THEATER

Autos

autos01Das Stück beginnt mit düsterer Musik, chorischen Klängen und einem transparenten Vorhang, der sich sehr langsam öffnet. Künstlicher Nebel schwappt über den Bühnenrand und das Ensemble tritt auf – 3 Männer, 2 Frauen. Alle haben schwarze, bis zum Boden reichende Kleider an. Das Bühnenbild hat nur eine Farbe – Weiß. Der Boden formt eine schräge und das Licht gestaltet die Atmosphäre.

"Autos" ist das neue Stück von Enis Maci. Es wurde im  SCHAUSPIELHAUS uraufgeführt. Die 1993 geborene Autorin hat ein surreales Stück erschaffen, das voll und ganz vom Text getragen wird und viel Konzentration erfordert. In ihm werden persönliche und wahre Geschichten verarbeitet, wie der Tod von Daniel Kübelböck oder das erste Ereignis bei dem das Auto als Waffe eingesetzt wurde.

Ein Mann und eine Frau begeben sich auf eine Autofahrt. Sie sind Geschwister und arbeiten bei dieser Reise ihre Familiengeschichte auf. Eine dritte essentielle Figur spielt das Autoradio. Diese wird von drei Schauspielern dargestellt. Wie weiter oben bereits erwähnt, wurde sich auch bei der Inszenierung, von Franz-Xaver Mayr, auf den Text gesetzt. Dieser ist sehr schwer und erfordert eine hundertprozentige Aufmerksamkeit. Die Realität dieser Autofahrt und die Ereignisse, welche im Autoradio zu hören sind vermischen sich. Unsicherheit kommt auf; ist dies nun die Realität oder Phantasie?

Rhythmus und Gesang sind weitere Tools, die vom Regisseur aufgenommen werden. Es kommt zu chorischen Gesängen vom Ensemble, welche das Stück weiter ins düstere ziehen. Ein Gefühl des Unbehagens kommt beim Publikum auf. Mitten im Stück verlassen Zuschauer die Vorstellung.

Ein Teil des Ensembles ist eine Opernsängerin. Sie sticht heraus und teilt auf der Bühne ihr Talent. In einer Szene kommt es zu einem Sprechkanon, in dem immer ein weiterer Schauspieler*in ein paar Sätze mitredet. Es ist immer die gleiche Abfolge an Sätzen und durch das andauernde Wiederholen brennen sie sich regelrecht ein.

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Wenn man sich entscheidet sich dieses Theaterstück anzuschauen, dann nur ausgeschlafen und mit einer großen Portion Konzentration. Vielleicht würde man besser mitkommen, wenn man das Stück lesen würde. Durch das unauffällige Bühnenbild besteht die Gefahr des Abschweifens. Die Schauspieler*innen zeigen Talent, nicht nur in ihrer Performance, welche sich nüchtern und statisch äußert, sondern auch in dem sie uns diese Brocken an Texten vermitteln, die Enis Maci sorgfältig zu Papier gebracht hat.

Zu sehen im Schauspielhaus: 2., 3. und 4. April 2019; Dauer: 100 Minuten

 

 

Wien. Mehr Kultur.
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