AUF REISEN

Post aus: Utrecht

IMG 5244Wem Amsterdam langsam aber sicher zu touristisch wird, der gönnt sich am besten eine halbe Zugstunde in die Studentenstadt Utrecht. Dort, wenn man erst einmal den – zugegeben – schrecklichen und mit Baustellen vollgepflasterten Bahnhof überlebt habt, eröffnen sich einem zuckersüße Möglichkeiten, den Tag verstreichen zu lassen.

Pflastersteine zum Stolpern, schiefe Backsteinhäuser mit Charme, Krimskramsläden ohne Ende, Cafés und Lokale soweit das Auge reicht, Grachten an denen man rauf und runter bummeln könnte, ohne dass einem jemals langweilig wird. Von 11 Uhr vormittags bis in die frühen Morgenstunden Stimmenwirrwarr und Fahrradklingeln in den Ohren – es ist immer etwas los. Und trotzdem nicht zu viel: wenn einem das Getummel plötzlich zu viel wird, dann einfach in die nächste, verwinkelte kleine Seitenstraße rein und Stille genießen. In Utrecht ist jede Ecke authentisch, ehrlich, (noch) nicht gewalttätig von der Tourismusbranche zum Freiluftmuseum konserviert.

Wer dennoch dem Sightseeing nicht abgeneigt ist, dem sei auf jeden Fall der Dom und dessen Platz („Domplein“) empfohlen. Man kann sogar die 465 Stufen des gotischen Turms erklimmen, um den wohl schönsten Ausblick über die Stadt zu ergattern. Außerdem sollte man unbedingt mindestens einmal die zwei „Hauptkanäle“ Utrechts entlangschlendern: Einmal die „Oudegracht“ mit den schönsten Werftkellern, direkt durch das lebhafte Zentrum hindurch, gesäumt von Lokalen, Cafés, Clubs und Einkaufsmöglichkeiten. Die „Nieuwegracht“, der kürzere Kanal der beiden, hingegen führt durch ein ruhiges und betörend schönes Wohnviertel hindurch. Besonders charmant am Abend wenn es dunkel wird, und dennoch alles mit Licht erfüllt wird: die typisch großen Fenster der NiederländerInnen erleuchten alles, mal abgesehen davon, dass man genauestens deren Wohnungen von außen inspizieren kann (für die Voyeure unter uns und so). Wer sich intensiver mit Kunst und Design auseinandersetzen möchte, dem sei das Centraal Museum und das Rietveld-Schröderhaus empfohlen, die uns vor allem das moderne Konzept der niederländischen Gruppierung „De Stijl“ um die Künstler Piet Mondrian und Theo van Doesburg Anfang des 20. Jahrhunderts näherbringen.

IMG 5296Wer seinen Städtetrip eher danach organisiert, sich von Café zu Café und ab einer gewissen Tagesuhrzeit dann von Bar zu Bar zu arbeiten, dem seien folgende Orte ans Herz gelegt: Winkel van Sinkel, Cafe Flater, `t Oude Pothuys, Bakkerswinkel, Sector 3, Keek, `t Gras van de Buren, Ledig Erf, Ekko, … man kann sie eigentlich gar nicht alle nennen. Selbst erkunden! Es ist auf jeden Fall für alle etwas zu finden. In Utrecht kann nämlich jeder und jede glücklich werden. Und das Schöne daran ist: es ist garantiert, dass man sich immer und überall von Einheimischen umgeben findet - gut, wenn man die Stadt hautnah miterleben und kennenlernen möchte.

Obwohl überschaubar, gibt es immer Neues an der Stadt zu entdecken. Sei es etwas Kulinarisches, der neue Laden an der Ecke, eine neue Ausstellung oder ein Seitengässchen, das man bisher noch nicht genau erkundet hat. Also, wer einen Kurztrip mit Alltag-Vergessen-Garantie erleben möchte: ab nach Utrecht und genießen!

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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