AUF REISEN

Post aus: Huasteca Potosina

Etwa sieben Stunden südlich von Monterrey liegt im Bundesstaat San Luis Potosi Huasteca Potosina, eine wunderschöne Region, die unzählige Wasserfälle und andere Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Aufgrund der etwas abgeschiedenen Lage begegnet man dort an Touristen vor allem Mexikanern.

potosina01BEGLEITENDE UMSTÄNDE
Die beste Zeit, um dort hinzureisen, ist der Frühling. Es ist eine sehr feuchte Gegend, weswegen man bei 25 Grad unglaublich zu schwitzen anfängt und sich sofort unter eine kalte Dusche wünscht. Es gibt zwei Möglichkeiten, um Huasteca Potosina zu erkunden: Entweder schließt man sich einer anderen Reisegruppe an und lässt sich überall hinbringen oder man mietet sich selbst ein Auto ist dadurch etwas unabhängiger. Zweiteres machten wir und tingelten so mit unserem VW irgendwas, Automarken und so sind nicht meine Stärke, durch das Land, um Kindern, Schweinen, älteren Leuten, anderen Autos oder sonstigem Dingen auf der Fahrbahn, auszuweichen. Die Straßen sind eher schlecht, vor allem abseits der regulären Route bestehen sie mehr aus Schlaglöchern als aus Beton. Der Regen verwandelt diese dann in einen braunen Sumpf, der lange zum Trocknen braucht. Unser schon fast tiefer gelegtes Auto freute sich nicht sonderlich über die am Weg liegenden Steine, auch eine Geschwindigkeit von 10 km/h war manchmal zu viel, aber vorwärts muss man ja dann irgendwie doch.

ES LEBEN DIE WASSERFÄLLE!
Die Menschen hier lieben ihre Wasserfälle und haben es sich anscheinend zum Ziel gesetzt, alle, die es so in diesem Land gibt, zu sehen. Alleine in dieser Region gibt es fünf, die alle etwa zwischen einer und zwei Stunden auseinander liegen. Zu bedenken ist, dass während der Regenzeit (September und Oktober) die Wasserfälle entweder komplett gesperrt oder nur teilweise zugänglich sind. Was wiederum den Vorteil hat, dass nicht eine Million andere Touristen hinter einem stehen und einem die Ellbogen in den Rücken drücken, um doch auch endlich dreißig Fotos davon machen zu können. Jedoch kann man ansonsten darin schwimmen und das Wasser ist grün und nicht braun. Generell gilt, dass man möglichst früh oder spät bei den Sehenswürdigkeiten ankommen sollte.

potosina02BRUCHTAL MITTEN IN MEXIKO
Ein weiterer Abstecher führte uns nach Xilitla, das noch etwas weiter südlich liegt. Dort hat der Künstler Edward James in den Bergen (auch diese Straßen sind abenteuerlich) mitten in den Dschungel einen riesigen surrealistischen Skulpturenpark hineingebaut. Und das sind nicht so hier und da einmal kleinere Statuen oder Gebilde, sondern große Häuser, denen nur das passende Interior fehlen würde. Man fühlt sich wie in "Herr der Ringe" in Bruchtal und fragt sich, ob der Ort im Film nicht doch davon inspiriert worden ist. Zwischen den Bäumen hängen Lianen hinunter, die sich nach Gummi anfühlen und mit denen man wie Tarzan durch den Dschungel schwingen will.

Umso teuer Montererey ist, desto billiger ist der Süden Mexikos, natürlich abgesehen von Touristenhotspots wie Cancún oder Los Cabos. Gefrühstückt haben wir um 1,50€ pro Person, ein Abendessen gab es um etwa 2,5€. Bereits zum Frühstück kann man Fleisch essen, weil Mexikanerinnen am liebsten deftige Lebensmittel mögen. Die vegetarische Variante gibt es dann mit Kaktus oder Eiern – vorsicht alles ist immer scharf, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Und es schmeckt auch alles unglaublich gut. Man sollte nur generell keine europäischen Verhältnisse oder regelmäßigen Kontrollen der nicht existenten Hygienevorschriften erwarten. Am Straßenrand gibt es einfach unzählige kleine Stände, an denen gekocht wird, und an denen alle, die am Weg zur Arbeit oder zur nächsten Stadt, sind ein kleines Frühstück einnehmen. Englisch kann auch niemand und man wird etwas komisch beäugt, weil man eben weiß ist, aber alleine die Landschaft und Xilitla sind diese Reise wert.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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