FILM

Sommerkino im Filmmuseum

"Es ist für alle etwas dabei" ist wohl eine der überstrapaziertesten Phrasen in Zusammenhang mit Filmveranstaltungen, die es gibt und auch ich selbst habe mich schon ein paar Mal verleiten lassen, sie zu gebrachen. Das Programm des Sommerkinos aus der Sammlung des Filmmuseums, welches noch bis 16. August läuft, hat es allerdings wirklich in sich und bietet eine riesige Vielfalt an Filmen aller Genres an. Von "Suspirira" bis "Valhalla Rising" ist alles dabei.

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"Endlich wieder Kino" ist nicht nur das Motto des Filmmuseums diesen Sommer, sondern auch all jener, die die letzten drei Monate die großen Leinwände vermissten und nun auch endlich wieder davor zusammenkommen können. Im Falle des Filmmuseum-Sommerkinos gab und gibt es hierbei einige Must-sees, die man nicht oft genug im Kino gesehen haben kann.

Schrecken und Abgründe

Dario Argentos "Suspiria" aus dem Jahre 1977 muss wohl niemandem mehr vorgestellt werden. Nicht nur trotz, sondern gerade weil das großartige Remake weltweit Erfolge feierte, wurde der Blick auf das Original nochmals gerichtet und geschärft. Die Geschichte um Hexerei, Tanz und Mord bekommt nun wieder die ihr angemessene Aufmerksamkeit. Es lebe das Giallo-Cinema! Zu sehen gewesen am 7. Juli.

Joseph Conrad erzählte in "The Heart of Darkness" von der Hölle der Kolonisation Afrikas. Elend, Tod, Größenwahn und Gier sind die Hauprotagonist*innen der Erzählung, die 80 Jahre später nicht mehr in Afrika stattfindet, sondern inmitten des Vietnamkriegs. Doch die elende Fahrt flussaufwärts bleibt die gleiche, die Aggression und die Ausbreitung weißer Vorherrschaft sind immer noch das Thema. Die alten Protagonist*innen sind die neuen. "Apokalypse Now Redux" (1979/2001), der Klassiker von Francis Ford Coppola, wird am 12. Juli gezeigt.

Laugh and Crime

Ernst Lubitschs "Cluny Brown" (1946), eine Komödie des Meisters des schnellen Wortwitzes am Abgrund es Jahres 1939. Kluge Installateurinnen, zeitlos geniale Dialoge, einfach Lubitsch! Zu sehen am 17. Juli.

Tragische Komiker, Neid, Missgunst und Träume von Erfolg sind eine hervorragende Mischung für ein Drama. Martin Scorseses "The King of Comedy" (1983), dessen Einfluss auf "Joker" (2019) nicht zu übersehen oder gar zu leugnen ist, wird am 25. Juli gezeigt.

Last things and things to come

Nicolas Winding Refns düsteres Drama "Valhalla Rising" aus dem Jahr 2009 zeigt karge Landschaften, mehr Schweigen als Dialoge und einen stoischen, einäugigen Mads Mikkelsen als letzten Wikinger. Keine stumpfe hack'n'slash-Action, sondern Apokalypse-Stimmung mit Tiefgang sind am 15. August zu sehen.

Mit 16. August schließt das Sommerkino, das durch so turbulente Zeiten ins Leben gerufen wurde, seine Pforten wieder. Doch das Filmmuseum beginnt bereits im September wieder mit seinem normalen Spielplan. Also nur zwei Wochen Pause insgesamt! Ich wünsche allen Cineast*innen einen erfüllenden Kinosommer mit vielen fantastischen Projektionen. Das nächste Mal wird's heimelig, wenn wir uns das Programm "Wien wie noch nie" vom Filmarchiv ansehen.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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