AUF REISEN

Post aus: Bosnien

Nach dem letzten "Redaktion auf Reisen"-Artikel werden sich einige vielleicht fragen, was Bosnien und Herzegowina neben der spannenden Hauptstadt noch zu bieten hat. Die Antwort ist: "Viel!", und dies auf ebenso ambivalente Weise wie Sarajevo.

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Nur ein paar Stunden mit dem Auto entfernt befindet sich ein wahres Wanderparadies. Es ist zwar sehr wichtig, in diesem Land nicht die ausgetretenen Pfade zu verlassen und sich wirklich sehr genau zuvor zu erkundigen, wo es möglich ist sich zu bewegen, ohne in Gebiete vorzudringen, die noch Minen beherbergen. Hat man sich schließlich eine Route ausgewählt, warten beinahe verlassene und in ihrer Wildheit wunderschöne Berge. Bosniens höchster Berg Maglić bietet eine cirka sechsstündige Wanderung, die zuerst über Hochwiesen und später als Kletterpfad direkt am Felsen zum Gipfel führt. Die Besteigung ist zwar schweißtreibend, jedoch mag es wenig geben, das so atemberaubend ist, wie der Ausblick. Wunderschön grün und bergig erstreckt sich das Land zu allen Seiten und gibt immer wieder den Blick auf türkise Seen frei.

bosnien03Fährt man weiter Richtung Süden, bieten sich einem Wege über gewundene Bergstraßen, die sich entlang von blauglitzernden Flüssen winden. Nach und nach flacht das Land ab und die Touristenzahlen nehmen zu. Bei dem kleinen, schönen Städtchen Konjic kann Titos Bunker besichtigt werden. Das drittteuerste Bauprojekt des Präsidenten Jugoslawiens befindet sich in einem Berg und sollte 300 Leuten im Falle eines atomaren Krieges Schutz bieten. Die spannende Führung tief ins Innere, bietet die Möglichkeit das Inventar und die bis heute funktionstüchtigen Maschinen näher zu betrachten.

Fährt man weiter, erreicht man Mostar, dessen berühmte Brücke Massen von Touristen anlockt und einen fragen lässt, wieso man nicht, im vom Flair gleichen, aber weniger touristischen Konjic geblieben ist. Auch die nahen Karstquellen von Vrelo Bune und die Kravica Wasserfälle lassen erahnen, wie das ganze Land aussehen wird, wenn es mehr Touristen großflächig für sich entdecken. Zwar hat das Land unglaublich viel zu bieten und große Teile sind von Menschenmassen noch unberührt, jedoch wäre es jetzt an der Zeit Richtlinien für einen sanften Tourismus aufzustellen, bevor in einigen Jahren nichts mehr von der Schönheit Bosniens übrig sein wird.

Ganz im Süden hat das Land für 100 Jahre einen Meereszugang zugesprochen bekommen. Der Teil verschwindet neben dem benachbarten kroatischen Dubrovnik beinahe, steht diesem aber von der Sonnenintensität und der Qualität des kristallklaren Meerwassers in nichts nach. Hier urlauben vor allem die Einwohner von Ex-Jugoslawien und jene, die mittlerweile im Ausland leben. Da sonnen sich schwedische Bosniaken neben deutschen Serben und das Thema des friedlichen Nebeneinanders ist wieder sehr präsent.

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Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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