AUF REISEN

Post aus: NYC

All diese blinkenden Lichter, die hupenden Autos, das Gewusel, der Gestank. Ja, ich habe viel vorab über New York und sein vielfältiges Straßenpflaster gelesen und konnte mir ein gutes Bild von den verschiedenen Seiten der Stadt machen. Dachte ich. Doch dass ich bei meiner Ankunft alle voreiligen Schlüsse über den Haufen werfen konnte, überraschte mich sehr.
 

"There is something in the New York air that makes sleep useless."
– Simone de Beauvoir

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Wer in New York ebenfalls am Flughafen J.F. KENNEDY landet, hat mehrere Möglichkeiten in die Stadt zu gelangen. Das Taxi ist natürlich für viele die erste Anlaufstelle, es gibt jedoch auch die Option mit der Bahn direkt in das Gewusel einzutauchen und sich auf den bevorstehenden Großstadt–Dschungel vorzubereiten. Mein Tipp gleich an erster Stelle: unbedingt im Flugzeug genügend Schlafen. Denn gleich beim Betreten des amerikanischen Bodens muss man wache Augen und Ohren haben. Am preiswertesten kommt man mit dem Bus vom Flughafen in das Zentrum. Eine einfache Fahrt kostet 20$ und bringt euch direkt vor die Tore des GRAND CENTRAL TERMINAL. Dieser ist ein Bahnhof in Manhattan mit beeindruckendem Deckengewölbe.

Pssst, durch Zufall bin ich aber auf noch etwas spannendes gestoßen: In dem Untergeschoss gleich neben dem Lokal OYSTERBAR könnt ihr eure Begleitung überraschen. Die altehrwürdige Architektur ist so gebaut, dass sie als Flüsterbogen genutzt werden kann. Egal wie laut es in der Station ist, wenn ihr jeweils in einer Ecke des Bogens steht und etwas an die Wand flüstert, kann die Begleitung es auf der anderen Seite so hören, als würdet ihr direkt neben ihr stehen. Ein tolles Erlebnis, an dem viele PassantInnen ungesehen und ungehört vorbei gehen.

In der Central Station kann man sich im Anschluss auch sogleich U-Bahn Tickets holen. Da ich fünf Tage vor Ort war, lohnte es sich, für 33$ das Wochenticket zu nehmen.

Gleich danach startete ich mit der Stadterkundung. Besonders beeindruckend für jede/n BesucherIn ist wohl der Rooftop des GOOGLE-KONZERNS. Durch einen glücklichen Zufall wurde ich eingeladen und konnte mir sogleich nach der Ankunft einen super Überblick aus der Vogelperspektive verschaffen. Solltet ihr die Möglichkeit haben, zögert nicht und schaut vorbei. Es lohnt sich. Wer nicht ins Google Office hinein kommt oder nicht hinein möchte, da man seine Emailadresse angeben muss, hat trotzdem die Möglichkeit die Stadt dank der unzähligen Dachterrassen-Bars zu erleben. Alleine im Zentrum wurden mir bei meiner Suche auf dem Handy mehr als 30 in nächster Nähe angezeigt.

Ein heißer Tipp: Schaut im DREAM DOWNTOWN vorbei. Hier gibt es nicht nur ein kleines Hoteleigenes Café, sondern auch einen echt schrägen Fotohotspot. Wenn euer Blick in der Lobby nach oben schweift, seht ihr keine herkömmliche Decke, sondern vielmehr einen Swimming Pool - beziehungsweise den Boden eines Pools. Man selbst steht darunter und kann den SchwimmerInnen von unten zusehen, wie sie über einen hinweggleiten. Apropos hinweggleiten: Lasst euch vom Fahrstuhl ins Dachgeschoss bringen und dort den Blick über die Stadt gleiten. Wir sind hochgefahren ohne oben etwas zu konsumieren und wurden vom Personal in Ruhe gelassen.

Generell fragt die Stadt selten bei euch an, worauf ihr Lust habt. New York bietet von allem mehr als genug, man muss sich nur selbst bedienen. Egal, was ihr erleben möchtet und wonach es gelüstet.

