FILM

Willkommen im Dreamland

hollywood01
"Hollywood" auf Netflix. Bildquelle: serienjunkies.de

Seit dem 1. Mai kann auf Netflix die Serie " HOLLYWOOD" angeschaut werden. Eine Serie mit Starbesetzung, welche die Geschichte Hollywoods der Nachkriegsjahre beschreibt, sich jedoch selber in einen märchenhaften Hollywoodfilm verwandelt.

In der Serie, bestehend aus sieben Folgen, geht es um eine Handvoll Persönlichkeiten, die in Hollywood, der Stadt des Filmes, fußfassen wollen. Sie kommen aus ärmlichen Verhältnissen, wie Kriegs-Veteran Jack Castello, der zwischen ehelichen Pflichten und dem Streben nach Ruhm hin und hergerissen ist. Die Schauspielerin Camille und der Regisseur Raymont Ainsley haben eine andere Hautfarbe als weiß und werden deswegen hart diskriminiert. Archie, der Drehbuchautor, ist dunkelhäutig und geouteter Homosexueller und auch ihm werden Steine in den Weg gelegt. Sie repräsentieren die Menschen, die wegen ihrer Herkunft nicht fußfassen und deswegen sogar verpönt werden.
Doch es wäre nicht Hollywood, nicht die Stadt der Träume, wenn sich diese nicht auch erfüllen würden und das tut sie – und zwar alle.

Ein Hollywoodmärchen 

Die Serie möchte die Zeit der 40er Jahre darstellen und am Anfang tut sie das nicht schlecht. Es werden Einblicke gegeben, dass Menschen diskriminiert, schlecht behandelt und demnach abgewiesen werden. Im Filmbusiness geht anfangs noch viel über Kontakte - wer keine hat, kann einpacken.

Doch je weiter die Folgen voranschreiten desto mehr verwandelt sich die Geschichte der (doch etwas) naiven Figuren in eine märchenhafte Hollywood-Geschichte, wie sie damals auf der Leinwand gespielt wurde. Langsam aber doch wird es sehr unrealistisch und das finde ich sehr schade. Dass alle super aussehen, perfekt gestylt sind und dies auch bereits beim Aufwachen, ist heute ebenfalls so in Hollywood. Doch, dass in solch einer Zeit plötzlich alle gewandelt sind, dass es keine Homophobie oder Rassismus mehr gibt, halte ich für zu schön um wahr zu sein.

hollywood02 klein
Jim Parson brilliert in seiner Rolle. Bildquelle: Netflix

Jim Parson brilliert

Was der Serie einen historischen Touch gibt, ist, dass ein paar Figuren tatsächlich existiert haben. Wie zum Beispiel der gebrochene, homosexuelle Agent Henry Willson, der einen jungen Schauspieler unter Vertrag nimmt. Er wird von Jim Parson gespielt und das richtig gut. Die Ignoranz und das Verbrauchte der Figur bringt der Schauspieler perfekt rüber.

Doch auch Rock Hudson, Ana May Wong oder Eleonore Roosevelt haben unter anderen einen Platz in der Serie.

Die Serie wurde super produziert, hat eine hervorragende Ausstattung, die Bilder sind beeindruckend zum Ansehen. Die Geschichte jedoch lässt einem den Kopf schütteln, das war dann zu viel des Guten und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer aber auf Hollywoodschinken steht und sich gern in diese Zeit zurückversetzen möchte, sollte die Serie "Hollywood" anschauen und die Traumfahrt genießen.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

Back to Top