Klassische Musik neu erleben

npo02Die Konzerte des Non-Profit Orchestra (NPO) sind immer etwas ganz besonderes. Jede ihrer Aufführungen stehen unter einer bestimmen Thematik, sei es Barock, Klassik oder etwas anderes. Die Musiker/innen sind auch oft entsprechend der Jahreszeit gekleidet. So begrüßten sie das Publikum in früheren Jahren zur Weihnachtszeit mit Rentier-Hörnern und Weihnachtsmützen. Dieses Jahr empfing uns das Orchester ganz in schwarz gekleidet, mit - passend zur Weihnachtszeit - gold/gelben Accessoires. Dieses Weihnachtskonzert spielte - ganz im Zeichen des Barocks und diesmal unterstützt durch ein Cembalo - zuerst ein Concerto von Vivaldi, setzte mit einem Violinkonzert von Bach fort und schloss vor der Pause mit einer Suite im alten Stil von Alfred Schnittke. Schnittke war zwar kein Musiker des Barocks, jedoch passte diese Suite thematisch einwandfrei in die Reihe der anderen Stücke.

Nach einer kurzen Pause, in der Brötchen und Getränke en masse bereitgestellt wurden, ging es auch schon weiter. Gespielt wurde zuerst ein Konzert von Georg P. Telemann, in dem die Solistin an der Blockflöte eine unglaubliche Leistung hinlegte. Darauf folgte, nach einer kurzen Zugabe der Flötistin, ein Concerto Grosso von Arcangelo Corelli, ein bekanntes Weihnachtskonzert. Nach heftigem Applaus folgten zwei Zugaben: zuerst das Weihnachtsoratorium von Händel und danach, ganz typisch für die Konzerte des NPOs, ein Lied der Popkultur, das fast jeder kennt: "Santa Claus is coming to Town". Somit war das Konzert beendet, doch wer mochte, hatte danach immer noch die Möglichkeit, sich bei einem Bier oder Sekt mit den Musikern zu unterhalten.

Gegründet wurde das NPO im März 2012 von Peter Stratil und Anita Trenkwalder. Beide spielten davor in anderen Orchestern, aber das war nicht das, was sie eigentlich wollten. Das Ziel war ein Orchester voller junger Leute im Alter von 18 bis 36 Jahren, mit denen man danach auch noch auf ein Bier gehen könne. Weit weg von der Steifheit, die noch zu oft in diesen Kreisen vorherrscht. Die Musiker/innen kommen alle aus unterschiedlichen Berufsschichten: Von Ärzten und Juristen bis hin zu Kulturmanagern und Studenten ist alles dabei. Die Instrumentalisten/innen spielen allein aus Spaß an der Musik mit, niemand von ihnen schlägt daraus Profit. Denn dafür steht auch der Name des Orchesters. Die Einnahmen werden einzig dafür verwendet, die gemieteten Säle zu bezahlen.

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Dies spürt man als Zuseher bei jedem einzelnen ihrer Konzerte. Die Freude und der Spaß, den die Musikerinnen und Musiker an ihrem Spiel haben, schwappt quasi in das Publikum über und es entsteht eine ehrliche und reine Freude am Gehörten. Dies ist eine wunderbare Art mit klassischer Musik umzugehen, die heutzutage oft sehr verstaubt und steif daher kommt. Doch junge Leute mit so einer Leidenschaft zu sehen, gibt dem ganzen wieder einen neuen Schwung und weckt das Interesse an dieser Art der Musik enorm.

Dies kann man zweimal jährlich, jeweils im Frühjahr und im Winter, bei den Konzerten des NPOs live miterleben.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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