AUF REISEN

Post aus: Mexiko-Stadt

In meiner Vorstellung war Mexiko-Stadt immer dieses Moloch, bestehend aus Beton und Abgasen, das die Menschen verschlingt, und man nebenbei noch von einigen Straßendieben unauffällig ausgeraubt wird und/oder mit einem Messer von oben bis unten aufgeschlitzt wird. Unseren angstmachenden Medien sei dank. Die Realität sieht ganz anders aus.

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¡Qué viva la Ciudad de México!

Eines ist die Hauptstadt Mexikos auf jeden Fall, so wie der Rest des Landes auch: riesig. Es hat sich in etwa so angefühlt, als ob die Bezirke 1–9 in Wien das Zentrum Mexiko-Stadts ausmachen würden. Da fährt man dann mit der einen U-Bahn-Linie, um ein paar Stationen weiter in die nächste umzugsteigen, fährt noch ein paar Minuten mit dem Zug, geht nochmal zwanzig Minuten zu Fuß und befindet sich noch immer im selben Bezirk. Bei uns wäre man schon in einem anderen Land.

Colonias

Die einzelnen Bezirke unterteilen sich in weitere sogenannte Colonias, wie zum Beispiel die Colonia Roma, die ja vor einigen Monaten WEGEN DES FILMES in aller Munde war. Und wunderschön und ruhig ist. In der Mitte der Fahrbahn befindet sich ein grüner Streifen für alle Fahrradfahrer, Fußgänger, Hunde und sonstige Ideen, um sich anders als mit dem Auto fortzubewegen. Die Straßen sind sehr großzügig und weit. Menschenmassen trifft man eher nur in den touristischen Zentren oder den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Ansonsten ist alles sehr unaufgeregt und man spürt nicht die Hektik sonstiger Großstädte. Wahrscheinlich trifft das nicht auf alle Stadtteile zu und in anderen Gegenden wird es ganz anders aussehen, aber die touristischen Ecken sind eher so als anders.

Man merkt sehr stark den Einfluss europäischer Kultur und Architektur. Die Häuser sehen so aus, als ob sie in Spanien oder Frankreich stehen könnten. Die großen Sehenswürdigkeiten sind entweder vor Jahrhunderten von Spaniern erbaut worden oder bewusst in einem europäischen Stil von mexikanischen Architekten konzipiert worden. Unter anderem natürlich auch deswegen, weil Dinge, die aus Europa stammen, einen höheren Stellenwert besaßen und auch noch immer besitzen.

Coyocán ist ein weiterer wunderbarer Bezirk dieser atemberaubenden Stadt. Hier befindet sich auch das Geburtshaus Frida Kahlos, das klarerweise von Touristen überrannt wird. Ob die Künstlerin mit ihrer heutigen Kommerzialisierung einverstanden wäre, ist eine andere Frage. Etwa fünf Minuten davon entfernt, befindet sich der Markt und das Zentrum dieses Viertels mit unzähligen Bars, Restaurants und sonstigen Möglichkeiten, um sich zu amüsieren.

Tacos, Fruchtsäfte, Mexiko-Stadts Klima und Sehenswürdigkeiten

An Essen findet man alles, was das Herz begehrt. Vor allem gibt es eine sehr große Auswahl an Tacos, und unter anderem auch vegetarische und vegane Optionen. Sehr beliebt und billig sind frisch gepresste Fruchtsäfte, die man an jeder Straßenecke für etwa einen Euro bekommt. Dadurch, dass das Obst selbst meistens aus Mexiko stammt, schmecken die Säfte umso fruchtiger und frischer.

Das Klima in Mexiko-Stadt ist sehr angenehm, wobei es im Winter auch sehr kalt werden kann und die Mexikaner dazu neigen, keine Heizung zu haben. Tagsüber kann es ab April schon einmal um die dreißig Grad haben. Jedoch sind die Nächte stets extrem frisch und es kühlt auf etwa 12 Grad ab. Das liegt daran, dass die Stadt auf einigen tausend Höhenmetern liegt. Deswegen auch immer warme Sachen einpacken, wenn man hinfliegt! 

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Um Mexiko-Stadt gerecht zu werden, muss man mindestens eine Woche einplanen, wenn nicht sogar mehr Zeit, wenn man nicht jeden Tag um neun Uhr aufstehen will und von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen will. Für einige Sachen braucht man einen ganzen Tag, so wie etwa die Pyramiden von Teotihuacán, die etwas außerhalb der Stadt liegen oder die Jungfrau von Guadalupe. (Der Jungfrauenkult spielt in Mexiko generell eine große Rolle. Ja, es ist komisch und ja, es spiegelt sich in der Gesellschaft wider.) Aber man muss generell keine Angst davor haben, ausgeraubt zu werden oder Opfer sonstiger Verbrechen zu werden. Das sei hier klar gestellt.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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