LITERATUR

Los, lies!

"Was? 18 Bücher, na servas!" – Das habe ich in der letzten Redaktionssitzung zu hören bekommen, als ich von der Anzahl der gelesenen Bücher seit Beginn des Jahres erzählt habe. Die Kultur, welche man außerhalb der eigenen vier Wände erleben kann, ist derzeit eher nicht existent. Und das schon zu lange.

Um mich von dieser tristen Zeit abzulenken, habe ich begonnen zu lesen. Ausbrechen in fantastische Welten, in denen kein Virus wütet. Es ist entspannend, jeden Tag ein bisschen zu entfliehen, mitzubekommen, wie sich Menschen verlieben, sterben und herausfinden, wer es war. Mir tut das gerade so gut, dass ich euch das weitergeben möchte. Ich habe schon seit der Oberstufe regelmäßig gelesen. Manchmal mehr, manchmal weniger.

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Los, lies! Foto: Matias North / Unsplash

Doch seit Beginn des Jahres 2021 habe ich Tools gefunden, die mich motivieren öfter zum Buch als zur Serie zu greifen:

1) Begonnen hat das Ganze als klassischer Jahresvorsatz. Ich habe mir vorgenommen, ein Buch pro Woche zu lesen. Einige Bücher in meinem Regal sind ungelesen, das wollte ich ändern. Bis jetzt hat es funktioniert, ich hoffe, dass dies bis zum Ende des Jahres so bleibt.

2) Auf Instagram habe ich es in die Buch-Bubble, auch #Bookstagram genannt, geschafft. Hier haben, meist junge Frauen, einen Account, mit sie einem Bücher influencen wollen. Sie beschreiben und bewerten sie und bringen einen auf neue Leseideen. Besonders leichte Kost sind die Reels, in denen mit Musik hinterlegt verschiedene Werke vorgestellt werden. Ein Vorschlag von mir: @bookaholic_group

[Ein weiterer Tipp; viele Autor*innen sind auch auf Instagram zu finden. So bleibt man am Ball und verpasst keine Neuerscheinung mehr.]

3) Die gleiche Bubble gibt es auch auf YouTube. Hier heißt das ganze #Booktube und es wird, unter anderem ausführlicher über Erlesenes erzählt. Es gibt auch witzige Bookchallenges, welche die YouTuber*innen meistern. Auf jeden Fall erhält man auch hier neue Ideen und Inspiration.

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Besser lesen mit dem Falter

4) Wem es auf Instagram und YouTube zu bunt ist, kann sich einen Buch-Podcast ins Ohr stoppeln. In einigen werden Autor*innen selbst interviewt. Diese berichten dann von ihrem Geschriebenem, es wird auf die Charaktere eingegangen und sie erzählen auch vom spannendem Schreibprozess. Hier wäre der "Besser lesen mit dem Falter" mit Petra Hartlieb, ein Beispiel, aber auch "52 beste Bücher" gibt Einblicke in Neuerscheinungen gemeinsam mit ihren Autor*innen.

Natürlich gibt es auch Podcasts, in denen man zwei Freundinnen zuhören kann, wie sie sich über gelesene Bücher unterhalten. "#Ausgelesen" ist solch einer. Hier besprechen Josi und Sarah jede zweite Woche ein neues Buch und in den Wochen dazwischen widmen sie sich Verschiedenem zum Thema Buch. Sie laden Bookstagrammer*innen, Autor*innen oder Verlagsmitarbeiter*innen ein und geben damit einen interessanten Blick hinter verschiedene Bücher und deren Industrie.

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#Ausgelesen

5) Was mich zwischen den Lockdowns, als der Handel noch öffnen durfte, weiter motiviert hat, waren Besuche in Buchgeschäften oder in der Bücherei. Sich bewusst ein wenig Zeit zu nehmen, sich beraten zu lassen oder einfach nur zu schmökern, kann einem die Augen in eine neue Welt oder in ein neues Genre eröffnen. Für E-Reader gibt es die umfangreiche E-Book Bücherei Wien online. Hier können elektronische Bücher für drei Wochen entliehen werden.

Im Grunde muss jede*r für sich entscheiden, was ihn*sie zum Lesen bringt und hält. Vielleicht habe ich genau ins Schwarze getroffen und konnte dich zu mehr Büchern motivieren. Abschließend ist zu betonen, dass es natürlich am meisten Spaß macht, Bücher zu lesen, die einem taugen, die einen mitreißen und kurz in eine andere Welt entführen. Es ist auch voll ok, ein Buch nach ein paar Seiten wegzulegen oder sich ein paar neue Bücher zu kaufen, obwohl der "SUB" (Bookstagram-Slang für Stapel ungelesener Bücher), zu hoch ist. Jetzt aber los, lies!

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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