es die überwältigende Markthalle La Boqueria, oder die zahlreichen Cafés und Restaurants, die einem mit Tostados, Paellas, Tapas oder wenn nötig mit Sangria das Leben verschönern. Hier sei das Café Escac am Plaça del Bonsuccés empfohlen: Recht preisgünstig, aber vor allem lecker kann man sich hier durch den Abend essen.

IMG 4478Abschließend die Geheimtipps zu Barcelona. Die dürfen nicht fehlen, denn hier verbirgt sich diese andere Seite der Stadt, wenn man mal keine Lust mehr auf typische Touristentätigkeiten hat: Einfach mal in die stillen und oft recht gut versteckten Innenhöfe setzen, durchatmen, genießen, oder wie die Einheimischen eine Runde Schach spielen und Zeitung lesen. Hier sei der Innenhof beim Hospital de la Santa Creu i sant pau empfohlen – jedoch nicht dessen Kreuzgang, bei dem man einen lächerlich hohen Eintritt zahlen müsste (angeblich laufen da drinnen niedliche Gänse herum) – sondern jenen rechts um die Ecke (besser wird die Wegbeschreibung leider nicht). Oder der Innenhof in der Nähe der Kathedrale, der obendrein ein sehr nettes „open air“ Café bietet, das Café d’Estiu, welches mir selbst empfohlen wurde und in das man sich so ein bisschen verlieben kann.

IMG 4469Wer dem Leben der Barcelonesen noch ein bisschen näher kommen möchte, der sollte letztendlich in den Stadtteil Gràcia. Eher eine Wohngegend, in der noch alte Zeiten zu herrschen scheinen. Die Siesta wird hier noch streng eingehalten, im Prinzip bleiben die Straßen hier untertags überhaupt leer. Doch entdeckt man die zahlreichen kleinen Plätzchen dieses Viertels, wie etwa den Plaça de la Virreina, dann geht einem das Herz auf: Großteils Einheimische verbringen hier den Tag, und wenn man möchte, taucht man ein in dieses wunderschöne Stimmengewirr an den Café-Tischen und wird abends manchmal von Straßenfesten oder einem Freiluft-Swing-Ball überrascht. Man tanzt in Barcelona – und dies ziemlich oft. Wir haben natürlich mitgetanzt und ich muss sagen, dass ich mich noch nie so wohl und heimisch in einer fremden Stadt gefühlt habe. Also. Einfach auch mal das Tanzbein im Urlaub schwingen.

Barcelona, wir kommen wieder!

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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