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Da ich gerne zu Fuß unterwegs bin, habe ich mir viel erlaufen. Ein guter Einstieg bietet die HIGH LINE. Dies ist eine rund zwei Kilometer lange, nicht mehr genutzte Güterzugtrasse im Westen von Manhattan. Von 2006 bis 2014 wurde sie zu einer Parkanlage, dem HIGH LINE PARK, umgebaut. Seit dem kann man es sich als Tourist nicht mehr ohne vorstellen. Liebevoll werden Pflanzen dort aufgezogen, entsteht viel Kunst und auch die umliegenden Häuser werden einbezogen. Man wandelt über den Straßen New Yorks und hat eine beeindruckende Vogelperspektive auf das Geschehen unter sich. Besonders cool ist die große Glasscheibe, welche wie eine Kinoleinwand über eine große Straße gebaut wurde. Die "ZuschauerInnen" können in mehreren Reihen sitzen und die Geschehnisse auf der Straße verfolgen. Ein wunderbares Spektakel, bei dem man auch einmal länger verweilen kann und die müden Füße zur Ruhe kommen.

So viel Spaziergang macht hungrig. Für diesen Anlass kann ich nur den FOODMARKET SMORGASBURG in Williamsburg empfehlen. Dieser findet samstags zwischen 11 bis 18 Uhr statt und das auch bei Wind und Wetter. Ihr könnt euch durch die neuesten Trends rund um kulinarische Schmankerl kosten und stolze 100 Stände stehen bereit, um euren Gaumen zu verköstigen. Da fällt die Entscheidung definitiv nicht leicht. Mit der Verköstigung eurer Wahl geht es dann an das Wasser und ihr genießt einen tollen Cityblick.

Da wir gerade schon auf dieser Seite von New York sind, empfehle ich gerne auch direkt im Anschluss noch einen Spaziergang durch DUMBO. Ein besonderes hippes Viertel mit vielen tollen Geschäften und kleinen Cafés.  Wem es zu viel wird im New Yorker Gewusel, der sollte einen Abstecher zum BROOKLYN BRIDGE PARK machen. Egal, ob ihr euch entscheidet, oben entlang zu laufen und den Blick über das funkelnde Wasser und die Stadtszenerie zu werfen oder unten, entlang der Quais, wo alles noch in Entstehung ist. Im Anschluss darf der obligatorische Gang über die gleichnamige und viel fotografierte Brücke nicht fehlen. Wenn dann Manhattan im Abendlicht vor euch versinkt, hat es tatsächlich etwas magisches.

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Nicht ganz so magisch mutet die FREIHEITSSTATUE an. Man steht lange für die Besucherboote an und einzig das MUSEUM OF IMMIGRATION, welches näheres zur Geschichte der Einwanderung in die Vereinigten Staaten erzählt, ist wirklich sehenswert. Mit der Fähre könnt ihr aber noch weiter fahren und so auch bis zum Stadteil QUEENS gelangen. Dort gibt es einen Cookies Store, bei welchem die Leute schon 15 Minuten vor der eigentliche Öffnungszeit anstehen, um die warmen und fast flüssigen Kekse zu erstehen und mit seligem Lächeln und einer süßen Wolke aus duftendem Frischgebackenem das Geschäft wieder zu verlassen. 

Ich habe es genossen, öfters alleine durch die wuselige Stadt zu schlendern und zu kosten. Vielleicht, weil man in Urlaubsstimmung war, vielleicht aber auch, weil es einfach Mittel zum Zweck war, habe ich bewusst versucht, alles etwas langsamer anzugehen, als die geschäftigen Einheimischen.  Aufregung bringt selten etwas und an den hohen Preisen für Nahrungsmittel in New York wird es wohl ebenfalls kaum etwas ändern.

Die Zeit verflog gefühlt trotzdem viel zu schnell und es steht noch so viel auf der Liste für einen erneuten Besuch. Dieser wird daher folgen, denn um es im Stil von Simone de Beauvoir zu halten: Wer eimal New Yorker Luft geatmet hat, wird es wieder tun wollen.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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