AUF REISEN

Post aus: Stockholm

stockholm01Seit einiger Zeit habe ich immer, wenn ich an Schweden denke das Lied "Sommer in Schweden" von Revolverheld im Kopf. Das Lied ist verträumt und Ferienmäßig, erzählt von freier Zeit und weckt das Gefühl von Sonne. Bin ich froh, dass ich Glück und damit Sonne hatte, zumindest so viel stimmt. Die reine Urlaubsstimmung zu kriegen ist aber zumindest in der Altstadt von Stockholm schwierig. Dort wuselt es nur so vor Touristen und Souvenirshops. Der älteste Teil ist Gamla Stan, die Insel, auf der auch das Schloss ist. Die Stadt verteilt sich nämlich über mehrere Inseln, das Meer ist deshalb so gut wie überall zu sehen. Gamla Stan hat abgesehen von dem Schloss hauptsächlich schmale Gassen und sehr alte Häuser. Die sind sehr nett anzusehen, besonders die Seitengassen sind sehr geeignet für Spaziergänge.

stockholm04Wie in so vielen anderen Städten, ist die eigentliche Altstadt aber sehr klein und man ist schnell durch. Obwohl es ein ziemliches Touristenevent ist, sollte man sich beim Schloss aber auf jeden Fall die Wachablöse ansehen. Einerseits ist es ein sehr traditionelles und ein bisschen langweiliges Ritual. Wegen des Königshauses ist es aber gleichzeitig sehr pompös und für die Wachablöse rückt jedes Mal die Marschkapelle an. Genau die macht die Wachablöse so besonders. Erstens, weil schwedische Marschmusik erstaunlich unterhaltsam klingt und zweitens, weil sie in Formation spielen und dabei Choreografien durchführen und zwischendurch auch David Guetta spielen. Obwohl das alles ein bisschen seltsam klingt, finde ich die schwedische Militärkapelle deshalb ausgesprochen unterhaltsam und kann deshalb nur empfehlen, die Wachablöse in Stockholm anzusehen.

Dann kann man aber ruhig einmal die anderen Inseln ansehen. Das Hauptufer gegenüber des Schlosses zieht sich vom Alten Rathaus bis zum Hafen, an dessen Ende die Museumsinsel liegt. Auf dem Stadtplan sieht das wie ein längerer Weg aus, eigentlich ist es aber nur entlang der meisten Prunkbauten. Wegen seiner langen Geschichte und des Königshauses hat Stockholm – wie die meisten europäischen Städte – viele klassizistische Repräsentationsgebäude. Die Oper, das königliche Theater, der Königsgarten, das Parlament auf einer Zwischeninsel. Das Übliche.

In ganz Stockholm werden momentan Häuser und Fassaden renoviert, an vielen Ecken ist man aber noch nicht dazu gekommen. Die Stadt ist deshalb gleichzeitig frisch renoviert und ein bisschen verfallen. Optisch ist das eine spannende Mischung, deshalb wird es auch nicht langweilig. Der Teil der Stadt nördlich von Gamla Stan ist in der Nähe des Wassers sehr voll, es gibt viele Sehenswürdigkeiten, teilweise Einkaufsstraßen und vor allem viele Menschen.

stockholm03Für spannendere Ausflüge abseits dessen würde ich aber den Stadtteil Södermalm südlich der Altstadt empfehlen. Södermalm ist sehr lebendig, ein bisschen ein Hipsterviertel und teilweise auch leicht heruntergekommen. Zwischen den vielen Coffeeshops und Jeansläden auf der Hauptstraße gibt es dort besonders hübsche Ecken. Statuen, kleine Parks und Friedhöfe neben frisch renovierten Kirchen. Mich begeistert es immer, in diesen Wohngebieten in den Durchgängen von Häusern überall kleine Statuen zu entdecken, in Södermalm gibt es die zuhauf. Auch empfehlenswert ist der Weg zum Katharinahissen hinauf, die Aussichtsplattform ragt vom Hügel in die Richtung der Bucht und zur Innenstadt – der Aussicht ist deshalb besonders schön. Außerdem ist der Park vor der Plattform wirklich hübsch und lädt dazu ein, fünf Minuten in der Sonne sitzen zu bleiben.

Stockholm ist voll von schönen Häusern, Denkmälern und Museen. Klar kann man die nach dem Reiseführer abklappern, aber empfehlenswert ist es nicht. Stattdessen bietet sich die Stadt dafür an, planlos einfach alle Inseln entlang zu spazieren und immer wieder mal schauen, was es alles zu entdecken gibt. Besonders die permanente Aussicht auf das Meer beruhigt und bringt gleichzeitig Urlaubsstimmung.

 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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