Post aus: Amsterdam

Man sagt, man könne die Stadt schon von weitem riechen. Aber noch wichtiger als der Geruch einer Stadt ist das Essen vor Ort. Kombiniert mit einem guten Geruch natürlich unschlagbar. 

Wir haben uns Amsterdam zunächst in flüssiger Form einverleibt. Wer bei bei floating Amsterdam eine Bootstour mietet, bekommt eine eineinhalbstündige, herrliche Tour durch die Grachten geliefert. Dabei kann man schon das ein oder andere gute Lokal vom Wasser aus entdecken. Sozusagen einen Vorgeschmack erhaschen, was die Stadt kulinarisch zu bieten hat. Vom Wasser aus präsentieren sich die zahlreichen Lokale, Cafés und Restaurants aufgereiht wie eine schillernde Kette mit wunderschönen Perlen. Während der Bootsfahrt bekommt man allerhand erzählt, fährt am ältesten Hausboot Amsterdams vorbei und nebenher werden einem Drinks gereicht. Wer den locker leichten und etwas exquisiteren Einstieg für eine Amsterdam-Tour mag, wird hier sicherlich am Ende zufrieden vom Boot steigen.

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Erinnerungen zu einer schönen Stadt bleiben auf der Zunge gut haften. Daher haben wir uns täglich auf die Suche nach interessanten Lokalen gemacht. Auch wenn das nordafrikanische Normadenküchen-Restaurant Raïnaraï definitiv keine niederländische Küche bereithält, so ist dringend zu einem Besuch zu raten. Oft sitzt vor der Tür der Koch und schnitzt Kürbisse, schält Äpfel oder entkernt diverse Früchte. In einer Glasvitrine werden die fertigen Gerichte präsentiert und großzügig auf dem Teller portioniert. Man sitzt an kleinen Holztischen, schaut hinaus auf das bunte Treiben an den Grachten und ertappt sich selbst dabei, wie man genüsslich vor sich her brummt. Das Essen ist ein wahres Gedicht und tut nicht nur dem Magen gut, sondern auch dem dem Urlaubsgemüt. Lasst euch daher im Anschluss nicht verleiten, direkt neben dem Lokal in das Hausbootmuseum zu gehen. Zwar gibt es dort interessante Geschichten rund um die Entstehung von Hausbooten, dennoch ist es kein typisches Haus oder geprägt vom nostalgischen Charme.

Wer es etwas ausgefallener mag und Lust auf Auswahl hat, sollte den Hallen am Bellamyplein 51 im Westen der Stadt einen Besuch abstatten. Dort stehen viele kleine Stände für euch bereit und verleiten zum Naschen. Wenn ihr bis zum Ende durchlauft, werdet ihr mit einem einzigen großen Café belohnt. Die hallenartige Bar birgt auf der zweiten Etage ein Geheimnis, dass ihr ganz ohne Badehose entdecken könnt. Obwohl ganz klar der Pool ausgeschildert ist. Doch die Location überrascht mit einem Augenzwinkern und einer Neuinterpretation von einem Pool.

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Natürlich darf auch die Kultur in Amsterdam nicht zu kurz kommen. Die versteckte katholische Kirche Museum Ons'Lieve Heer Op Solder im Zentrum ist ein absolutes Highlight. Ein Labyrinth tut sich vor einem auf, wie man es nie erwarten würde. Die Geschichte dazu lässt einen staunen und man sieht die vielen schlanken, hohen Häuser Amsterdams plötzlich mit einem anderen Blick. Des weiteren lockt stets das Banksy Museum. Das charmante Häuschen ist recht auffällig zwischen all den Neubauten. Der wohl weltbekannteste Sprayer stellt dort beeindruckende und politische Message übertragende Originale aus. Wer durch den großen Durchgang zum Museumsareal schreitet, sollte seine Kopfhörer schon einmal präventiv abnehmen, denn es stehen in dem Durchgang regelmäßig atemberaubende Künstler und lassen die Besucher an ihrem Können teilhaben. Tosender Beifall schallt nicht selten durch das alte Gemäuer.

amsterdam02Wenn ihr noch Kleingeld übrig habt und hoch hinaus wollt, solltet ihr einen Abstecher zu Adams Look out machen. Wer kann bei dem Kick in luftiger Höhe zu schaukeln und dabei über die Skyline von Amsterdam zu schauen schon Nein sagen? Die mechanische Schaukel schwingt dabei über das Hochhaus hinaus und man hat einen einmaligem Blick auf Amsterdam und bekommt auch Fotos dazu. Kostenpunkt beträgt zwar 5 Euro, es ist zudem leider ein Timer an der Schaukel befestigt und nach nur einer Minute ist der Höhenrausch schon wieder vorbei.

Amsterdam bietet sich ideal an, um einfach mal nach Herzenslust herumzuwandeln. In dieser Stadt kann man sich wunderbar verlieren und an neuen Orten wiederfinden, ohne es eine Sekunde zu bereuen. Seid neugierig, schaut in die vielen Läden hinein, steigt Hinterhaustreppen hinauf und lasst den Geist bei einer der vielen Bakerys mit dem gewissen Extra zu Ruhe kommen. Diese Stadt ist so bunt wie ihre Offenheit gegenüber Homosexuellen. Wir waren zur Pride Parade bei angenehmen Sommertemperaturen dort und haben ein farbenfrohes Amsterdam kennengelernt. Auch wenn es oft heißt, Amsterdam ist im Winter recht dunkel und wird nur dank der zahlreichen Lichterketten erhellt, so hat es sicherlich auch dann seine Reize. Schlittschuh-Fahren auf den Grachten, Schneegestöber am Stadtstrand und köstliche Tees in urigen Cafés. Wir können uns nicht entscheiden, ob das Suchtpotenzial der Stadt nun in der Luft, im Essen, oder in der freundlichen und offenen Art der Bewohner liegt. Der Gesamtauftritt dieser Stadt ist ein Fest für die Sinne und bereichert jedes Fotoalbum und jeden Reisebericht-Abend. 

 

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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