FILM

Was ist Film? Das zyklische Filmprogramm

In Zeiten einer weltweiten Pandemie, die Menschenversammlungen unverantwortlich macht und so ein Zuhausebleiben fordert, sind Kulturstätten wie Kinos, Theater und Museen besonders betroffen. Doch diese Kulturräume sind deshalb nicht verschwunden, nur in den theoretischen Raum gerückt worden. Die Kulturbereiche, die nun mit neuen und digitalen Mitteln versuchen, uns weiterhin das Leben etwas leichter zu gestalten, Ablenkung in Zeiten der Langeweile und gleichzeitig des dauernden Stresses zu bieten, stecken derzeit in einer Krise.

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Was ist Film. Mehr als Film

Im Februar 1964 gründete Peter Kubelka zusammen mit Peter Konlechner das Österreichische Filmmuseum. Ziel der beiden war es, nicht nur eine Stätte für die konsequente, hochwertige Präsentation des Films zu schaffen, sondern auch die Bewahrung der internationalen Filmgeschichte zu gewährleisten. Kubelkas Theorien führen im Herbst 1989 zum Bau des "Unsichtbaren Kinos" (die Spielstätte sollte hinter der Präsentation verschwinden). Sein zyklisches Programm "Was ist Film" wird derzeit auf Grund des Covid-19-Ausbruchs leider nicht im Filmmuseum gezeigt. Jeden Dienstagabend hätten zwei der insgesamt 63 Programme präsentiert werden sollen, die einen Überblick über die Möglichkeiten des Mediums Film verschaffen.

Ja nicht durch das Sprachensieb

Peter Kubelkas wohl größte Maxime ist die Vermeidung der textlichen Vermittlung von Film. Film muss als Film gesehen werden, ohne Untertitel, falls Stummfilm ohne Musik, im richtigen Format und in der richtigen Geschwindigkeit. Keine Texte sollen dem Betrachter und der Betrachterin das Gesehene vorkauen, eine autoritäre Deutungshoheit besitzen. Kubelkas Auswahl an Filmen für den Filmzyklus selbst ist Teil dieser Maxime. Denn die Filme sind allesamt, laut ihm, nicht nur von Regisseuren gedreht, sondern von Einzelkünstlern erarbeitet worden, nur sie haben hier Deutungshoheit und nur durch die Betrachtung ihrer Filme können diese wirklich verstanden werden. Eine strenge Maxime, die auch dazu führt, dass Kubelka das gleichnamige Buch zum Filmzyklus sehr kritisch betrachtet, rät er doch ausdrücklich dazu, erst nach dem Sehen der Filme die Begleittexte darin zu lesen und keinesfalls vorher.

Mir ist natürlich bewusst, dass diese Thematik von einer privilegierten Position ausgeht, bedenkt man das zeitgleich Tausende ohne medizinische Versorgung in Zeltlagern leben müssen, das kann man nicht beschönigt ausdrücken. Es fällt mir ehrlich gesagt etwas schwer, gerade über Kultur zu schreiben, in Zeiten, in denen einem dies alles so trivial erscheint. Aber dennoch denke ich, dass Kultur für uns alle auch ein wenig lindernd in diesen Zeiten wirken kann, es ist klar, dass wir etwas ändern müssen an diesem System, vielleicht kann Kultur ein Schlüssel dazu sein. Es wird aber eine Zeit nach der Krise geben, hoffentlich sehen wir uns bald im Kino wieder!

In Zeiten der Coronakrise hat das Filmmuseum im Internet einige Schmankerl und ein spannendes Alternativprogramm anzubieten:   WWW.FILMMUSEUM.AT

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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