Schamfreie Kunst

Kuratorplakat-WebIn der Galerie der Komischen Künste kann ja jeder für den schnellen Witz vorbeikommen. Die Galerie hat zwar nur eingeschränkte Öffnungszeiten, aber nachdem man direkt beim Museumsquartier gratis hineinschauen kann, geht sich das zwischendurch schon einmal aus. Besonders die Ausstellungen im Raum 66. Nachdem der kleine Gang tatsächlich nicht viel Platz bietet, sind auch nie besonders viele Werke zu sehen. Momentan ist das vielleicht ganz praktisch, die Ausstellung hat schließlich den klingenden Namen Bilder für die sich der Kurator schämt.
Bei einigen ist dieser Titel sogar verständlich. Die wenigen Stücke sind geprägt von Anal- und Genitalhumor, Durchfall ist ein repetitives Thema. Soweit das bei den wenigen Bildern möglich ist.

Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass das Alter für Fäkalhumor auch irgendwann überschritten wird. Verständlich. Allerdings: dann kann man immer noch in der Galerie vorbeischauen. Gesetzt dem Fall, man ist das komplette Gegenteil und interessiert sich für Diagramme. Im restlichen Raum läuft gerade (auch insgesamt ziemlich zeitgleich) Österreich in leiwanden Grafiken. Der Humor dieser Bilder ist als Gegenstück zum Raum 66 eher trocken und selbstironisch - typisch österreichisch einfach.

Wie immer bleibt also die selbe Konklusio zu den neuen Ausstellungen der Galerie der Komischen Künste: Viel Tiefgang gibt es nicht, für den schnellen Witz kurz hinschauen bringt aber zumindest den kurzen Witz.

Bilder für die sich der Kurator schämt ist bis 23.10. im Raum 66 der Galerie der Komischen Künste zu sehen. Die Ausstellung Österreich in leiwanden Grafiken kann bis 30.10. besucht werden.