AUF REISEN

Post aus dem Süden Mexikos

Nach vier endlosen Monaten im kühlen Norden zog es mich Anfang Dezember endlich in den Süden dieses riesigen Landes (Mexiko ist ungefähr so groß wie Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen). Einen Monat lang reiste ich durch die Gegend und eines sei gesagt: Alles habe ich bei weitem noch nicht gesehen.

Allgemein ist es so: je südlicher man sich aufhält, umso günstiger ist alles und umso besser ist das Essen. Falls ihr einmal Mexiko bereisen möchtet, hier ein paar Tipps oder Städte, die besonders zu empfehlen sind:

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RIVIERA MAYA
Tulum ist schön. Der Strand ist ein Traum und der schönste, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Aber Tulum ist teuer. Immens teuer. Die Taxis sind teurer als an anderen Orten, die Hostels auch, das Essen sowieso. Normalerweise zahlt man für ein gutes Abendessen etwa 100 Pesos (= 5 Euro). Dort sind es circa 150 Pesos und da hat man auch schon länger gesucht, um nicht zu viel Geld auszugeben. Also gerne mal in Tulum stehen bleiben und einen Tag am Strand die Seele baumeln lassen, aber dann besser in einer anderen Stadt übernachten. Oder man hat viel Geld. Dann ist es dort bestimmt wunderschön und man wird vom Rauschen der Wellen aufgeweckt. Außerdem sind die meisten Strände privatisiert und es ist nicht ganz einfach herauszufinden, wie man gratis dorthin gelangt.

Etwa drei Stunden mit dem Bus entfernt von Tulum liegt die Insel Holbox. Die Anreise ist etwas mühsam, aber sie lohnt sich auf jeden Fall. Eigentlich braucht man nie Schuhe anzuziehen, weil im ganzen Ort Sand am Boden liegt. Der weichste und schönste Sand, den ich je gefühlt habe und den ich am liebsten immer auf meinen Füßen spüren würde. Alle sind entspannt und schauen sich abends gemeinsam den Sonnenuntergang an.

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HIGHLIGHTS
Meine Lieblingsorte waren Oaxaca und San Cristóbal. San Cristóbal de las Casas ist der südlichste Bundesstaat von Mexiko und grenzt dementsprechend an Guatemala. Die Stadt liegt in den Bergen, deswegen ist es nachts auch eher kalt. Im wunderschönen Zentrum reiht sich ein Restaurant an das nächste, auf der Straße musizieren tolle KünstlerInnen und gefühlt die ganze Welt hat sich an diesem Ort versammelt, um ein Stück davon mitzunehmen. Ich habe Australier, Franzosen, Belgier, Deutsche, Estländer, usw. kennengelernt. Ein Abendessen bekommt man für 60 Pesos (= 3 Euro) und am Markt kann man sich 5 Bananen für 4 Pesos (sehr, sehr wenig Geld) kaufen.

Oaxaca hingegen ist einen Ticken teurer, jedoch auch größer. Die ganze Woche lang ziehen ewig lange Paraden durch die Straßen, woran anscheinend die gesamte Bevölkerung beteiligt ist. In den Innenhöfen findet man ganz wunderbare Cafés, die traumhaftes Essen servieren. Abends trinkt man mit den einheimischen Mezcal – ist dem Tequila ähnlich, nur stärker – und singt mexikanische Lieder in die Nacht hinein. Weil irgendwie alle MexikanerInnen jedes Lied auswendig können, das es so gibt.

Vor allem Oaxaca und San Cristóbal de las Casas sind so wie man sich Mexiko in seinem Kopf vorstellt: mit bunten Häusern und Straßen, schreienden VerkäuferInnen und dem alltäglichen Leben auf der Straße.

Bei allen Busreisen oder Fahrten in sogenannten colectivos (kleine, extrem günstige Autobusse) gilt: Die Fahrer führen anscheinend einen Wettlauf gegen die Zeit und den Teufel persönlich. Die rasen mit allen durch die Landschaft, auch bei kurvenreichen Strecken. Deswegen entweder einen sehr robusten Magen haben, geborener / geborene MexikanerIn sein, sich Magentabletten einwerfen, die einen umhauen und sechs Stunden schlafen lassen, oder sich die Seele aus dem Leib kotzen.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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