FILM

Klassiker aus der Schatzkammer der österreichischen Kultur

Der Coronavirus und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung desselben fesseln uns noch immer an unsere eigenen vier Wände. Für's Wochenende zu Hause hat euch Johanna Stockreiter ein paar österreichische Klassiker à la #stayhome, #gibdirdas und #jetzthastduzeitdafür zusammengetragen. Enjoy!

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Foto: J. Stockreiter

Echt fett

Badabadadadada badabadadadada – echt fett! Eines der, meiner Meinung nach, großartigsten Formate des österreichischen Rundfunks. Vor einer versteckten Kamera versuchen Palfrader, Niedetzky und Co. die Passanten auf der Straße aus der Fassung zu kriegen. Von einem Reiter, der lauthals sein Pferd "Beauty" sucht, einem blinden Taxifahrer, bis zu einem Elternpaar, das sich von ihrem Sohn am Schlitten ziehen lässt und das noch mit: "Simon, du wolltest rodeln gehen, jetzt streng dich einmal an!", kommentieren. Herrliche Ideen, bepackt mit dem guten alten Wiener Schmäh, lassen uns mindestens eine Lachträne verdrücken. Und jede*r von euch kann sich den Kult easy nach Hause holen. Die meisten Folgen gibt es auf YouTube.

Muttertag

Für mich eigentlich DER Klassiker der österreichischen Filmgeschichte: Muttertag. Eine skurrile Geschichte, bei der eine Wuchtl die nächste jagt. Alfred Dorfer, Roland Düringer, Rainhard Nowak, Eva Billisich und Andrea Händler sind grandios in (mehreren) Hauptrollen. Die etwas härtere Komödie, die beim Schöpfwerk spielt, erzählt von einem Muttertag, bei dem nicht nur ein Meerschweinchen mit dem Kommentar: "I sogs glei, i hob mi ned auf den Willi drauf gsetzt!" stirbt. Auf viel schwarzen Humor und sehr eigene Charaktere sollte man sich gefasst machen. Auf jeden Fall sehenswert und ein Muss der Wiener Kulturgeschichte.

MA2412

Ich habe bereits eine HOMMAGE AN MA2412 geschrieben. Es ist und bleibt eine großartige Serie, die das Leben am Magistrat – manche würden sagen eins zu eins – abbilden. Auch hier schlüpfen Alfred Dorfer und Roland Düringer in wunderbare Rollen, die bereits Kultstatus erhalten haben. Mit über 30 Folgen und einem Film können einige Stunden im trauten Heim mit vielen Lachern ausgehalten werden.

Der Aufschneider

Die Rolle des Pathologen Hermann Fuhrmann, ist für den bekannte Kabarettisten Josef Hader perfekt. Der zynisch nazistische Ur-Wiener ist Primar der Pathologie und kämpft jeden Tag dafür seinem Erzrivalen, Primar Dr. Böck, gespielt von Oliver Baier, einen Kunstfehler nachzuweisen. Als dieser dann auch noch mit Fuhrmanns Ex-Frau eine Beziehung beginnt, gerät alles aus den Fugen.

Neben der grandiosen Story, in der auch Gaddafi und eine entführte Leiche ihren Teil dazu beitragen, bleiben einem die Charaktere, die von bekannten österreichischen Schauspielern wie Manuel Rubey und Georg Friedrich gespielt werden, im Gedächtnis. Der Film hat 2 Teile, die aber durch ihre dichte Handlung sehr kurzweilig sind.

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Foto: J. Stockreiter

Die Brenner-Krimis

Egal ob als Buchform oder als Film, die Geschichten von Wolf Haas sind perfekt, um die ein oder andere Stunde in Quarantäne vergehen zu lassen. Mit den Filmen reist man in den frühen Teilen in eine andere Zeit in der die Darsteller, wie Josef Hader oder Simon Schwarz noch jung sind. Spannende Fälle in der atemberaubenden Kulisse Österreich.  Die Bücher sind dafür sprachlich der Hammer. Da empfehle ich das langsame genießerische Lesen, jetzt hat man ja die Zeit.

Mundl

Zum Schluss noch ein nuscheliger Wiener, den man auch als Eingesessene nur mit Konzentration versteht, wenn er dem Karli wieder mit einer Watschen droht, das ihm 14 Tag der Schädl wackelt. MUNDL UND SEINE GESCHICHTEN RUND UM WIEN SIND GROSSARTIG UND INDIVIDUELL. Mal zu Silvester, zu Weihnachten oder in der Oper. Der Grant, der aus dem Schauspieler Karl Merkatz, gepaart mit solch guten wienerischen Aussagen wie "Die Kirchn konst da in die Hoa schmirn – Trottl Bleda" lassen manch einen Tag verkürzen.

Zum Schluss möchte ich euch noch 2 Möglichkeiten bieten, wie ihr die österreichische Bühne zu euch nach Hause holt: Das Aktionstheaterensemble hat bis Ende März jeden Tag ein vergangenes Stück zum streamen zur Verfühung gestellt, und zwar auf HTTP://AKTIONSTHEATER.AT. D as Globe Wien bietet Stücke von Michael Niavarani oder Kabaretts von u.a. Andreas Vitasek an, nämlich auf HTTPS://PLAYER.GLOBE.WIEN. 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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