AUF REISEN

Post aus: Kopenhagen

kopenhagen04 04

Einmal kurz frischen Wind um die Nase wehen lassen? Kein Problem, lass uns doch spontan nach Kopenhagen fliegen und ein Wochenende einfach Mal im Hygge-Modus verbringen. - So sprach eine Freundin zu mir und ich folgte der Verlockung nur allzu bereitwillig. Verhieß der Kurztrip doch warme Zimtschnecken, gemütliche Cafés und überhaupt einen kurzzeitigen Tapetenwechsel.

kopenhagen01 01Gesagt, getan. Dank einem kostengünstigen Schnäppchens ging es aus dem plötzlich sonnig werdenden Wien hinein ins graue Kopenhagen. So zumindest laut dem Wetterbericht. Aber offenbar war das Glück oder auch die Sonne auf unserer Seite und es klarte in Kopenhagen bei unserer Ankunft wieder auf. Der Flug dauerte nur eineinhalb Stunden, was mich überraschte, ich hatte mit einer sehr viel weiteren Flugdauer gerechnet. Nicht nur deswegen bietet sich Kopenhagen ideal für einen Wochenendbesuch an, jedoch zahlt man unter dem Strich wohl genauso viel wie für manche andere Städte in einer ganze Woche. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man einen günstigen Flieger bucht.

Nachdem uns drei Unterkünfte wieder abgesagt haben, fanden wir letztlich ein kleines Dachgeschoßzimmer, etwas außerhalb vom Zentrum. Für zwei Nächte waren wir nicht wählerisch und nahmen das Angebot hin, obwohl wir in Wien für den selben Preis sicherlich Frühstück an das Bett geliefert bekommen hätten. Aber wer will schon lange schlafen und in der Wohnung sein, wenn es doch eine ganze Stadt zu entdecken gibt?! Da wir an einem Freitagabend ankamen, schalteten wir nur kurz Google Maps ein, um eine erste Bar-Erkundungstour auf die nahe gelegenen Straßen eingrenzen zu können.

Die Suchfunktion half uns in wenigen Minuten eine stylische Bar namens "Pixies" auszukundschaften. Beim Betreten umfing uns Kerzenschein, ein DJ an den Turntables und angeregtes Gemurmel auf Dänisch. Wir planten in der Bar unseren kommenden Tag und entschieden uns für eine der Free Walking Touren durch die Stadt. Drei Stunden lang quer durch Kopenhagen und dabei sämtliche Touristenattraktionen der Stadt abklappern. Für einen Preis, den wir am Ende selber festlegen konnten - mehr als fair.

Bevor es am nächsten Tag zum verabredeten Treffpunkt ging, steuerten wir noch die Kette "Espresso House" an. Sicherlich nicht das beste Plätzchen für typische Zimtschnecken, aber wir waren froh, überhaupt Unterschlupf bei dem Regenwetter zu finden. Pünktlich zu 11 Uhr und zum Start der Tour strahlte dann auch wieder die Sonne und frohen Mutes ging es mit rund 25 anderen Stadtbesuchern los zur Erkundungstour. Unterwegs durchquerten wir eine der ältesten Straßen, standen vor dem Keller in dem das berühmte Bier "Carlsberg" erfunden wurde und hörten spannende Geschichten zur Königin Margrethe II. von Dänemark. Oder wusstet ihr, dass sie sechs Sprachen fließend spricht und sie 1977 unter dem Pseudonym Ingahild Grathmer auch die dänische Ausgaben Herr der Ringe illustrierte?

kopenhagen02 02Im Anschluss fiel uns die Qual der Wahl sehr schwer, denn Kopenhagen macht es einem nicht gerade leicht, sich für ein Café zu entscheiden. Positiv überrascht bemerkten wir, dass die Teetassen hier um einiges größer sind als bei uns in Wien. Natürlich ist auch der Preis signifikant höher. Aber das vergassen wir ganz schnell wieder, als erstmal die große dampfende Teetasse vor uns stand.

Im Anschluss gab es noch einen Bummel über eine der längsten Fußgängerzonen der Welt. Die Strøget zieht trotz der zahlreichen Einheitsbrei-Stores nach wie vor zahlreiche Besucher an. Während wir über diese Straße schlendern fällt uns auf, dass wir kaum noch dänisch hören und lassen uns lieber wieder von der Stadt verleiten uns in kleinen Seitenstraßen zu verlieren. Auch der Freistadt Christiania statteten wir einen Besuch ab und erfreuten uns an den vielen verschiedenen Kulturen, die hier stets bei Musik und Streetfood und einigen anderen Dingen zusammen kommen.

Nebenher diskutieren wir, wonach die Sprache nun eigentlich genau klingt. Eine kurze Suchanfrage bei Google ergab, dass die meisten deutschsprachigen Touristen der Meinung sind, es hört sich an als ob man mit einer heißen Kartoffel im Mund versuchen würde zu reden. 

Für den Abend empfehle ich unbedingt eine Reservierung in einem der stylischen Restaurants zu machen. Wir mussten uns, ohne Reservierung versteht sich, noch längere Zeit mit Plätzen an der Bar begnügen und auf einen frei werdenden Tisch warten.

Vielleicht waren es die dänischen Schnäpse oder einfach nur die Reiselust: Wir entschieden uns spontan dazu früh schlafen zu gehen um am nächsten Morgen mit dem Zug noch ins 28 Kilometer entfernte Malmö fahren zu können. Ein Ticket kostet mit dem Zug für eine einfache Fahrt rund 12 Euro. Der Flixbus ist mit 6 Euro pro Fahrt deutlich preiswerter.

Malmö eignet sich perfekt für ein paar Stunden zur Besichtigung. Zwischendrin blieb uns noch genügend Zeit einzukehren und das herrliche Frühstücksangebot in einem der süßen Cafés zu probieren. Wir hatten Glück, die Stadt war an einem Sonntag nicht überlaufen und viele Sehenswürdigkeiten hatten wir daher ganz für uns alleine.

Der Zug bringt einem über die bekannte Öresundbrücke direkt zum Flughafen. So lagen wir Sonntagabend bereits wieder in den eigenen Betten, die sich plötzlich viel weicher als üblich anfühlten. Anstelle von Souvenirs haben wir uns Hygge-Alarm für die eigenen vier Wänden mitgebracht.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

Back to Top