Post aus: Guatemala

Guatemala war über dreißig Jahre lang in einen schrecklichen Bürgerkrieg verstrickt, der das Land nicht zur Ruhe kommen ließ, es aber auch vor Massentourismus schützte. Heute sollte man zwar auf seine Wertgegenstände aufpassen, die Hauptstadt meiden und nachts lieber Zuhause bleiben, aber so lange man sich an diese drei Grundregeln hält, ist man bereit das schönste Land der Welt zu entdecken.

guatemala03Umarmt von Mexiko, Belize, Honduras und El Salvador am Land, sowie Karibischen Meer und Pazifik auf den Meeresseiten, erstreckt sich endlose Schönheit. Vulkane, Seen und Grün, soweit das Auge reicht, machen das Landschaftsbild aus. Das Klima variiert von frischen Temperaturen in den Bergdörfern, über ewigen Frühling in Antigua, bis hin zu tropischen Klima im Nationalpark Semuc Champey und an den Küsten.

Antigua ist für viele der erste Anlaufpunkt, da es sehr nahe an der Hauptstadt und dem dortigen Flughafen gelegen ist. Trotzdem haben das wuselige Guatemala City und das pittoreske Städtchen wenig gemein. Antiguas bunte Häuser und Gebäude aus der Kolonialzeit, laden zum Verweilen ein und es ist nur zu verständlich, wieso die Guatemalteken aus der Hauptstadt am Wochenende selbst hierher fahren, um sich etwas Ruhe zu gönnen oder auch eine der vielen netten Bars aufzusuchen. Von der Stadt aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Vulkane und es eignet sich sehr gut als Ausgangsbasis für die Besteigung eines solchen. Der nahegelegene Pacaya oder der Acatenango laden zur Erklimmung ein. Je nach Lust und Laune, sowie Können, kann entweder die dreistündige Tour auf den kleineren der beiden Vulkane, oder der fünfstündige Aufstieg mit Übernachtung und dreistündigem Abstieg des größeren gewählt werden, wobei die Chance Lava zu sehen auf dem Acatenango größer ist, da man auf seinen aktiven Nachbarn den Fuego hinüberblicken kann.

Ebenfalls nicht weit entfernt von Antigua, befindet sich der Lago de Atitlán, der sich wie ein kleines Meer zu Füßen einiger Vulkane erstreckt. Mit dem Boot kann man die ganzen am Seeufer gelegenen Städte und Dörfer erkunden, wobei einige für Guatemalas Begriffe recht touristisch sind und es oft ratsam ist, vom See zu höhergelegenen Siedlungsteilen hochzusteigen, um die traditionellere Seite zu entdecken.

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Traditionell und farbenfroh geht es ebenfalls in Chichicastenango zu, wo jeden Sonntag die Bevölkerung aus der Umgebung angeströmt kommt, um alles mögliche zu kaufen und verkaufen. Zwischen den zwei Kirchen im Herzen der Stadt, sind jeden Tag Marktstände aufgebaut, doch Sonntags vervielfacht sich die Anzahl und es herrscht ein riesiges Gewusel. Von Gemüse und Obst, über Kleidung und Jadeschmuck ist alles zu erwerben und wenn man sich auf das Handeln einlässt, dies sogar zu einem recht günstigen Preis. Auf den Stufen der katholischen Kirche, finden derweil Rituale statt und man hat die seltene Möglichkeit auch Männer in der traditionellen Tracht zu sehen. Wer sich danach nach Ruhe sehnt, wird sich auf die beschwerliche, aber absolut lohnenswerte Reise nach Semuc Champey machen.

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Einige der Straßen in Guatemala sind nicht im besten Zustand und so dauert die Fahrt von Antigua nach Lanquin, die näheste Stadt beim Nationalpark, in etwa zwölf Stunden. Nach einer weiteren halben Stunde schließt der Wald dann seine Arme um einen und man kann die Schönheit der Natur genießen. Entweder man spaziert einfach etwas durch den Wald und gönnt sich dann eine Abkühlung in den stufenartig angeordneten Kalksteinbecken oder man wählt die etwas actionreichere, aber immer noch entspannte Variante und erkundet mit einer Kerze eine Höhle und lässt sich danach mit einem Reifen im Fluss treiben.

Wer sein Naturerlebnis mit etwas Kultur und Geschichte würzen will, der wird wohl nicht an Tikal vorbeikommen und die Mayapyramiden bestaunen, die dort mitten im Regenwald stehen. Auf der zweithöchsten Pyramide sitzend, kann man sich den Wind um die Nase wehen lassen und so weit man sieht, hat man nur Grün und eventuell ein paar Pyramiden, die hervorblitzen, vor Augen.

Dies war nur ein Auszug von Dingen, die es in Guatemala zu entdecken gibt, doch egal welche Reihenfolge oder Route man wählt, man wird bestimmt nie enttäuscht sondern höchstens atemberaubt sein.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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