LITERATUR

Eine Bucht voller Geheimnisse

Lucy Clarke ist bekannt für ihre Spannungsromane. Ich habe nun einen gelesen und kann den vielen Meinungen zu ihren Büchern zustimmen; es ist großartig. In "Die Bucht, die im Mondlicht versank", geht es um einen verschwundenen Sohn, die Geschichten der Einwohner*innen einer Bucht und vor allem um: Geheimnisse. Das perfekte Buch für lange Abende im Lockdown.

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"Die Bucht, die im Mondlicht versank", erschienen im PIPER Verlag

Sarah, die Hauptfigur des Romans, wacht eines Morgens in ihrem Strandhaus auf und merkt, dass ihr 17-jähriger Sohn nach seiner eigenen Geburtstagsparty nicht wieder heimgekommen ist. Nach den ersten Stunden, in denen sie noch voller Hoffnung auf seine Rückkehr hofft, kommen Angst, Misstrauen und Ehrgeiz auf, um ihren Sohn zu finden. Sarah geht jeder Spur nach und stößt dabei auf viele Fragen: War ihr Mann wirklich in Bristol, wie er es behauptet hat, warum ist ihre beste Freundin und Strandhausnachbarin so plötzlich abgereist, was haben die Nachbarn in dieser Nacht wirklich gesehen und wofür sind die 500 Pfund, die Sarah in den Sachen von Jacob, ihrem Sohn, findet?

Im Laufe des Buches kommt der/die Leser*in auf weitere Details der Story drauf und am Ende setzt sich ein riesiges Puzzle aus Geheimnissen, früher Erlebtem und dem Tod zusammen. Da man die Protagonistin im Buch begleitet, möchte man ihr nicht von der Seite weichen, ihr durch das Weiterlesen helfen, ihren Sohn zu finden. Es ist ein Buch zum Verschlingen und trotz 416 Seiten ist es eine recht kurzweilige Geschichte. Die vielen Nebengeschichten verlangen Konzentration, jedoch entzünden sie ebenso den Drang, das Buch in Einem durchzulesen.  

Neben der Geschichte vom verschwundenen Jacob, wird in kleinen Etappen die Lebensgeschichte von Sarah und ihrer besten Freundin Isla erzählt. Beide Figuren sind sehr sympathisch, man begleitet sie gerne in ihrem Leben. Es sind jedoch nicht nur die schönen Situationen, die einen fesseln, auch die tragischen Momente, welche die beiden gemeinsam teilen, lassen die/den Leser*in die Gesamtgeschichte besser verstehen.

Während dem Lesen habe ich mir oft die Frage gestellt, wie es die Autorin Lucy Clarke wohl schafft, aus all diesen Informationen eine logische, schlüssige Lösung zu finden. Doch es gibt sie. Es kam ein paar Mal zu "Nein, das gibt es nicht"-Momenten, die ich beim Lesen so sehr liebe. Für all jene, die diese Situationen auch gerne haben, gerne Bücher verschlingen und etwas für Spannung und Drama über haben, ist dieses Buch perfekt.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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