Stuart Freeman: Der perfekte Mann fürs Radio

freeman01Aus Blackpool in England stammend, begann er seine berufliche Karriere als Plattensammler. Seine offene Art und sein Talent, schnell soziale Kontakte zu schließen, verhalfen ihm zu seinem ersten Job als DJ in einem Club. (Für Freunde legt er heute noch bei Hochzeiten oder sonstigen Feiern auf.) Der Rest entwickelte sich eben so, wie sich das Leben manchmal entfaltet: Eine feste Anstellung bei einem englischen Radio folgt, drei "Austauschwochen" beim damaligen österreichischen Radiosender "Blue Danube Radio" (in etwa ein Vorläufer von FM4) und schließlich der endgültige Umzug nach Wien.

Als Hörer oder Hörerin vergisst man oft, was für ein Team hinter so einer einfach wirkenden Radioshow steckt. Stuart macht mehrmals darauf aufmerksam: Es ist vor allem Teamarbeit. Produzenten und Moderatoren, die symbiotisch die täglichen Entscheidungen treffen: Welche Beiträge sie am nächsten Tag in der "Morning Show" bringen werden? Ob es einen "artitst of the week" gibt? Das Musikprogramm wird vom eigens dafür vorgesehenen Produzenten zusammengestellt und nicht, wie von mir erwartet, spontan während der Show entschieden. Und natürlich gibt es Musikwünsche während der Sendung, die gerne angenommen und gleich gespielt werden.

Es gibt tolle Musik von österreichischen Bands und tolles Potenzial in Österreich, sagt Stuart Freeman. FM4 bietet eben diesen KünstlerInnen eine Plattform und spielt sie im Radio. Das mag er so sehr an diesem Radiosender; er ist immer in Bewegung. Und natürlich, dass FM4 zu 80% seinen persönlichen Musikgeschmack trifft. Am liebsten höre er Britpop, Indiemusik und elektronische Musik.

Jetzt muss er täglich Rückenübungen machen, weil er sich irgendwo verrissen hat und fühlt sich zum ersten Mal alt in seinem Leben. Sonst spielt er dreimal die Woche Squash. Das kann er gerade nicht und verzweifelt ein wenig an dieser Situation. Er redet und redet, eben wie in der "Morning Show". Das habe er schon immer gern getan und telefoniert habe er auch schon immer gerne. Einige Instrumente kann er auch spielen, aber alle schlecht, laut Freeman. Wir kommen vom hundertsten ins tausendste und so erfahre ich auch, dass sein Golden Retriever Amy heißt, dreizehn Jahre alt ist und sehr schlecht hört.

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Wie lange er den Job noch machen wolle? Seine Chefin habe letztens zu ihm gesagt: "Wie lange du noch arbeitest? Na, bis zum Tod!" Für viele Menschen lebt Stuart Freeman den absoluten Traum. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Noch immer geht er gerne auf Konzerte und entdeckt auch gerne neue Bands; reist dafür auch mal nach Dublin. Es macht ihm Spaß und er wirkt sehr glücklich, wenn er von seinem Alltag und seiner Arbeit erzählt. Nur dass er um vier in der Früh aufstehen muss, schlaucht ihn ein bisschen. Aber das nimmt er gerne in Kauf für so einen Arbeitsplatz. Da will man auch gleich anfangen die "Morning Show" mit ihm zu moderieren.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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