BILDENDE KÜNSTE

Fotos, Fotos, Fotos

Nach der Sommerpause hat die VIEphoto 2020 wieder eröffnet und in der Galerie LIK in der Seidengasse sind jetzt wieder die 200 besten Fotos des Wettbewerbs zu sehen.

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Gewann eine VIEphoto Goldmedaille: Zhou Lichun, Playing Chinese Chess, China

Bei 200 verschiedenen Bildern gibt es natürlich eine große Bandbreite, deshalb wirken die Bilder teilweise nicht sehr stringent. Tatsächlich ist es eher eine bunte Mischung, die sich durch das gesamte Haus zieht und braucht eher die Zusatzrecherche, damit man die Kategorien herausfindet. Natur, Schwarz-Weiß, die Kunst zu Leben und Reisefotografie werden durch freie Themen und einen Schülerbewerb ergänzt. Das ist für den Betrachter aber ohnehin irrelevant, weil bei den einzelnen Bildern keine Kategorie dabeisteht. Was zugegebenerweise nicht unbedingt dabei hilft, diese Kategorien zu verstehen.

Qualitätsunterschiede

Auffällig ist der große Unterschied, wie stark die Bilder wirken. Die Naturaufnahmen wirken durch ihre Farbenvielfalt und wechseln zwischen sehr nahen Aufnahmen und Weitwinkelbildern. Beides macht gute Bilder, allerdings gehen sie teilweise in der Menge unter. Die Ausstellung ist nämlich weitaus größer als die eigentlichen Räume der Galerie, deshalb geht sie quasi durch das gesamte Haus und nutzt auch die Wände des Stiegenhauses. Aus Raumgründen ist das zwar praktisch, für die Bilder ist es aber manchmal ein Nachteil.

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Foto: Marcel Egger

Denn einige davon haben wirklich gute Mischungen aus Komposition und den Farben, bei genauerer Betrachtung ziehen sie einen damit auch wirklich in das Bild selbst hinein. Bei anderen dagegen ist es zwischendurch allerdings schade, besonders die Arbeiten mit Menschen wirken oftmals, als ob genau einige Sekunden zu früh oder zu spät abgedrückt wurde. Die Kompositionen passen perfekt, aber bei einigen Fotos fehlt dieser letzte kleine besondere Ausdruck, durch den ein Foto einen Moment richtig einfängt. Beruhigenderweise ist dies aber doch nur bei manchen Bildern so, einige davon sind doch ziemlich ausdrucksstark.

Zu viele Fotos, zu wenig Wirkung

Das Problem mit der Menge der Fotos ist, dass es die Konsequenz braucht, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Einfach durchzuspazieren reicht nicht, weil dann eben sehr viel untergeht. Jedes Bild ausreichend zu betrachten, benötigt aber eben auch viel Disziplin. Noch schwieriger wird es bei der Slideshow, die die gesamten eingereichten Fotos zeigt. Sie ist im obersten Stock der Galerie, eigentlich sind dort schon die Räume der Fotografieschule. Dadurch, dass die Fotos dort einzeln am Bildschirm sind, bekommen sie dazwischen etwas mehr Wirkungsbereich und überlagern sich gegenseitig nicht so sehr. Für die Version eines Besuchs benötigt man aber definitiv mehr Zeit. Viel mehr. Deshalb reicht es dazwischen vielleicht einfach nur mal kurz vorbeizuschauen und einfach nur ein paar Fotos zu genießen.

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Foto: Lau Ted

Die VIEphoto ist in der Galerie LIK in der Seidengasse zu sehen, einzelne Vorgeschmäcker gibt es hier. 

 

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