AUF REISEN

Post aus: Panama

Am bekanntesten ist Panama vermutlich für jene künstliche Wasserstraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet: dem Panamakanal. Durch seinen Bau entwickelte sich die östlich vom Kanal gelegene Hauptstadt des Landes, Panama-Stadt, im 20. Jahrhundert rasch zu einem wirtschaftlichen Zentrum. Doch Panama hat noch viel mehr zu bieten als einen berühmten Kanal und eine moderne, pulsierende Hauptstadt und geizt vor allem nicht mit seinen landschaftlichen Reizen. Mit seinen idyllischen Inseln, traumhaften Stränden und Küsten, artenreichen Nationalparks, tropischen Regenwäldern und Berglandschaften erobert das Land die Herzen aller Naturverbundenen.

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PARADIESISCHES INSELLEBEN
Nordöstlich gelegen von Panama-Stadt findet man das Paradies im Karibischen Meer: die San Blas Inseln. Mehr als 300, teilweise winzige Inseln bilden diese Inselgruppe, die von den Kuna, einem indigenen Volk Panamas, bewohnt wird. Das Erlebnis, ein paar Tage auf einer dieser Inseln zu verbringen, ist ein unvergessliches. Man schläft in kleinen Strohhütten, wird von den Einheimischen mit traditionellem Essen wie Fisch mit Reis und Bohnen und frisch geköpften Kokosnüssen versorgt, erkundet schnorchelnd die Unterwasserwelt oder lässt die Seele baumeln. Das Inselleben beginnt meist frühmorgens, wenn man vom Wind geweckt wird, der durch die Strohwände der Behausung pfeift. Selbst als Morgenmuffel nimmt man das gerne in Kauf. Denn das Gefühl, das man verspürt, wenn man aus dem Bett in den Sand hüpft, die Tür öffnet und bereits mitten am Strand steht, im Morgengrauen barfuß über die Insel läuft, und realisiert, dass man nicht geträumt hat und sich tatsächlich auf einer winzigen Insel mitten in der Karibik befindet, ist unbezahlbar.

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IDYLLISCHE BERGLANDSCHAFTEN
Nachdem man das Inselleben in vollen Zügen genossen und eine große Portion Energie getankt hat, kann man sich als Wanderbegeisterte/r in der Provinz Coclé austoben. Ein idealer Ausgangsort für Tageswanderungen oder mehrtägige Touren ist El Valle de Antón – ein Dörfchen, das in mitten von Wäldern und Bergen liegt. Die große Auswahl an organisierten Wandertouren ermöglicht Jung und Alt die Gegend zu erkunden. Da die meisten Wege markiert sind, kann man diese aber auch auf eigene Faust bestreiten. Ein einzigartiges Erlebnis ist eine abendliche, aber auch schweißtreibende, Wanderung zum Gipfel des Cerro Cara Iguana. Der atemberaubende Ausblick, an dem man sich schon während des Aufstiegs erfreut, ist Ansporn genug, die verbleibende Strecke zu meistern. Ist man rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben angekommen, darf man wohlverdient den beeindruckenden Moment genießen, in dem die umliegenden Berge und Täler im Abendrot versinken. Der perfekte Abschluss für diesen unvergesslichen Ausflug ist der abenteuerliche und wesentlich gemütlichere Abstieg im Licht der Taschenlampe.

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MARINE ARTENVIELFALT UND UNBERÜHRTE NATUR
Wenn man nach ein paar Tagen in den Bergen wieder den Drang nach Meer verspürt, sollte man sich in das kleine, an der Pazifikküste gelegene Dorf Santa Catalina begeben. Die Wellen an diesem Küstenabschnitt Panamas locken schon seit geraumer Zeit eingefleischte Surfer an. Aber auch als Tauch- und Schnorchel-Fan kommt man hier ganz auf seine Kosten. Denn nur eine Stunde mit dem Boot entfernt, im Golf von Chiriquí, befindet sich der als UNESCO Welterbe erklärte Nationalpark Coiba. Die artenreiche Unterwasserwelt dieses Nationalparks, den einige Inseln sowie das sie umgebende Gewässer ausmachen, wird mit Sicherheit keinen Taucher oder Schnorchler enttäuschen. Denn entlang der Korallenriffe tummeln sich nicht nur unzählige farbenfrohe Fische, sondern auch Meeresschildkröten, Mantarochen und Hammerhaie. Für ein Picknick auf einem der schönsten Strände der Welt wird um die Mittagszeit die größte Insel des Nationalparks, Coiba, angesteuert. Da diese im 20. Jahrhundert als Strafkolonie diente und der Zugang deshalb stark eingeschränkt war, beheimatet sie den größten unberührten tropischen Regelwald Zentralamerikas. Aufgrund ihrer vielfältigen Flora und Fauna sowie der weißen Sandstränden und dem kristallblauen Wasser gilt die Insel Coiba als einer der schönsten Flecke Panamas.

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INSELN DER KONTRASTE
Wer sich nach Aufenthalten in kleineren Orten nach etwas Abwechslung sehnt, aber nicht auf Natur verzichten will, steuert am besten eine weitere karibische Inselgruppe an: Bocas del Toro. Die Tatsache, dass sich hier mehr Touristen tummeln als an anderen Plätzen Panamas, lässt diese Inseln nicht weniger charmant erscheinen. Vor allem die gleichnamige Hauptstadt, die sich auf der Insel Colón befindet, wimmelt nur so von Leben. Bunte Boutiquen, Cafés und Restaurants laden zum gemütlichen Bummeln, Plaudern und Speisen ein. Ruhigere Plätze findet man am gegenüberliegenden Ende der Insel, wo man unter anderem die unzähligen Seesterne am Playa Estrella bewundern kann. Wer es jedoch noch naturbelassener bevorzugt, begibt sich direkt mit einem der Wassertaxis, die rund um die Uhr zwischen den Inseln verkehren, auf die Insel Bastimentos. Die Strände im Norden dieser Insel bieten vor allem Surf-Neulingen die besten Voraussetzungen, ihr Können zu verbessern. Wenn man aufmerksam entlang dieser Strände spaziert und Glück hat, kann man in den Bäumen Faultier-Familien entdecken. Um die unterschiedlichsten Vogelarten, Reptilien oder Kapuzineräffchen anzutreffen, erforscht man am besten den restlichen Teil der Insel, der Teil des Nationalparks Bastimentos ist, zu dem auch einige kleinere Inseln aber vor allem die umliegenden Gewässer gehören.

Neben der atemberaubenden Landschaft und Natur, die man tatsächlich in jeder Ecke des Landes findet, fasziniert Panama seine Besucher vor allem mit seinen gastfreundlichen und hilfsbereiten Bewohnern. Denn auch wenn nicht erwartet werden darf, dass alle der englischen Sprache mächtig sind, kann man sich sicher sein, dass sie mit einer Engelsgeduld – und gegebenenfalls mit Händen und Füßen – versuchen werden, selbst den nicht Spanisch sprechenden Reisenden unter uns behilflich zu sein.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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