Post aus: Monterrey

Die Einheimischen riechen zehn Meter gegen den Wind, ob man aus Mexiko kommt oder nicht. Erstens sind sie kleiner als ich, zweitens haben sie dunklere Haut und drittens tragen sie auch bei 38 Grad lange, dicke Jeans, deren Anblick alleine mich in Schweiß haben ausbrechen lassen. In den Häusern kühlen sie die Räume auf die Temperatur von Gefrierschränken und wundern sich, wenn man sagt, dass einem kalt sei und ob man vielleicht etwas wärmer stellen dürfe. Regen mögen sie nicht so gerne und schließen dann panisch alle Fenster und Türen, weil es eventuell zu einer Überflutung im ersten Stock kommen könnte. Um anschließend die Klimaanlage etwas kälter zu stellen. Generell bin ich natürlich sehr froh über alle Klimaanlagen in Monterrey, weil man bei 30 Grad nachts sonst einfach nicht schlafen kann.

monterrey02So sehr die Stadt auch von Zweckmäßigkeit und Arbeitsstellen geprägt ist, so gegensätzlich ist die naheliegende Natur. So wie der Park Estanzuela, wo man zu kleinen Wasserfällen wandern kann, in denen man auch schwimmen kann. Ab und zu wird man von einem Lebensmittel stehlenden Nasenbär belästigt. Ein anderer naturbelassener Ort ist der Fluss Ramos, der wunderbar klares warmes Wasser führt und zum Baden und Seele-Baumeln einlädt.

Tequila ist viel besser als in Europa, brennt hier nicht so widerlich in der Kehle, wenn man ihn hinunterkippt und man kann bei weitem mehr als ein Stamperl davon trinken, ohne sich sofort übergeben zu wollen. Noch dazu trinken Mexikaner Tequila auch als Mischgetränk beim Fortgehen. Große Diskussionen kann man unter ihnen auslösen, wenn man danach fragt, welcher denn jetzt der beste sei. Das ist wahrscheinlich so ähnlich, wie wenn man bei uns fragt, was denn jetzt das beste Bier ist. Bekommen habe ich schon die verschiedensten Antworten, alle probiert habe ich noch nicht.

Auf den Tisch kommt hier vor allem eines: Fleisch, vor allem Rindfleisch, morgens, mittags und abends, am liebsten als sogenanntes carne asada, dünn geschnittene gegrillte Stücke. Dazu gibt es Quesadillas. Das war’s. Kein Gemüse, keinen Salat – das ist laut Mexikanern Hasenfutter. Essen spielt im Land prinzipiell eine große und wichtige Rolle. In den Supermarkt einkaufen zu gehen, bedeutet, dass man es sich leisten kann. Am Markt kaufen eher „ärmere“ Leute ihr Obst und Gemüse ein. Und eben Europäer, die so etwas ach so authentisch finden.

Wenn man essen geht, bekommt man automatisch, und ohne dafür zu zahlen, unterschiedliche scharfe Saucen, Zwiebel, Petersilie und Limetten zur Speise, auch bei McDonalds. Limetten und Mexikaner verbindet sowieso eine große Liebe, über jedem Lebensmittel quetscht man diese kleine Frucht aus, auch wenn man einen Teller aufgeschnittene Gurken vor sich stehen hat. Im Supermarkt bekommt man Erdnüsse oder Chips mit Limettengeschmack und natürlich damit versetztes Wasser.

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Monterrey ist die teuerste Stadt Mexikos, aber für Europäer ist es noch immer ein leistbarer Traum. Ein Essen zu zweit kostet etwa 10–15€, der Eintritt ins Kino um die 5€ und die Miete liegt bei 150€ monatlich. Was das Land aber so toll und so schön und eine Reise wert macht, ist ganz einfach zu sagen: die Menschen. Sie nehmen dich mit zu ihren Familien, sie laden dich zu einem Grillfest ein (Stichwort "carne asada") und achten darauf, dass du nicht alleine bist bei einer Party. So herzliche und offene Menschen sind mir zuvor nicht begegnet! 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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